Dell U4919DW im Test: Mit 5.120 × 1.440 Pixeln auf 49 Zoll in 32:9 zum Office-König 3/3

Frank Hüber 121 Kommentare

32:9 mit 5.120 × 1.440 Pixeln in der Praxis

Stärken beim Office-Einsatz

Die Stärken des Dell U4919DW liegen im Büroalltag im Ersatz für klassische Multi-Monitor-Setups, wenn das 32:9-Display ohne störenden Display-Übergang und -rahmen ein nahtloses Arbeiten erlaubt. Gerade in diesem Fall macht sich auch auf höhere Auflösung, vor allem in der Vertikalen, bemerkbar, denn 5.120 × 1.440 Pixel sind deutlich alltagstauglicher als 3.840 × 1.080 Pixel bisheriger 32:9-Displays wie dem Samsung C49HG90 (Test). Der Dell U4919DW ersetzt hierbei zwei 27-Zoll-Monitore mit WQHD-Auflösung von 2.560 × 1.440 Pixeln anstelle von zwei 27-Zoll-Monitoren mit FHD-Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln.

Ob einem großen Display allerdings immer der Vorzug vor zwei Einzelbildschirmen gegeben werden sollte, hängt sowohl vom Einsatzzweck als auch von den persönlichen Vorlieben ab. Denn nicht immer ist die Fensteranordnung von Windows auf einem großen Display besser als bei zwei getrennten Monitoren. Wer von einem Multi-Monitor-Setup auf ein 32:9-Display wechselt, wird dies zunächst als ungewohnt empfinden und sich durchaus umstellen müssen.

Ein Display-Manager von Dell soll dabei helfen, indem der Monitor mit der Software in bis zu 32 Bereiche unterteilt werden kann, denen Anwendungen zugeordnet werden können. Diese öffnen sich dann auch bei einem erneuten Ausführen an der zuvor zugewiesenen Stelle, was den Überblick erleichtert.

Bekannte Probleme bei Spielen

Bei Spielen hat der Dell U4919DW aufgrund seines Seitenverhältnisses mit denselben Problemen zu kämpfen, vor denen auch schon Samsungs C49HG90 mit 49 Zoll und einem Seitenverhältnis von 32:9 stand. Während aktuelle Spiele wie Anthem, Fortnite, Far Cry 5, Wolfenstein II und Destiny 2 grundsätzlich mit der Auflösung und dem Seitenverhältnis umgehen können, gibt es aber auch weiterhin Titel wie etwa Fallout 76, die zum Start gar keine Unterstützung für ein breiteres Seitenverhältnis als 16:9 bieten.

Darüber hinaus gibt es Spiele wie Overwatch, die zwar ein breiteres Seitenverhältnis unterstützen, bei denen jedoch bei 21:9 Schluss ist und auf einem 32:9-Display zwangsläufig mit schwarzen Rändern an beiden Display-Seiten gespielt werden muss. Resident Evil 2 hingegen kann zwar auch 32:9 darstellen, allerdings ist das Bild dann gezoomt. Ein selbst programmierter Patch hierfür aus der RE2-Community funktioniert derzeit nicht mehr.

Darüber hinaus gilt weiterhin die Einschränkung, dass Zwischensequenzen in aller Regel in fast allen Spielen nur in 16:9 wiedergegeben werden, was einen deutlichen Bruch zum Spiel darstellt, wenn dieses in 32:9 gespielt wird.

Spieler können somit immer nur darauf hoffen, dass das von ihnen favorisierte Spiel eine entsprechende Unterstützung bietet – gesichert ist dies jedoch nicht. Wenn das Seitenverhältnis des U4919DW jedoch richtig unterstützt wird, ist das Spielgefühl weiterhin beeindruckend, denn der Rundumblick oder das vor dem Spieler tatsächlich aufgespannte Cockpit des Autos ist je nach Spiel sehr immersiv.

Mehr Pixel erfordern mehr Rechenleistung

Erschwerend kommt beim U4919DW für Spieler hinzu, dass die höhere Auflösung von 5.120 × 1.440 Pixel mit insgesamt 7,37 Millionen Pixeln dem System einiges mehr an Rechenleistung abverlangt als etwa beim Samsung C49HG90 mit 3.840 × 1.080 Pixeln und insgesamt 4,15 Millionen Bildpunkten. Als Orientierung für die Anforderungen an das System beim Einsatz des U4919DW können Spieler in etwa die aus den Grafikkartentests bekannten Benchmark-Ergebnisse für UHD heranziehen. Mit 8,29 Millionen Pixeln liegen die Anforderungen von UHD mit 3.840 × 2.160 Pixeln noch etwas über denen des Dell U4919DW.

Fazit

Im Vergleich zum Samsung C49HG90 (Test), der ebenfalls ein Seitenverhältnis von 32:9 aufweist, profitiert der Dell U4919DW enorm von der höheren Auflösung von 5.120 × 1.440 Pixeln im Vergleich zu den 3.840 × 1.080 Pixeln des Samsung-Modells. Gerade beim angestrebten Einsatzzweck als Büromonitor, der klassische Multi-Monitor-Setups ersetzt, macht der Dell U4919DW deshalb eine sehr gute Figur. Aufgrund seines sehr gut abgestimmten Panels mit sehr guten Farben eignet er sich hierbei zudem für fast alle Einsatzzwecke.

USB-C und KVM-Switch erleichtern den Alltag

Im Büroalltag macht sich dabei je nach Einsatzzweck der USB-C-Anschluss mit DisplayPort äußerst positiv bemerkbar, da angeschlossene Notebooks nicht nur mit bis zu 90 Watt geladen werden, sondern auch das Bild an den Monitor übertragen und an diesen angeschlossene Peripherie nutzen können. Darüber hinaus erlaubt der integrierte KVM-Switch die Nutzung von Tastatur und Maus, die am Monitor angeschlossen sind, an zwei verbundenen PCs, so dass die Eingabegeräte nicht doppelt auf dem Schreibtisch bereitstehen müssen. Ein beim häufig wechselseitigen Einsatz von zwei Systemen nicht zu unterschätzender Vorteil.

Einschränkend muss dabei hingenommen werden, dass sowohl die Helligkeit als auch der Kontrast des Displays höher ausfallen könnten, wobei ersteres im Office-Einsatz eine untergeordnete Rolle spielt, da die eingestellte Helligkeit dann ohnehin eher bei 60 statt 100 Prozent liegen sollte. Dann fallen auch die etwas zu hellen Schwarztöne weniger negativ ins Gewicht.

Breites Display mit Helligkeitsunterschieden

Insgesamt ist das Display zudem mit 73 Prozent der Maximalhelligkeit an den Rändern etwas zu inhomogen – bei heller Einstellung und hellen Bildschirminhalten ist der von der Mitte ausgehende Helligkeitsabfall wahrnehmbar. Allerdings zeigt der Monitor bei der Schwarzdarstellung keine auffällige Fleckenbildung und auch kein Bleeding.

Die Steuerung des On-Screen-Displays (OSD) über Tasten statt eines Joysticks ist unnötig umständlich, im Alltag aber zu vernachlässigen, da der Monitor abseits einer einmaligen Helligkeitsanpassung vom Nutzer nicht weiter manuell eingestellt werden muss.

Für Spieler nicht die erste Wahl

Für Spieler ist der Dell U4919DW allerdings aus unterschiedlichen Gründen nicht die erste Wahl. Einerseits haben Spiele weiterhin zu viele Probleme mit dem 32:9-Seitenverhältnis, andererseits ist der U4919DW nicht als Gaming-Monitor konzipiert und bietet deshalb kein FreeSync, kein HDR, nur die normale Bildwiederholrate von 60 Hz und stellt gleichsam sehr hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Grafikkarte, die mit denen von UHD-Monitoren vergleichbar ist.

Bei Spielen, die das Seitenverhältnis unterstützen und davon im besten Fall sogar noch profitieren, wie etwa Rennspiele, ist ein 32:9-Display aber weiterhin imposant und sehr immersiv.

Der Preis des Dell U4919DW liegt aktuell bei mindestens rund 1.200 Euro. Ein hoher, aber aktuell noch fast konkurrenzloser Preis, da der einzige verfügbare Konkurrent mit ebenfalls 5.120 × 1.440 Pixeln in Form des Philips 499P9H mit rund 1.000 Euro derzeit noch nicht ausreichend lieferbar ist. Spannend dürfte es bei diesen Monitoren insbesondere auch für Spieler noch einmal werden, wenn Samsungs CRG9 mit 49 Zoll, 5.120 × 1.440 Bildpunkten, FreeSync 2 HDR und 120 Hz in den Handel kommt.

ComputerBase hat den U4919DW leihweise von Dell zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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