Mäuse von Corsair im Test: M65 RGB Elite, Ironclaw RGB & Harpoon RGB Wireless

Fabian Vecellio del Monego 33 Kommentare
Mäuse von Corsair im Test: M65 RGB Elite, Ironclaw RGB & Harpoon RGB Wireless

tl;dr: Mit der M65 RGB Elite bietet Corsair eine konsequente und sinnvoll verbesserte Revision der M65 Pro RGB, die durchaus empfehlenswert ist. Auch die besonders für große Hände geeignete Ironclaw kann grundsätzlich überzeugen, während die kabellose Umsetzung der Harpoon RGB zwar ebenfalls gut, aber derzeit zu teuer ist.

Drei neue Gaming-Mäuse

Zur diesjährigen CES stellt Corsair drei neue Gaming-Mäuse vor. Während die M65 RGB Elite den Nachfolger der Anfang 2016 erschienenen M65 Pro RGB darstellt und mit der Harpoon RGB Wireless fortan eine mit 2,4-GHz-Funk und Bluetooth ausgestattete Variante der Ende 2016 veröffentlichten Harpoon RGB angeboten wird, beruht die Ironclaw RGB auf einem gänzlich neuen Design. Darüber hinaus erweitert Corsair das eigene Mauspad-Portfolio um das MM350 Extended XL, das hinsichtlich Länge und Breite mit 930 mm respektive 400 mm dem bereits erhältlichen MM300 gleicht, in der Dicke aber 5 statt 3 mm bietet.

Eine Neuauflage, ein neues Design und einmal kabellos

Für die M65-Reihe beansprucht der Hersteller weiterhin den Titel der besten Maus für Ego-Shooter, der durch einen besseren Sensor, ein reduziertes Gewicht und verbesserte sowie anders platzierte Tasten erhalten werden soll. Die unverbindliche Preisempfehlung bleibt dabei unverändert: Corsair verlangt weiterhin rund 70 Euro für eine aktuelle M65. Die mit rund 60 Euro zu Buche schlagende Ironclaw RGB hingegen wird mit einer speziell für größere Hände und den Palmgrip geeigneten Ergonomie beworben, orientiert sich beim technischen Innenleben aber grundlegend an der neuen M65 RGB Elite.

Die Harpoon RGB Wireless indes soll den bequemen Gebrauch einer einzigen Maus für Desktop-PC und Notebook bieten. Dabei bleibt sie hinsichtlich einiger Spezifikationen hinter den beiden zuvor aufgeführten Modellen zurück, bringt aber Verbesserungen zur Harpoon RGB mit. Die unverbindliche Preisempfehlung verdoppelt sich dabei in Relation zur kabelgebundenen Variante auf rund 60 Euro.

Corsair M65 RGB Elite
Corsair Ironclaw RGB
Corsair Harpoon RGB Wireless
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: PixArt PMW-3391
Optisch
PixArt PMW-3325
Optisch
Auflösung: 100 – 18.000 dpi
5 Stufen
100 – 18.000 dpi
3 Stufen
200 – 10.000 dpi
5 Stufen
Geschwindigkeit: 10,2 m/s 3,0 m/s
Beschleunigung: 490 m/s² 196 m/s²
Abtastrate: 1.000 Hz
Primärtaster: Omron-Taster, 50 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 8
Linkseitig: 3
Oberseite: 5
7
Linkseitig: 2
Oberseite: 5
7
Linkseitig: 2
Oberseite: 4 Unterseite: 1
Sondertasten: dpi-Umschalter
Sniper-Taste
dpi-Umschalter, Profil-Umschalter dpi-Umschalter
Software: 10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme, Angle-Snapping deaktivierbar, Zeigerbeschleunigung deaktivierbar
Interner Speicher: 1 Profil
10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme, Angle-Snapping deaktivierbar, Zeigerbeschleunigung deaktivierbar
Interner Speicher: 3 Profile
10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme, Angle-Snapping deaktivierbar, Zeigerbeschleunigung deaktivierbar
Beleuchtung: Farbe: RGB, 2 Zonen
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
dpi-Indikator
Farbe: RGB, 1 Zone
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
dpi-Indikator
Gehäuse: 117 × 77 × 39 mm
Hartplastik, Metall, Beschichtung
Glanzelemente
130 × 80 × 45 mm
Hartplastik, Beschichtung
Glanzelemente, Gummielemente
116 × 68 × 40 mm
Hartplastik
Glanzelemente, Gummielemente
Gewicht: 97 Gramm (o. Kabel)
3 Gewichte á 4,0 Gramm
3 Gewichte á 2,0 Gramm
105 Gramm (o. Kabel) 99 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-Kabel, 1,80 m, umwickelt USB auf Mikro-USB-Kabel, 1,80 m, umwickelt
Funk: 2,4 GHz, 10,0 Meter Reichweite
Bluetooth
proprietärer Akku, 30 Stdn. Laufzeit
Laden: Kabel
Preis: 70 € 60 €

Ab Lager und „schnell“ verfügbar

Laut Corsair sei mit einer schnellen Verfügbarkeit aller neuen Eingabegeräte zu rechnen, die Mäuse seien bereits in den Lagern vorrätig. Das dicke Mauspad MM350 Extended XL schlägt mit rund 40 Euro zu Buche. Derzeit listen allerdings nur wenige Drittanbieter die neuen Produkte. Den Vorgänger der M65 RGB Elite, die M65 Pro RGB, wird Corsair indes mittelfristig nicht weiter anbieten.

Äußerlichkeiten

Eine ergonomische Eigenart teilen sich die drei neuen Eingabegeräte: Alle sind auf Grund der asymmetrischen Gestaltung und Tastenbelegung lediglich für Rechtshänder geeignet. Bei genauerer Betrachtung fällt eine anschließende Differenzierung jedoch sehr leicht, da sich M65 RGB Elite, Ironclaw RGB und Harpoon RGB Wireless in Größe, Form und Materialwahl unterscheiden. Eigenarten der M65-Serie sind zudem ein sechsteiliges Gewichtssystem und eine weiß-grau gefärbte Variante.

Gehäuse und Materialien

M65 RGB Elite

Corsair bleibt der vertrauten Passform der M65 Pro RGB treu, verbessert diese aber an einigen Stellen, ohne die grundlegenden ergonomischen Eigenschaften zu verändern. Die optisch markanteste Änderung betrifft dabei die aus Aluminium gefertigte Bodenplatte, die sich seit der ersten M65-Generation als maßgebendes Design-Element bewährt hat und nun nicht mehr gebürstet und schwarz auftritt, sondern aus sandgestrahltem, grau-silbernem Metall gefertigt ist.

Durch eine reduzierte Materialstärke des Aluminiums konnte zudem das Gewicht der Maus von 115 auf 97 Gramm netto gesenkt werden, obgleich eine größere Fläche abgedeckt wird. Damit ist die M65 RGB Elite zwar immer noch kein absolutes Leichtgewicht, aber auch nicht, wie die Vorgänger, herausragend schwer.

Mit insgesamt sechs Gewichten – drei je 4 Gramm schwere Räder, die von je einer rund 2 Gramm schweren Schraube gehalten werden – lässt sich das Gewicht der Maus auf das Nettogewicht des Vorgängers bringen. Davon ist jedoch grundsätzlich abzuraten, da die Handhabung mit zunehmendem Gewicht schwerer fällt. Eine Ausbalancierung der Gewichtsverteilung nach eigener Präferenz ist aber möglich.

Corsair M65 RGB Elite

Die beiden Flanken des Eingabegeräts bedecken weiterhin Kunststoff-Verkleidungen, deren Form geringfügig angepasst wurde. Neben abgerundeteren Kanten fällt auch die weniger raue Textur auf; die Sicherheit des Griffs wird dadurch aber nicht gemindert. Die Oberseite der M65 RGB Elite ist in der ComputerBase vorliegenden schwarzen Variante mit einer Soft-Touch-Beschichtung überzogen, während die weiße Variante auf Hochglanz setzt. Das ist auch bei den insgesamt fünf Zusatztasten der Fall, die beim Vorgänger überwiegend matt gehalten waren.

Geeignet ist das Chassis somit für nahezu jede Handgröße, solange die Griffvariante angepasst wird. Die nach vorne verschobene Sniper-Taste an der linken Seite ermöglicht nunmehr auch Nutzern mit größeren Händen den Palm-Grip. Das verminderte Gewicht hingegen erlaubt fortan auch eine angenehme Handhabung im Fingertip- oder Claw-Grip.

Ironclaw RGB

Bei Betrachtung der Ironclaw RGB fällt sofort die mit 45 mm ungewöhnliche Höhe des mit einer Soft-Touch-Beschichtung versehenen Mausrückens ins Auge, die das Eingabegerät laut Corsair besonders für größere Hände und den Palm-Grip attraktiv machen soll. Ebenso groß wie die Maus selbst gestalten sich dabei das an einen Traktorreifen erinnernde Mausrad und die Seitentasten. Tatsächlich liegt das Chassis unter der Prämisse des implizierten Palm-Griffs sehr gut in einer großen Hand, ist im Umkehrschluss jedoch kaum für kleinere Gliedmaßen oder andere Griffvarianten geeignet.

Die konkave Formgebung der beiden primären Maustasten fällt dabei positiv auf, letztere sind allerdings recht schmal geraten. Beide Flanken sind überdies mit einer groben Gummierung verkleidet, doch während die ausladende Daumenablage viel Angriffsfläche bietet, suchen Ring- und kleiner Finger an der konkav gestalteten rechten Seite vergeblich nach Halt und schleifen je nach Länge der Finger mit deren Spitze über das Mauspad.

Corsair Ironclaw RGB

Hinsichtlich des Gewichtes ordnet sich das Eingabegerät mit 105 Gramm oberhalb der M65 RGB Elite ein – wenngleich auf Metall-Elemente verzichtet wird. Das Gehäuse abseits Mausrücken und Seitenablagen ist aus glattem, aber nicht glänzendem Hartplastik gefertigt. In Relation zum großen Chassis und der vorausgesetzten größeren Hand fällt dieses Mehr an Masse jedoch nicht negativ auf.

Harpoon RGB Wireless

Für kleinere bis mittelgroße Hände eignet sich indes die kleinste der drei getesteten Mäuse. Zwar ist die Harpoon RGB Wireless ungefähr genauso lang und hoch wie die M65, aber nicht nur rund 1 cm schmäler, sondern auch ergonomisch anders strukturiert. Beide Flanken des Eingabegeräts sind gummiert und konkav gewölbt, insbesondere linksseitig entsteht eine tiefere Mulde. Der Mausrücken indes fällt relativ zu den beiden anderen Mäusen rauer aus, auf eine Soft-Touch-Beschichtung verzichtet Corsair. Für Griffigkeit sorgen auch die konkaven Primärtasten.

Die Seitentasten sind recht schmal und durch eine fortlaufende Kante am höchsten Punkt gekennzeichnet, sodass sich ein direktes Auflegen des Daumens unangenehm gestaltet. Wird der Daumen unterhalb der Tasten platziert, sind diese schlussfolgernd mit einer seitlichen Bewegung desselben zu drücken, was je nach Handhaltung besonders bei größeren Händen und Fingern zu ungewollten Betätigungen führen kann.

Corsair Harpoon RGB Wireless

Der Blick auf die Unterseite des Eingabegeräts offenbart den für kabellose Mäuse typischen Ein-und-aus-Schalter, über den auch zwischen 2,4-GHz-Funk und Bluetooth gewechselt wird, sowie ein Aufbewahrungsfach für den USB-Funk-Adapter. Der Anschluss für das Ladekabel befindet sich mittig und weit nach hinten versetzt unterhalb des Mausrads. Hinsichtlich des Gewichts liegt die Harpoon RGB Wireless mit 99 Gramm im Mittelfeld – Logitechs G Pro Wireless beispielsweise ist größer, bringt aber fast 20 Gramm weniger auf die Waage.

Die Wahl der Größe hängt auch von der Griffvariante ab

Es sei gleichwohl angemerkt, dass das Empfinden der Haptik selbstverständlich subjektiver Natur ist. Ob Nutzer der drei Modelle Palm-, Claw- oder Fingertip-Grip verwenden können, hängt schlichtweg auch von der Größe ihrer Hände ab. Ergonomische Unannehmlichkeiten erlaubt sich somit keine der drei getesteten Mäuse, sofern der Nutzer die jeweils passende Handgröße besitzt und auf die prädestinierte Griffvariante zurückgreift. In große Hände schmiegt sich die Ironclaw RGB nahtlos ein, während Anwender mit kleineren Gliedmaßen tendenziell eher zur Harpoon RGB Wireless greifen sollten.

Auch hinsichtlich der Gleit-Eigenschaften leisten sich die Mäuse keinen Fehltritt: Alle drei Modelle sind auf der Unterseite ausreichend mit Gleit-Elementen versehen, wenngleich deren Fläche bei der M65 RGB Elite abgenommen hat und bei der Harpoon RGB Wireless ohnehin minimal ausfällt.

Die obligatorische RGB-Illumination bieten alle Mäuse

Hinsichtlich der möglichen Beleuchtung der drei Eingabegeräte, auf die im Software-Teil des Artikels näher eingegangen wird, lässt sich vorwegnehmen, dass – wie die Namensgebung aller Modelle bereits verrät – auf bunte LEDs zurückgegriffen wird. Doch während M65 RGB Elite und Ironclaw RGB mit einzeln adressierbaren LEDs an Herstellerlogo und Mausrad zwei Beleuchtungszonen bieten, wartet die Harpoon RGB Wireless nur mit einer Zone auf. Zusätzlich bewältigen M65 und Harpoon die Auflösungsindikation über eine RGB-LED, während die Ironclaw über drei weiße LED-Striche die gewählten Punkte pro Zoll anzeigt.

Bei der M65 RGB Elite profitiert das Mausrad durch eine relativ zum Vorgänger deutlich besser sichtbare Beleuchtung, da die Ränder des Rades selbst leuchten, während bei der M65 Pro RGB lediglich das darunter liegende Gehäuse bestrahlt wurde. Mit diesem Problem hat nun die Ironclaw RGB zu kämpfen: Auch bei ihr leuchtet das Maurad zwar, der Nutzer bemerkt dies jedoch nur bei absolut vertikaler Draufsicht.

Hinsichtlich der Farbgenauigkeit schneiden die verbauten LEDs gut ab – sowohl absolut als auch in Relation zueinander: Ein gleicher RGB-Wert sorgt bei verschiedenen LEDs des gleichen Produkts für die gleichen Farben. Auch die Ausleuchtung fällt dicht und gleichmäßig aus.

Tasten

Bei den Primärtasten aller drei Mäuse greift Corsair auf Omron-Schalter mit einer spezifizierten Lebenszeit von 50 Millionen Klicks zurück – ein Upgrade: M65 Pro RGB und die kabelgebundene Harpoon besitzen lediglich Omron-Taster mit einer Lebenszeit von 20 Millionen Anschlägen. Alle drei Modelle verfügen darüber hinaus über die bereits erwähnten zwei linksseitigen Zusatztasten. Bei der M65 RGB Elite gesellt sich des Weiteren eine Scharfschützen-Taste hinzu, die während ihrer Betätigung die Sensorauflösung temporär auf einen geringeren Wert reduziert und damit die Präzision potentiell erhöht.

Auf dem Rücken aller Mäuse befinden sich Knöpfe zum Durchwechseln der vorkonfigurierten Auflösungen. Dies geschieht bei der M65 durch zwei Tasten zum Herauf- und Herabsetzen der Punkte pro Zoll, während der Wechsel bei Ironclaw und Harpoon sequentiell erfolgt. Das lässt sich dank einer zweiten Zusatztaste der Ironclaw zwar ändern, diese ist aber ab Werk für den Profilwechsel vorgesehen.

Die Tasten der Ironclaw sind geringfügig leichtgängiger

Der Hubweg der Primärtaster liegt laut Corsair bei allen Mäusen bei 0,45 mm, der benötigte Druck bei rund 60 Newton, also circa 60 Gramm. Die Tasten der Ironclaw benötigen in der Praxis geringfügig weniger Druck zum Auslösen. Bei den Zusatztasten sind nahezu keine Unterschiede feststellbar. Der Sniper-Button der M65 RGB Elite benötigt allerdings in Relation zum Vorgänger nun marginal mehr Druck und Hub zum Auslösen und bietet somit eine bessere haptische Rückmeldung.

Seichte Unterschiede gibt es auch beim Mausrad. Während sich dieses bei M65 RGB Elite und Harpoon RGB Wireless deutlich gestaffelt dreht – bei letztgenannter Maus auch akustisch gut wahrnehmbar –, läuft das der Ironclaw RGB beinahe übergangslos und klappert dabei ein wenig. Die neue M65 grenzt sich damit auch vom Vorgänger M65 Pro RGB ab, dessen Mausrad ebenfalls leichter und weniger gestaffelt drehbar war.

Zwar bietet Corsair eine Zweitbelegung aller Tasten an, effektiv stehen jedoch lediglich zwei Seitentasten zur direkten freien Belegung zur Verfügung. Für MOBAs oder MMORPGs, die durch zahlreiche Makrotasten profitieren können, eignen sich die drei Mäuse demnach nur sekundär.

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