Corsair One i160 im Test: Der technisch perfekte Gaming-Turm für 4.000 Euro

Jan-Frederik Timm 147 Kommentare
Corsair One i160 im Test: Der technisch perfekte Gaming-Turm für 4.000 Euro
Bild: Corsair

tl;dr: Corsairs schlanker Gaming-Turm One geht in diesem Jahr bereits in die dritte Generation. Das Topmodell für Spieler ist der Corsair One i160 mit Core i9-9900K und GeForce RTX 2080 Ti. Auch Anfang 2019 gibt es damit Leistung satt und außerdem kann die Kühlung erstmals richtig überzeugen. Am Ende hakt es nur beim Preis.

Corsair One 3.0

Das zweite Jahr in Folge hat Corsair den mit zwölf Litern Volumen extrem kompakten Komplett-PC Corsair One neu aufgelegt. In diesem Jahr gibt es allerdings nicht nur schnellere CPUs und GPUs, auch das Kühlsystem und die Bezeichnung wurden angefasst.

Aus Pro, Pro Plus und Elite ist mit Pro i180, 160 und i140 eine klare hierarchische Abstufung hervorgegangen, wobei das größte Modell den Zusatz Pro behalten hat. Der ist in diesem Fall aber wirklich Programm, denn mit dem Core i9-9920X samt zwölf Kernen anstelle des Core i9-9900K samt acht Kernen steckt wirklich eine sich an Profis richtende CPU im System. Auch optisch hebt sich der Pro i180 ab, denn sein Gehäuse ist nicht schwarz, sondern silbern. Außerdem gibt es Windows 10 Pro, eine doppelt so große SSD und ein stärkeres Netzteil.

Der neue Corsair One 2019
Pro i180 i160 i140
CPU Core i9-9920X
(12K/24T)
Core i9-9900K
(8K/16T)
Core i7-9700K
(8K/8T)
Chipsatz X299 Z370
RAM 32 GB DDR4-2666
GPU GeForce RTX 2080 Ti GeForce RTX 2080
SSD 960 GB 480 GB (NVMe)
HDD 2 TB
Kühlung CPU & GPU All-in-One-Wakü
Netzteil 750 Watt (SFX) 600 Watt (SFX)
OS Windows 10 Pro Windows 10 Home
UVP 5.349,99 Euro 3.849,99 Euro 3.199,99 Euro

Vor einem Jahr steckten alle Modelle noch in dem identischen Gehäuse. Zur Auswahl gab es 4- und 6-Kern-CPUs von Intel sowie GeForce GTX 1080 und GeForce GTX 1080 Ti. Der von ComputerBase im März 2018 getestete Corsair One Elite (Test) als Topmodell schlug mit 3.000 Euro zu Buche. Ein Jahr später beginnt der Einstieg erst beim 3.200 Euro teuren Corsair One i140, der mit neuer CPU und GeForce RTX 2080 nur in Anwendungen schneller sein sollte. Corsair One Pro i180 und i160 legen hingegen auch bei der GPU zu, denn beide setzen auf die GeForce RTX 2080 Ti.

Der Corsair One 2018
Corsair One Pro Corsair One Pro Corsair One Pro Plus Corsair One Elite
CPU Intel Core i7-7700K
(4K/8T)
Intel Core i7-8700K
(6K/12T)
CPU-Kühlung AiO-Wakü
GPU Nvidia GeForce GTX 1080 Nvidia GeForce GTX 1080 Ti
GPU-Kühlung AiO-Wakü + Luft (VRM)
Mainboard Z270, Mini-ITX Z370, Mini-ITX
RAM 16 GB DDR4-2.400
(2 × 8 GB)
32 GB DDR4-2.400
(2 × 16 GB)
16 GB DDR4-2.666
(2 × 8 GB)
32 GB DDR4-2.666
(2 × 16 GB)
SSD/HDD 480 GB M.2 NVMe / 2 TB
Netzteil Corsair SF400, 400 Watt, SFX Corsair 500 Watt, SFX
Betriebssystem Windows 10 Home (64 Bit)
Garantie Zwei Jahre Pick-up and Return
Preis 2.449 Euro 2.649 Euro 2.799 Euro 2.999 Euro
fett = Modell im Test

Der laute VRM-Lüfter ist Geschichte

Rein äußerlich hat sich an dem 7,4 kg schweren System nichts getan, doch im Inneren wurden neben neuen Chips weitere Anpassungen vorgenommen. Eine, die sich im Test noch als sehr positiv herausstellen wird, betrifft den VRM-Kühler der Grafikkarte: Hier kam in der Vergangenheit ein Radiallüfter auf kleinen Kühlrippen zum Einsatz, der klar aus dem System herauszuhören war. Ab sofort sitzt ein 80 mm großer, flacher Axiallüfter auf einem massiven Alu-Kühlkörper, dessen Basis auch den RAM bedeckt.

Mainboard und Grafikkarte von MSI

Auch beim Corsair One 2019 kommen das Mainboard und die Grafikkarte von MSI. Entsprechende Logos gibt es zwar nicht mehr, doch im BIOS und in Tools lässt sich der Lieferant noch erkennen. Corsair und MSI verbindet seit Jahren eine enge Partnerschaft.

Der RAM wird im Corsair One ab Werk mit Intels Vorgaben angesprochen: DDR4-2666 im Dual-Channel-Modus. Die Timings sind mit CL16 konservativ gewählt. Das können Anwender aber auch versuchen zu ändern, denn das BIOS des Mainboards bietet alle bekannten Optionen an. BIOS-Updates werden von Corsair bereitgestellt. Das BIOS des quasi baugleichen MSI Z370I Gaming Pro Carbon AC lässt sich nicht verwenden.

Limitierte CPU, ungedrosselte GPU

Bereits aus den letzten beiden Generationen bekannt ist, dass Corsair die CPU auf maximal 95 Watt Verbrauch limitiert. Je nach Anwendung können damit nicht immer die maximal spezifizierten Turbo-Taktraten erreicht werden. Im Extremfall, Prime95, liegen bei 95 Watt noch 3,7 GHz statt der maximal möglichen 4,7 GHz auf allen Kernen an.

In Prime95 liegt der Multi-Core-Turbo bei 95 Watt bei 3,7 GHz
In Prime95 liegt der Multi-Core-Turbo bei 95 Watt bei 3,7 GHz

In Spielen reichen in der Regel allerdings auch die 95 Watt, um den Prozessor immer mit dem maximalen All-Core-Turbo von 4,7 GHz rechnen zu lassen. In Kingdom Come: Deliverance verbraucht die CPU zum Beispiel in Ultra HD nur um die 55 Watt („Package Power“, ausgelesen mit HWiNFO).

Im BIOS können Anwender die Obergrenze auch aushebeln, indem das „Long“ und das „Short Duration Power Limit“ von „Auto“ auf einen Wert über 95 Watt gestellt werden; das System übernimmt das auch. In Prime95 taktet die CPU dann bei höherem Geräuschpegel bis zu 4,5 GHz schnell, fällt aber auch immer wieder auf 3,6 GHz zurück – hier greift dann der Schutzmechanismus des Mainboards. Das ließe sich ebenfalls noch abschalten, doch davon ist abzuraten. Corsair übernimmt für Probleme in Folge derartiger Anpassungen keine Verantwortung.

Kein Limit hat Corsair der Grafikkarte auferlegt. Mit 260 Watt darf sie genauso viel verbrauchen wie die Founders Edition der GeForce RTX 2080 Ti von Nvidia und tut das in Spielen auch: In Kingdom Come: Deliverance stehen nach einer Stunde Last in Ultra HD im Schnitt 256 Watt Verbrauch in HWiNFO. Der durchschnittlich in Spielen zu erwartende GPU-Takt liegt damit ebenfalls auf dem Niveau der Founders Edition, in Kingdom Come: Deliverance sind es 1.769 MHz. Der maximal im BIOS erlaubte Takt beträgt 1.980 MHz.

Messwerte zur Grafikkarte nach einer Stunde Last in Kingdom Come: Deliverance (UHD)
Messwerte zur Grafikkarte nach einer Stunde Last in Kingdom Come: Deliverance (UHD)

Für die nachfolgenden Benchmarks ist daher zu erwarten, dass der Rechner in Anwendungen leicht hinter dem ungebremsten Core i9-9900K aus dem Prozessor-Testparcours landet, in Spielen aber nicht hinter einem Rechner mit GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition zurückstecken muss.

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