VR-Headsets ausprobiert: Ökosystem und Fazit

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David Pertzborn 95 Kommentare

Ökosystem mit Fragmentierung

Oculus erklärt, mit Rift S und Quest das eigene Ökosystem vervollständigt zu haben. Das wirkt bei genauerer Betrachtung aller jetzt verfügbaren Komponenten jedoch ziemlich nach Stückwerk und bedeutet auch, dass jedes einzelne der verfügbaren Headsets immer ein Kompromiss bleibt.

Oculus Quest und Rift S liefern beispielsweise ein besseres Bild als die klassische Oculus Rift, hinken aber bei der Audioausgabe hinterher. Auch die beiden neuen Vertreter ergänzen sich zwar gut, was die Aspekte autark vs. PC-gebunden beziehungsweise VR-Konsole vs. PC-Zubehör angeht, warum nur die mobile Version OLEDs bekommt, die bessere Ergonomie aber dem PC-Headset vorbehalten bleibt, wird aber nicht klar. Und ob es in Anbetracht der durchaus lobenswerten Crossplay-Bemühungen nahe liegt, die beiden Headsets mit unterschiedlich vielen Tracking-Sensoren auszustatten, ist nur deshalb noch keine Frage, weil es bis jetzt keine Probleme gab. Immerhin die Controller sind bei beiden Headsets gleich und, wie schon bei Oculus Rift, sehr gut.

Fazit

Die vielleicht positivste Erkenntnis aus dem Erstkontakt mit Oculus Quest und Rift S ist, dass der im Vorfeld heiß diskutierte Wechsel auf Inside-out-Tracking und der damit verbundene Wegfall der externen Sensoren in London nicht negativ ins Gewicht fielen. Im Gegenteil: Der Einrichtungsprozess ist jetzt etwas weniger umständlich als zuvor. Allerdings muss sich in einem ausführlichen Test noch zeigen, ob das Tracking in jeder Situation gut genug funktioniert. Denn vor Ort hatte der Hersteller natürlich die volle Kontrolle über den Raum und dessen Ausleuchtung.

Definitiv einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht haben beide Headsets gegenüber der ersten Generation der Rift bei der Bildqualität. Die Oculus Quest punktet darüber hinaus mit der kabellosen Bewegungsfreiheit.

Der positive Eindruck der von Oculus eingeführten Neuerung wird allerdings dadurch getrübt, dass eigentlich schon gelöste Probleme wie die Audiowiedergabe verschlechtert wurden.

Das ändert jedoch nichts daran, dass es sich bei Oculus Quest um die potentiell spannendste Neuvorstellung im Bereich VR handelt, seit die erste Generation an VR-Headsets 2016 auf den Markt kam. Oculus Rift S bedeutet für den aufgerufenen Preis von 449 Euro zwar einen kleineren Schritt, setzt die Latte für VR-Headsets für den PC im Jahr 2019 aber dennoch hoch.

Einen ständig aktualisierten Überblick über alle für das Jahr 2019 angekündigten neuen VR-Headsets liefert der Artikel Virtual Reality: Diese VR-Headsets erscheinen im Jahr 2019. Ein Ausführlicher Test zu Oculus Quest wird schon in Kürze folgen.

ComputerBase hat die Eindrücke zu Oculus Quest und Oculus Rift S auf einer eintägigen Presseveranstaltung Anfang April in London gesammelt. Die Kosten für An- und Abreise wurden von Oculus getragen. Eine Einflussnahme auf den Artikel fand nicht statt. Es gab kein NDA.

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