ViewSonic XG3240C im Test: 32"-Monitor mit WQHD, 144 Hz und HDR10 für Spieler 2/2

Frank Hüber 113 Kommentare

Helligkeit und Farbraum

Der ViewSonic XG3240C erreicht im Test nicht die beworbenen 300 cd/m². Mit 258 cd/m² in der unteren Bildmitte erzielt der XG3240C nur rund 86 Prozent der versprochenen Helligkeit. Die Homogenität ist mit einer gemessenen maximalen Abweichung von 15 Prozent noch akzeptabel, bei einfarbig hellen Inhalten wie bei den meisten Monitoren jedoch erkennbar. Die Farbtemperatur liegt im sRGB-Modus bei kühlen 7.230 Kelvin.

Homogenität des ViewSonic XG3240C
Homogenität des ViewSonic XG3240C

HDR wird unterstützt, der Effekt ist aber zu gering

Die Aktivierung von HDR hat auf dieses Ergebnis keine Auswirkung, da der XG3240C zwar mit HDR-Inhalten umgehen kann, aber keine speziell angepasste Hardware für HDR besitzt – wie etwa einzeln steuerbare LED-Zonen. Es handelt sich somit vielmehr um eine Software- als um eine Hardware-HDR-Unterstützung durch den Monitor. Da die Anforderungen an HDR aber abseits von Zertifizierungen wie DisplayHDR 400, 600 oder 1000 nicht eindeutig formuliert sind, darf sich ein Monitor, der wie der ViewSonic XG3240C mit HDR-Inhalten umgehen kann, auch als solcher titulieren. Angesichts einer Helligkeit von nur 258 cd/m² wird er diesem Logo im Alltag allerdings nicht gerecht.

Sehr guter Schwarzwert

Der durchschnittliche Schwarzwert des XG3240C bei maximaler Helligkeit beträgt gerade einmal 0,096 cd/m², was ein ausgesprochen guter Wert ist. Darüber hinaus ist der Monitor in allen Bereichen gleich dunkel und weist keine deutlich sichtbaren hellen Flecken auf. Dieser sehr gute Schwarzwert verschafft dem Display einen Kontrast von 2.463:1, was zwar nicht den beworbenen 3.000:1 entspricht, aber angesichts der vergleichsweise geringen maximalen Helligkeit dennoch ein guter Wert ist.

Bei minimaler Helligkeit leuchtet der Monitor bei der Darstellung von Weiß mindestens mit nur 19,9 cd/m². Ebenfalls ein sehr guter, niedriger Wert, mit dem sich der Bildschirm nicht verstecken muss.

Abseits der geringen maximalen Helligkeit wirkt der XG3240C subjektiv in den Farbprofilen sRGB und Native gut abgestimmt. Dies muss er aber auch bei objektiven Messungen mit dem Kolorimeter unter Beweis stellen.

Gute Farben für einen Gaming-Monitor

ComputerBase testet die Farbwiedergabe des XG3240C mit Calman ColorMatch, das die dargestellte Farbe des Monitors mit der vom Programm angezeigten Farbe vergleicht. Interessant an dieser Stelle sind insbesondere der durchschnittliche und der maximale Delta-E-Wert und das Delta-E-2000-Diagramm, da diese angeben, wie stark die Farbwiedergabe von dem ausgewählten Farbstandard abweicht. Eine Abweichung von 1 dE ist für das menschliche Auge so gut wie nicht sichtbar. Ein kalibriertes Display sollte so eingestellt sein, dass die durchschnittliche Abweichung unter 3 dE und das maximale dE unter 5 liegt. Eine Abweichung über 3 dE wird als sichtbar für das menschliche Auge aufgefasst. Unkalibrierte Monitore liegen normalerweise weit darüber. Das Delta-E-2000-Diagramm zeigt die Abweichung für jeden gemessenen Farbwert an.

Im dargestellten CIE-1976-Chart ist zu sehen, welche dargestellten Farbpunkte wie stark vom angestrebten idealen Farbwert abweichen. Bei einem optimal eingestellten Display sollten alle Punkte innerhalb der Quadrate liegen.

Die Messungen im sRGB-Modus bestätigen die guten Farben des XG3240C ebenfalls, auch wenn diese nicht sehr gut sind. Sowohl die durchschnittliche Abweichung von 3 dE als auch die maximale Abweichung bei Weiß mit 4,7 dE liegen noch im Rahmen des zulässigen Bereichs.

Interessant ist auch dabei aber der Vergleich mit dem LG 32GK850F (Test) und dem Samsung C32HG70 (Test) im Testfeld, die ebenfalls auf ein VA-Panel mit gleicher Größe, Auflösung und Hz-Zahl setzen. Während der LG 32GK850F eine identische durchschnittliche, aber höhere maximale Abweichung aufweist und somit minimal schlechter abgestimmt ist, kommt der Samsung C32HG70 auf Abweichungen von durchschnittlich 1,1 dE und maximal 2,9 dE, was wiederum deutlich besser ist.

Display- und Input-Lag (Beta)

Die im letzten Monitor-Test eingeführten Messungen zum Display- und Input-Lag befinden sich weiterhin im Betastadium und ComputerBase bittet sie auch als solche zu verstehen, da beide Messmethoden Vor- und Nachteile haben. Darüber hinaus wirken sich viele Faktoren bei den Display-Einstellungen auf das Ergebnis aus, die es noch näher zu analysieren gilt. Bei den Messungen wird immer die schnellste Display-Einstellung („Response Time“ oder Overdrive) im OSD gewählt, sofern in den Diagrammen nicht anders angegeben.

Display-Lag

Beim Display-Lag wird die reine Verzögerung durch die Bildverarbeitung und Ausgabe des Displays betrachtet. Sie ist vom Input-Lag, also der Verzögerung, bis eine Eingabe auf dem Bildschirm wahrnehmbar umgesetzt wird, zu unterscheiden. Den Display-Lag misst ComputerBase dabei mit der sogenannten CRT-Methode, bei der ein analoger CRT alias Röhrenmonitor als Basis und Referenzwert dient und anhand eines präzisen Millisekundenzählers auf dem CRT und LCD die Ausgabe durch zahlreiche Fotos mit sehr kurzer Verschlusszeit verglichen wird. In der Praxis muss einschränkend gesagt werden, dass auch diese Messungen nur als Näherungswerte betrachtet werden sollten, die nicht immer den tatsächlichen Wert darstellen müssen. Aufgrund immer gleicher Testbedingungen ermöglichen sie aber einen guten Vergleich verschiedener getesteter Monitore untereinander, weshalb einige bereits getestete und zukünftig im Test vertretene Displays als Vergleich dienen.

Display-Lag
Angaben in Millisekunden
    • Samsung S24F356FH
      0,00
    • Asus ROG Strix XG35VQ (OverDrive 5)
      1,01
    • Asus ROG Strix XG35VQ (OverDrive 0)
      1,90
    • LG 32GK850F
      1,91
    • ViewSonic XG3240C
      2,05
    • Dell U3219Q (schnell)
      9,16
    • Dell U3219Q (normal)
      12,22
    • ViewSonic XG2530
      17,24
    • ViewSonic VX3211-4K
      19,95
    • ViewSonic XG3220
      21,10

ViewSonic nennt für den XG3240C eine Reaktionszeit von 4 ms. Bei den Messungen zum Display-Lag muss sich der XG3240C nicht vor der Konkurrenz verstecken und liegt mit rund 2 ms auf dem Niveau des LG 32GK850F, womit die Gaming-Ambitionen des ViewSonic-Monitors unterstrichen werden.

Input-Lag

Den Input-Lag misst ComputerBase hingegen mit Hilfe einer umgebauten Maus, an deren Schalter eine LED gelötet wurde, um die Verzögerung zwischen Knopfdruck und wahrnehmbarer Umsetzung auf dem Display optisch analysieren zu können. Diese Messung ist ebenfalls nicht als absoluter Wert zu betrachten, da der Input-Lag von den eingesetzten Komponenten des PCs abhängig ist und auch die Auswertung Toleranzen beinhaltet. Auch in diesem Fall ist das Ziel somit, vielmehr einen Vergleich unter getesteten Monitoren zu ermöglichen, als einen allgemein gültigen absoluten Wert zu ermitteln. Displays mit nur sehr geringem Unterschied sollten aufgrund der nicht zu verhindernden Messtoleranzen als ebenbürtig angesehen werden. Während die Monitore beim Display-Lag methodenbedingt alle mit 60 Hz, aber deaktiviertem V-Sync betrieben werden müssen, kommt bei der Messung des Input-Lags die maximale Bildwiederholfrequenz des Bildschirms bei deaktiviertem V-Sync zum Einsatz.

Input-Lag
Angaben in Millisekunden
    • ViewSonic XG3240C
      38,88
    • LG 32GK850F
      39,16
    • Asus ROG Strix XG35VQ (OverDrive 5)
      39,58
    • Samsung S24F356FH
      41,17
    • ViewSonic XG2530
      43,75
    • ViewSonic VX3211-4K
      44,79
    • Dell U3219Q (schnell)
      46,67
    • ViewSonic XG3220
      66,70

Beim Input-Lag bestätigt sich das sehr gute Bild des ViewSonic XG3240C und er verlässt das Testfeld als bisher schnellster Monitor knapp vor dem LG 32GK850F. Da Ein- und Ausgabe beim Input-Lag zeitlich nicht synchronisiert sind, können sich Reihenfolge und Abstände der Bildschirme zwischen beiden Messungen verändern.

Fazit

Der XG3240C vereint für Spieler viel Positives

Ein sehr schnelles, farblich gut abgestimmtes Panel, ein sattes Schwarz, eine geringe Mindesthelligkeit, ein Standfuß mit guten Einstellungsmöglichkeiten, eine für Spieler auch unter Berücksichtigung der erzielten Frameraten sinnvolle Auflösung von 2.560 × 1.440 Bildpunkten und eine sehr gute OSD-Steuerung sind die klaren Pluspunkte des ViewSonic XG3240C.

Die geringe Helligkeit ist jedoch der Knackpunkt

Einziger Kritikpunkt des XG3240C ist die zu niedrige maximale Helligkeit, die mit rund 260 cd/m² sogar hinter den von ViewSonic genannten, ohnehin schon niedrigen 300 cd/m² zurückbleibt. Diese niedrige Maximalhelligkeit im Zusammenspiel mit einer nicht in einzelnen Zonen steuerbaren LED-Hintergrundbeleuchtung macht dann auch die vorhandene HDR-Unterstützung unbedeutend. Wegen der Option auf HDR sollte der XG3240C nicht erworben werden.

Starke Konkurrenz von LG und Samsung

Entscheidend ist somit, ob es die Konkurrenz besser macht und wie das Preisgefüge ausfällt. Der ViewSonic XG3240C kostet derzeit rund 475 Euro, womit er nur 25 Euro günstiger ist als der LG 32GK850F (Test) und der Samsung C32HG70 (Test), die derzeit jeweils rund 500 Euro kosten. Mit diesen beiden Monitoren hat ViewSonic allein im Testfeld zwei starke Konkurrenten, die den Test zwar auch nicht perfekt durchlaufen, deren Schwächen aber in anderen Bereichen liegen. Farblich minimal schlechter bei der Weißwiedergabe, dafür aber mit mehr als 480 cd/m² deutlich heller präsentiert sich der LG 32GK850F, der in Summe die bessere Wahl darstellt. Der ebenfalls gekrümmte Samsung C32HG70 besitzt noch einmal eine bessere Farbwiedergabe und ist mit 635 cd/m² bei der HDR-Wiedergabe noch heller. Dafür nutzt der C32HG70 anders als der 32GK850F bei reduzierter Helligkeit eine Pulsweitenmodulation (PWM), die als Flackern wahrgenommen werden kann.

ComputerBase hat den XG3240C leihweise von ViewSonic zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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