ViewSonic VX3211-4K im Test: Die UHD-Gaming-Alternative zum halben Preis 2/2

Frank Hüber 152 Kommentare

Helligkeit und Farbraum

Der ViewSonic VX3211-4K erreicht im Test wie auch der XG3220 die maximale Helligkeit von 300 cd/m² nur in der Bildmitte. Mit 215 cd/m² ist er mit nur noch 73 Prozent der maximalen Helligkeit in der linken unteren Bildecke zudem an der linken Seite insgesamt etwas dunkler als der XG3220. Die Homogenität fällt mit einer maximalen Abweichung von 27 Prozent nicht zufriedenstellend aus und der dunklere linke Bereich ist bei einfarbig weißer Wiedergabe erkennbar. Die Farbtemperatur liegt im sRGB-Modus bei guten 6.975 Kelvin.

Homogenität des ViewSonic VX3211-4K
Homogenität des ViewSonic VX3211-4K

Erneut sehr guter Schwarzwert

Wie auch schon beim XG3220 und zuletzt beim XG3240C überzeugt auch der VX3211-4K mit einem sehr guten durchschnittlichen Schwarzwert bei maximaler Helligkeit von nur 0,096 cd/m². Hier ist der VX3211-4K dem XG3220 wiederum überlegen. Zudem sind alle Bereiche des Displays in etwa gleich dunkel, so dass im Alltag keine deutlich sichtbaren hellen Flecken bei dunkler Wiedergabe erkennbar sind. Dieser sehr gute Schwarzwert verschafft dem Display einen maximalen Kontrast von 3.083:1.

Bei minimaler Helligkeit leuchtet der VX3211-4K bei der Darstellung von Weiß mit mindestens 48,9 cd/m². Ebenfalls ein guter Wert, wenn auch nicht absolute Spitze – und erneut vergleichbar mit den 53,5 cd/m², die beim ViewSonic XG3220 gemessen wurden.

Gute Farben für einen Gaming-Monitor

ComputerBase testet die Farbwiedergabe des ViewSonic VX3211-4K mit Calman ColorMatch, das die dargestellte Farbe des Monitors mit der vom Programm angezeigten Farbe vergleicht. Interessant an dieser Stelle sind insbesondere der durchschnittliche und der maximale Delta-E-Wert und das Delta-E-2000-Diagramm, da diese angeben, wie stark die Farbwiedergabe von dem ausgewählten Farbstandard abweicht. Eine Abweichung von 1 dE ist für das menschliche Auge so gut wie nicht sichtbar. Ein kalibriertes Display sollte so eingestellt sein, dass die durchschnittliche Abweichung unter 3 dE und das maximale dE unter 5 liegt. Eine Abweichung über 3 dE wird als sichtbar für das menschliche Auge aufgefasst. Unkalibrierte Monitore liegen normalerweise weit darüber. Das Delta-E-2000-Diagramm zeigt die Abweichung für jeden gemessenen Farbwert an.

Im CIE-1976-Chart ist zu sehen, welche dargestellten Farbpunkte wie stark vom angestrebten idealen Farbwert abweichen. Bei einem optimal eingestellten Display sollten alle Punkte innerhalb der Quadrate liegen.

Der ViewSonic VX3211-4K kommt im Test auf eine durchschnittliche Farbabweichung von 3,8 dE und eine maximale Abweichung bei der Wiedergabe von Weiß von 7,4 dE. Für ein VA-Panel weist der Monitor somit vergleichsweise schlechte Farben auf, wie es auch der XG3220 mit einer durchschnittlichen Abweichung von 4,3 dE und einer maximalen Abweichung von 6,9 dE bereits offenbarte. Sowohl bei der durchschnittlichen Betrachtung als auch der maximalen Abweichung liegt der VX3211-4K etwas außerhalb der Grenzwerte, wobei kein einzelner Farbbereich besonders stark abweicht, sondern der Monitor fast über den gesamten Farbraum gleichermaßen mit Abweichungen zu kämpfen hat. Durch manuelle Farbanpassungen ließen sich die Abweichungen auf 3,2 und 6,0 dE reduzieren.

Display- und Input-Lag (Beta)

Die jüngst in Monitor-Tests eingeführten Messungen zum Display- und Input-Lag befinden sich weiterhin im Betastadium und ComputerBase bittet sie auch als solche zu verstehen, da beide Messmethoden Vor- und Nachteile haben. Darüber hinaus wirken sich viele Faktoren bei den Display-Einstellungen auf das Ergebnis aus, die es noch näher zu analysieren gilt. Bei den Messungen wird immer die schnellste Display-Einstellung („Response Time“ oder Overdrive) im OSD gewählt, sofern in den Diagrammen nicht anders angegeben.

Display-Lag

Beim Display-Lag wird die reine Verzögerung durch die Bildverarbeitung und Ausgabe des Monitors betrachtet. Sie ist vom Input-Lag, also der Verzögerung, bis eine Eingabe auf dem Bildschirm wahrnehmbar umgesetzt wird, zu unterscheiden. Den Display-Lag misst ComputerBase dabei mit der sogenannten CRT-Methode, bei der ein analoger CRT alias Röhrenmonitor als Basis und Referenzwert dient und anhand eines präzisen Millisekundenzählers auf dem CRT und LCD die Ausgabe durch zahlreiche Fotos mit sehr kurzer Verschlusszeit verglichen wird. In der Praxis muss einschränkend gesagt werden, dass auch diese Messungen nur als Näherungswerte betrachtet werden sollten, die nicht immer den tatsächlichen Wert darstellen müssen. Aufgrund immer gleicher Testbedingungen ermöglichen sie aber einen guten Vergleich verschiedener getesteter Monitore untereinander, weshalb einige bereits getestete und zukünftig im Test vertretene Displays als Vergleich dienen.

Display-Lag
Angaben in Millisekunden
    • Samsung S24F356FH
      0,00
    • Asus ROG Strix XG35VQ (OverDrive 5)
      1,01
    • Asus ROG Strix XG35VQ (OverDrive 0)
      1,90
    • LG 32GK850F
      1,91
    • ViewSonic XG3240C
      2,05
    • BenQ EX3203R
      2,05
    • Dell U3219Q (schnell)
      9,16
    • Dell U3219Q (normal)
      12,22
    • ViewSonic XG2530
      17,24
    • ViewSonic VX3211-4K
      19,95
    • ViewSonic XG3220
      21,10

ViewSonic nennt für den VX3211-4K eine Reaktionszeit von nur 3 ms. Bei den Messungen zum Display-Lag schneidet der VX3211-4K allerdings wie auch der XG3220 vergleichsweise schlecht im Testfeld ab und kommt auf einen Lag von 19,95 Millisekunden.

Input-Lag

Den Input-Lag misst ComputerBase hingegen mit Hilfe einer umgebauten Maus, an deren Schalter eine LED gelötet wurde, um die Verzögerung zwischen Knopfdruck und wahrnehmbarer Umsetzung auf dem Display optisch analysieren zu können. Diese Messung ist ebenfalls nicht als absoluter Wert zu betrachten, da der Input-Lag von den eingesetzten Komponenten des PCs abhängig ist und auch die Auswertung Toleranzen beinhaltet. Auch in diesem Fall ist das Ziel somit, vielmehr einen Vergleich unter getesteten Monitoren zu ermöglichen, als einen allgemein gültigen absoluten Wert zu ermitteln. Displays mit nur sehr geringem Unterschied sollten aufgrund der nicht zu verhindernden Messtoleranzen als ebenbürtig angesehen werden. Während die Monitore beim Display-Lag methodenbedingt alle mit 60 Hz, aber deaktiviertem V-Sync betrieben werden müssen, kommt bei der Messung des Input-Lags die maximale Bildwiederholfrequenz des Bildschirms bei deaktiviertem V-Sync zum Einsatz.

Input-Lag
Angaben in Millisekunden
    • BenQ EX3203R
      38,54
    • ViewSonic XG3240C
      38,88
    • LG 32GK850F
      39,16
    • Asus ROG Strix XG35VQ (OverDrive 5)
      39,58
    • Samsung S24F356FH
      41,17
    • ViewSonic XG2530
      43,75
    • ViewSonic VX3211-4K
      44,79
    • Dell U3219Q (schnell)
      46,67
    • ViewSonic XG3220
      66,70

Auch beim Input-Lag bestätigt der VX3211-4K, dass er keine Gaming-Ambitionen hat, und gehört nicht zu den schnellsten Monitoren im Testfeld. Überraschend kann er sich allerdings vom XG3220 absetzen, der in den Messungen einen überraschend hohen Input-Lag aufwies. Da Ein- und Ausgabe beim Input-Lag zeitlich nicht synchronisiert sind, können sich Reihenfolge und Abstände der Bildschirme zwischen beiden Messungen verändern.

Fazit

Der ViewSonic VX3211-4K ist insbesondere aufgrund seines vergleichsweise sehr niedrigen Preises von derzeit nur rund 360 Euro interessant, womit er nur rund halb so teuer ist wie der 730 Euro teure ViewSonic XG3220, der sich bei vergleichbaren technischen Daten an Spieler richtet.

ViewSonic VX3211-4K
ViewSonic VX3211-4K

Im Alltag fehlt die Höhenverstellung

Für 360 Euro erhält der Käufer einen großen 31,5-Zoll-Monitor mit UHD-Auflösung mit 3.840 × 2.160 Pixeln, FreeSync-Unterstützung, eine zumindest theoretische HDR-Wiedergabe, wenn auch die Maximalhelligkeit für beeindruckende Effekte zu gering ist, und ein VA-Panel mit hoher Farbraumabdeckung. Verzichtet werden muss zu diesem Preis insbesondere auf die Ergonomiefunktionen des Monitorstandfußes, was im Alltag auch am schwersten wiegt. Denn auch wenn der VX3211-4K darüber hinaus auf USB-Anschlüsse, ein Gaming-Design, eine Headset-Halterung und RGB-Beleuchtung verzichten muss, fehlt in der Praxis hauptsächlich die Höhenverstellbarkeit des Monitors. Wer hier nicht mit Büchern oder einem Vesa-100-Standfuß aus dem Handel nachhelfen möchte, für den scheidet der ViewSonic VX3211-4K als sinnvoller Monitor aus.

Für wen die stark eingeschränkten Funktionen des Standfußes aber kein K.-o.-Kriterium sind, der greift statt zum ViewSonic XG3220 für den halben Preis zum VX3211-4K. Letzterer gehört zudem zu den günstigsten 31,5-Zoll-Monitoren mit UHD-Auflösungen und einen Konkurrenten in dieser Preisklasse, der Ergonomiefunktionen bietet, gibt es schlicht nicht.

Darüber hinaus verfügt der VX3211-4K über die gleichen positiven wie negativen Eigenschaften der Gaming-Variante XG3220. Die Farben sind für ein VA-Panel nicht optimal abgestimmt, wenn auch subjektiv dadurch sehr farbenfroh. Für Spieler ist das Display zu langsam, für HDR-Liebhaber zu dunkel und die OSD-Steuerung hat kaum ihren Namen verdient, so häufig scheitert man an der Navigation durch die Menüpunkte.

27-Zoll-Monitore bieten derzeit mehr

Spieler sollten derzeit lieber zu einem schnellen 27-Zoll-Monitor mit 2.560 × 1.440 Pixeln und 144 Hz greifen, sofern sie nicht deutlich mehr für einen UHD-Monitor ausgeben möchten wie beispielsweise beim Asus ROG Swift PG27UQ (Test). Dabei bieten sich insbesondere der LG 32GK850F (Test) und der Samsung C32HG70 (Test) an, die derzeit jeweils rund 500 Euro kosten. Sie bieten sehr gute Farben bei einer deutlich höheren Helligkeit und einer sehr schnellen Reaktionszeit des Displays.

ComputerBase hat den VX3211-4K leihweise von ViewSonic zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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