Qualcomm: Snapdragon X55 vereint 5G, LTE, 3G und 2G in 7‑nm‑Modem 2/2

Nicolas La Rocco 57 Kommentare

Kleineres mmWave-Antennenmodul

Qualcomm brüstet sich damit, nicht nur das Snapdragon X55, sondern eine vollständige 5G-Lösung vom Modem bis zur Antenne anzubieten, die Smartphone-Anbietern die Umsetzung entsprechend ausgestatteter Geräte einfacher machen soll. Auf der Seite für mmWave-Verbindungen hat Qualcomm heute mit dem QTM525 ein abermals in der Größe reduziertes Antennenmodul vorgestellt. Es handelt sich um den zweiten Shrink, nachdem Qualcomm das im Sommer 2018 vorgestellte Modul QTM052 bereits zum Oktober desselben Jahres verkleinern konnte.

Kleinere mmWave-Antennenmodule sind wichtig, da davon laut Empfehlung von Qualcomm vier Stück verbaut werden sollten, um das empfindlich auf Verdeckung reagierende mmWave-Signal nicht zu stören.

Das QTM525 ist Qualcomms bisher kleinstes mmWave-Antennenmodul
Das QTM525 ist Qualcomms bisher kleinstes mmWave-Antennenmodul (Bild: Qualcomm)

Das QTM525 baut nochmals kompakter, sodass es nun in Smartphones mit einer Bautiefe von weniger als 8 Millimetern verwendet werden kann. OnePlus hatte etwa zum letztjährigen 4G/5G Summit von Qualcomm gesagt, dass schöne Smartphones mit mmWave-Unterstützung aufgrund der Antennen nicht möglich seien und deshalb im ersten 5G-Smartphone von OnePlus nur der Sub-6-GHz-Bereich unterstützt werde. Das neue QTM525 dürfte ähnliche Sorgen anderer Hersteller aus dem Weg räumen.

Neues RF-Front-End

Auf der anderen Seite des Snapdragon X55 sitzt ein neuer RF-Transceiver aus 14-nm-Fertigung für 5G im Sub-6-GHz-Bereich und LTE. Darauf folgt schließlich das gesamte RF-Front-End, das aus Komponenten wie Verstärkermodulen, Envelope Tracker und Antennenabstimmung besteht. Hier nimmt das für das Envelope Tracking zuständige neue Modul QET6100, das die Spannung der RF-Verstärker kontinuierlich so reguliert, dass diese mit maximaler Effizienz arbeiten, eine wichtige Rolle ein, da es erstmals 100 MHz Spektrum in Verbindung mit 256-QAM für den Uplink regelt.

Der QET6100 arbeitet in diesem Bereich zusammen mit den neuen Verstärkern QPM6585, QPM5677 und QPM5679. QPM5670 und QPM5621 decken darüber hinaus das Mid- und High- respektive Low-Band für 5G und LTE ab.

Um für die steigende Anzahl an Antennen und Frequenzbereichen gewappnet zu sein, gibt es mit dem QAT3555 für Smartphone-Hersteller ein neues Modul für die Antennenabstimmung, das bei der 5G-Nutzung einen besseren Empfang, längere Akkulaufzeiten und höhere Geschwindigkeiten als der direkte Vorgänger ermöglichen soll. 25 Prozent kleiner als das bisher angebotene Modul ist das QAT3555 ebenfalls.

5G-Kette der 2. Generation bis Ende 2019

Das Sampling der Komponenten des RF-Front-Ends soll in der ersten Jahreshälfte 2019 beginnen, Endgeräte sollen laut Qualcomm gegen Ende dieses Jahres verfügbar sein.

Qualcomm bietet damit eine vollständige 5G-Kette der zweiten Generation für Geräte wie Smartphones oder 5G-Hotspots und 5G-Router an. 5G ist aufseiten der Endgeräte 2019 somit in jedem Fall angekommen und Realität. Aufseiten der Netze dürfte bei erfolgreicher Freuqenzversteigerung in Deutschland 2020 der Startschuss fallen.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Qualcomm unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt.