Galaxy S10e, S10 und S10+ im Test: Samsungs teures Smartphone-Trio nähert sich der Perfektion 6/7

Nicolas La Rocco 444 Kommentare

Größere Akkus mit längeren Laufzeiten

Für die Galaxy-S10-Reihe hat Samsung die Nennladungen der Akkus signifikant angehoben und zudem Veränderungen an den Ladeoptionen vorgenommen. Das Galaxy S10 kommt auf 3.400 mAh, während es im Galaxy S9 noch 3.000 mAh waren. Für das Galaxy S10+ hat Samsung von 3.500 mAh im Galaxy S9+ auf nun 4.100 mAh aufgestockt. Das ist sogar noch etwas mehr als beim Galaxy Note 9, das auf 4.000 mAh kommt. Und das Galaxy S10e kommt schließlich auf 3.100 mAh, was angesichts des im Vergleich zum Galaxy S9 rund 10 Prozent kleineren Gehäuses ein guter Wert ist.

Im fordernden PCMark, der das Surfen im Web, die Offline-Videowiedergabe, das Schreiben und Bearbeiten von Texten sowie Bildbearbeitung auf dem Gerät durchführt, erzielen alle drei Smartphones durchweg bessere Werte als die Galaxy-S9-Generation. Das Galaxy S10 landet 18 Prozent oder anderthalb Stunden vor dem Galaxy S9, zum Galaxy S9+ beträgt der Vorsprung noch eine halbe Stunde oder 6 Prozent.

Etwas länger läuft das Galaxy S10e, dessen Display kleiner ist und weniger selbstleuchtende Pixel darstellt und so den Energiebedarf reduziert. Das kleinste der drei neuen Smartphones landet weitere 5 Prozent vor dem Galaxy S10.

Spitzenreiter ist erwartungsgemäß das Galaxy S10+, das knapp eine Stunde länger als ein Galaxy Note 9 den Test durchsteht. Im Vergleich zum Galaxy S9+ hat sich die Laufzeit bei gleicher kalibrierter Helligkeit von 200 cd/m² um 27 Prozent verbessert. Angesichts der nur um 17 Prozent erhöhten Nennladung des Akkus spricht das auch für die von Samsung beworbene verbesserte Energieeffizienz des neuen Prozessors.

Im weniger fordernden Streaming-Test mit einem YouTube-Video in 720p-Auflösung bei ebenfalls kalibrierten 200 cd/m² ergibt sich ein ähnliches Bild, wenngleich die Laufzeiten angesichts der geringeren Belastung durch die Bank länger ausfallen. Das Galaxy S10 landet wieder vor dem Galaxy S9+ und das Galaxy S10e läuft erneut etwas länger als das Galaxy S10. Spitzenreiter ist erwartungsgemäß das Galaxy S10+ mit leicht über 18 Stunden Laufzeit. Noch einmal deutlich länger halten derzeit nur das Lenovo Moto Z Play (Test) und das zuletzt getestete Motorola Moto G7 Power mit 5.000 mAh durch.

Alltagserfahrungen primär mit dem Galaxy S10+ zeigen, dass Samsung den Vorteil der größeren Akkus nur in etwas längere Laufzeiten ummünzen kann. Zwar fallen die Laufzeiten auch während der Alltagsnutzung mit einer bunten Mischung aus Facebook, Twitter, E-Mail, YouTube, Chrome, Instagram, WhatsApp und der Kamera gut aus, dennoch sind die Geräte wie die Jahre zuvor für einen Tag Nutzung ausgelegt. Dieser eine Tag ist auch problemlos zu meistern, ohne dass Akkusorgen aufkommen, für einen vollständigen zweiten Tag Nutzung sorgen die größeren Akkus allerdings nicht.

Schnelleres kabelloses Laden

Das Laden der Smartphones erfolgt entweder über die beigelegten Netzteile mit „Adaptive Fast Charging“, das bis zu 15 Watt liefert, oder wahlweise kabellos. Bei Samsungs hat die durchlässige Glasrückseite auch einen technischen Hintergrund, anstatt einfach nur der Optik wegen verbaut zu sein.

Beim kabellosen Laden hat Samsung zwei Veränderungen vorgenommen. Zunächst einmal ermöglicht Samsung nun das kabellose Laden mit bis zu 12 Watt, nachdem bisher maximal 9 Watt möglich waren. Dafür wird allerdings das Wireless Charger Duo Pad vorausgesetzt, das Samsung separat für 100 Euro anbietet. Die 12 Watt Ladeleistung sind nur mit der neuen Galaxy-S10-Serie und ausschließlich auf dem linken der beiden Ladeflächen abrufbar. Außerdem darf sich während des Ladevorgangs auf der rechten Fläche kein anderes Smartphone befinden. Wearables wie die Gear S3, Gear Sport, Galaxy Watch, Galaxy Watch Active oder Galaxy Buds sind indes möglich. Sobald links und rechts Smartphones aufliegen, wird Fast Charge 2.0 deaktiviert und jeweils maximal 7,5 Watt werden unterstützt.

PowerShare für Qi-Geräte

Das zweite neue Feature ist das kabellose Laden anderer Geräte auf den Rückseiten der Galaxy-S10-Serie. Samsung nennt die bei Huawei abgekupferte Funktion Wireless Power Share und unterstützt neben den eigenen Geräten wie Smartphones, Smartwatches oder Kopfhörer auch Produkte fremder Hersteller, sofern diese den Qi-Standard nutzen. Wireless Power Share lässt sich über die Android-Schnelleinstellungen aktivieren und kann bis zu einer Akkukapazität von 30 Prozent verwendet werden.

Wireless PowerShare mit einer Smartwatch
Wireless PowerShare mit einer Smartwatch (Bild: Samsung)

Wireless Power Share kann zum Beispiel im Urlaub praktisch sein, da für die Smartwatch kein separates Netzteil mitgenommen werden muss. Von Nachteil allerdings, dass das Smartphone stets mit dem Display nach unten abgelegt werden muss. Trotz Gorilla Glass 6 (Gorilla Glass 5 beim Galaxy S10e) ist das nur mit einer Hülle empfehlenswert, die für einen Abstand zwischen Display und Tisch sorgt.

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