MSI GeForce GTX 1060 Armor im Test: Ob GDDR5 oder GDDR5X spielt quasi keine Rolle 2/4

Wolfgang Andermahr 49 Kommentare

Testsystem und Testergebnisse

Das Review der MSI GeForce GTX 1060 Armor GDDR5X nutzt den vorübergehenden Grafikkarten-Testparcours. Sämtliche Spiele-Benchmarks wurden im Spätsommer 2018 neu erstellt, dasselbe gilt für alle Temperatur-, Lautstärke- und Leistungsaufnahme-Messungen. Für die Benchmarks wurde Windows 10 mit dem April-Update (Version 1803) sowie sämtlichen Patches genutzt.

Ein auf 4,7 GHz übertakteter Intel Core i7-8700K dient als Prozessor. Zwei 16 Gigabyte große DDR4-Module (Dual-Rank) werden mit DDR4-3200 bei den Timings 16-16-16-38-1T betrieben. Verschiedene Grafikkarten-Treiber wurden für den Test genutzt, da es innerhalb kurzer Zeit mehrere neue Versionen gegeben hat, die zudem längst nicht alle Modelle unterstützen. Im Frühjahr wird der gesamte Parcours noch einmal erneuert – mit einheitlichen Treibern, weiteren neuen Spielen etc.

Grafikkarte Genutzter Treiber
AMD Radeon RX Vega 64 Adrenalin 18.8.2
AMD Radeon RX Vega 56 Adrenalin 18.9.3
AMD Radeon RX 590 Beta-Launch-Version
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti, GTX 1080 GeForce 399.07
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 GeForce 411.51
Nvidia GeForce GTX 1070 GeForce 411.70
Nvidia GeForce GTX 1060 (GDDR5/GDDR5X) GeForce 416.16
Nvidia GeForce RTX 2070 GeForce 416.33
Nvidia GeForce RTX 2060 GeForce 417.54

Details zu den Spieletests

Sämtliche Grafikkarten wurden mit den Standardvorgaben von AMD und Nvidia getestet. Soweit nicht anders in den Diagrammen angegeben, wurde immer DirectX 11 genutzt. Die Ausnahmen sind Shadow of the Tomb Raider (DirectX 12) und Wolfenstein II (Vulkan).

Die Benchmarks wurden in 1.920 × 1.080 und durchweg mit der maximalen Detailstufe des Spiels durchgeführt.

Eine besonders konfigurierte GeForce GTX 1060

Um den Leistungseinfluss der gleich konfigurierten GP104-GPU und des gleich getakteten GDDR5X-Speichers besser erkennen zu können, wurde eine weitere Messreihe mit einer gewöhnlichen GeForce GTX 1060 durchgeführt. Diese wurde auf den gleichen GPU-Takt wie die GDDR5X-Version gebracht, sodass Rohleistung und Speicherbandbreite der zwei Ausführungen absolut gleich sind. So lassen sich beide Versionen direkt miteinander vergleichen.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last

Die MSI GeForce GTX 1060 Armor GDDR5X verhält sich bezüglich der Taktraten genau wie jede andere Pascal-Grafikkarte. Es gibt einen generellen maximalen Takt, der bei 1.949 MHz liegt. Diesen bekommt man aber nur zu Gesicht, wenn die GPU sehr kühl und die Auslastung gering ist. In Spielen beträgt der maximale Takt dagegen 1.936 MHz. Um diesen zu halten, ist es notwendig, dass weder die Leistungsaufnahme noch die GPU-Temperatur ein limitierender Faktor sind.

Bis hinauf zu 83 Grad Celsius kann die MSI-Grafikkarte mit dem vollen Takt arbeiten. Dasselbe gilt für die Leistungsaufnahme, die 120 Watt nicht überschreiten darf. Manuell können beide Limits auf 92 Grad Celsius beziehungsweise auf 150 Watt (125 % Power-Target) angehoben werden.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (1.920 × 1.080) MSI GeForce GTX 1060 Armor GDDR5X
Maximaler Takt in Spielen 1.936 MHz
Assassin's Creed Origins 1.936 MHz
Call of Duty: WWII 1.936 MHz
Destiny 2 1.936 MHz
Elex 1.936 MHz
F1 2018 1.936 MHz
Far Cry 5 1.936 MHz
Final Fantasy XV 1.936 MHz
Ghost Recon Wildlands 1.936 MHz
Hellblade: Senua's Sacrifice 1.936 MHz
Jurassic World: Evolution 1.936 MHz
Kingdom Come: Deliverance 1.936 MHz
Mittelerde: Schatten des Krieges 1.936 MHz
Monster Hunter: World 1.936 MHz
Shadow of the Tomb Raider 1.936 MHz
Star Wars Battlefront II 1.936 MHz
Wolfenstein II 1.936 MHz
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Die MSI GeForce GTX 1060 Armor GDDR5X ist so konfiguriert, dass die vollen 1.936 MHz in sämtlichen Spielen gehalten werden können. Weder die Temperatur noch die Leistungsaufnahme schränken die Frequenz ein. Ein Erhöhen des Power- oder des Temperature-Targets ist damit nur sinnvoll, wenn die Grafikkarte zugleich übertaktet wird.

Benchmarks in 1.920 × 1.080

Ob die GeForce GTX 1060 das Original mit 6 GB GDDR5 oder eine modifizierte GeForce GTX 1080 mit GP104-GPU und GDDR5X-Speicher ist, spielt für die Spiele-Performance im Durchschnitt quasi keine Rolle. Im Durchschnitt liefert die alte Variante mit klassischem GDDR5-Speicher in den Diagrammen zwar jeweils ein Prozent mehr Bilder in der Sekunde und bessere Frametimes.

Auch in den Einzelspielen liegen die zwei Varianten meist sehr nahe beieinander. Aber nicht immer. So liefert die normale Version in Kingdom Come: Deliverance reproduzierbar vier Prozent mehr FPS und zwei Prozent bessere Frametimes als die GeForce GTX 1060 GDDR5X. Und in Star Wars Battlefront II ist das Original bei beiden Messreihen zwei Prozent schneller. Das sind die zwei einzigen nennenswerten Unterschiede, wobei höchstens die bessere Performance in Kingdom Come: Deliverance tatsächliche Auswirkungen hat.

Warum es bei theoretisch gleicher Leistung überhaupt einen Unterschied gibt, ist schwer zu sagen. So ist es möglich, dass der deutlich abgespeckte GP104 nicht durchweg identisch wie ein voll aktivierter GP104 arbeitet. Und ebenso ist es denkbar, dass der GDDR5X-Speicher schlicht etwas schlechtere Latenzen als die GDDR5-Version hat. Denn ersterer ist auf höhere Taktraten getrimmt, die als GeForce GTX 1060 aber nicht genutzt werden können. Und gleich niedrige Timings wie bei normalem GDDR5-VRAM sind bei der X-Version vielleicht einfach nicht möglich.

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