Moto G7, G7 Plus und G7 Power im Test: Motorolas Akkumonster für 210 Euro ist der Testsieger 2/3

Nicolas La Rocco 177 Kommentare

Gute Leistung dank sauberem Android

Alle neuen Moto-G7-Smartphones bieten dank stärkerer Prozessoren mehr Leistung als ihre direkten Vorgänger. Für das Moto G7 fliegt der Qualcomm Snapdragon 450 zugunsten des Snapdragon 632 raus. Selbiges gilt für das Moto G7 Power. Im Moto G7 Plus verbaut Motorola statt des Snapdragon 630 nun den Snapdragon 636.

In allen drei Fällen werden die SoCs in 14 nm gefertigt und verabschieden sich zumindest auf den schnelleren Kernen von den betagten Cortex-A53. Stattdessen gibt es im Moto G7 und Moto G7 Power nun vier auf dem Cortex-A73 basierende Kryo 250 Gold, respektive Kryo 260 Gold im Moto G7 Plus. Die kleineren vier Kerne nennen sich Kryo 250 Silver und Kryo 260 Silver und basieren wieder auf dem Cortex-A53. Mehr RAM als bisher bietet das Moto G7, das nun auf 4 GB statt 3 GB kommt. Im Moto G7 Plus waren auch schon vorher 4 GB verbaut. Am Speicherstandard hat sich mit LPDDR4 ebenso wenig verändert.

Da Motorola beinahe unveränderte Android-Versionen (9.0 Pie) auf den Geräten installiert, reagieren die Mittelklasse-Smartphones angenehm zügig auf Eingaben und trumpfen mit vergleichsweise kurzen Ladezeiten auf. Hier lässt sich die 200-bis-250-Euro-Liga von Huawei oder Samsung länger Bedenkzeit.

Dennoch gibt es auch innerhalb des Moto-G7-Sortiments Unterschiede, die ins Gewicht fallen. Den schnelleren Prozessor des Moto G7 Plus merkt man durchaus, etwa wenn über Google Play mehrere Apps parallel aktualisiert werden und das Smartphone gleichzeitig noch bedient werden soll. Hier macht sich der auf dem Papier bessere Prozessor auch in der Praxis bemerkbar und hat mehr Reserven für andere Aufgaben. Bei alltäglichen Anwendungen wie Facebook, Instagram, YouTube oder WhatsApp merkt man als Anwender jedoch kaum Unterschiede. Ob die eine oder andere App nun 0,2 Sekunden schneller oder langsamer lädt, ist in den meisten Situationen schlichtweg nicht entscheidend. Ins Gewicht fallen stattdessen eher Faktoren wie die Geschwindigkeit des microSD-Kartenlesers, der bei den beiden günstigen Moto G7 deutlich schlechtere Werte beim Schreiben liefert. Beim Lesen herrscht Gleichstand.

Am Prozessor sollte sich die Wahl zwischen Moto G7, Moto G7 Plus und Moto G7 Power somit nicht entscheiden, zumal die verbaute Hardware auch bei den versprochenen Updates keine Rolle spielen wird. Alle drei Smartphones sollen auf die nächste Hauptversion von Android aktualisiert werden. Android 10.0 dürfte im Herbst veröffentlicht werden, das Update durch Motorola ist jedoch eher für Winter zu erwarten.

Eine der Kameras ist klar besser

Es ist mehr die Kamera, die Unterschiede zwischen den drei Smartphones aufdeckt. Zunächst einmal verzichtet das Moto G7 Power als günstigstes der getesteten Geräte auf eine zweite Linse und kann somit nicht die Tiefe einer Aufnahme für das Erstellen einer Unschärfe im Hintergrund berechnen. Mit 12 Megapixeln herrscht davon abgesehen nominal Gleichstand zwischen Moto G7 und Moto G7 Power. Die Blende des teureren Smartphones lässt mit f/1.8 zu f/2.0 allerdings mehr Licht auf den Sensor fallen, sodass potenziell die Belichtungszeiten kürzer oder die ISO-Werte niedriger ausfallen können.

Das Moto G7 Plus setzt sich mit 16 Megapixeln, f/1.8-Blende und insbesondere über den optischen Bildstabilisator (OIS) von den restlichen G7-Smartphones ab. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Motorola in der Mittelklasse einen Stabilisator verbaut.

In der nachfolgenden Galerie treffen (in dieser Reihenfolge) Moto G7 Power, Moto G7 und Moto G7 Plus sowie ein iPhone Xs Max aufeinander. Dabei soll das deutlich teurere iPhone nicht als Maßstab für die Bewertung der anderen drei Modelle gelten, sondern einfach nur zeigen, was Smartphone-Kameras in anderen Preisklassen leisten.

Moto G7, Moto G7 Plus, Moto G7 Power im Test – Kamera-Vergleich

Im Direktvergleich fällt das Moto G7 Power mit einer ziemlich kühlen Darstellung aus dem Rahmen, auch wenn ausgerechnet das erste Vergleichsbild einen anderen Eindruck hinterlässt. Moto G7 und Moto G7 Plus übertrumpfen das Moto G7 Power zudem mit einer kräftigeren Farbdarstellung. An der Schärfe der Aufnahmen gibt es nichts zu meckern, allerdings schneiden auch hier die teureren Geräte etwas besser ab.

Unter Betrachtung der HDR-Fähigkeiten und Ausleuchtung bei schummriger Beleuchtung schneidet das Moto G7 Plus erwartungsgemäß am besten ab. Dass Motorola hier die hochwertigere Kameratechnik verbaut, macht sich im Alltag fast durchweg bemerkbar. Dank OIS tendiert das Smartphone zu einer längeren Belichtungszeit bei niedrigerem ISO-Wert, was dem Rauschverhalten entgegenkommt.

Die nachfolgende Galerie zeigt alle Aufnahmen des Vergleichs noch einmal in der Vollbildansicht. Bei beiden Galerien ist jeweils ein Download in Originalqualität möglich.

Moto G7, Moto G7 Plus, Moto G7 Power im Test – Kamera

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