Gaming-Mäuse von Corsair im Test: Ironclaw RGB Wireless & Glaive RGB Pro

Fabian Vecellio del Monego 45 Kommentare
Gaming-Mäuse von Corsair im Test: Ironclaw RGB Wireless & Glaive RGB Pro

tl;dr: Mit der Ironclaw RGB Wireless bietet Corsair neuerdings eine konsequente und sinnvoll verbesserte Funkvariante des kabelgebundenen Vorbilds, während die Glaive RGB Pro den Vorgänger im Detail überholt. Beide Mäuse erlauben sich nahezu keine Patzer, stehen aber noch im Schatten der günstigeren (hausinternen) Konkurrenz.

Die kürzlich vorgestellten Gaming-Mäuse Ironclaw RGB Wireless und Glaive RGB Pro erweitern Corsairs Portfolio an Eingabegeräten auf unterschiedliche Weise: Während die neue Ironclaw eine kabellose Variante der zur diesjährigen CES im Januar präsentierten Ironclaw RGB darstellt, handelt es sich bei der Glaive RGB Pro um eine Neuauflage der aus dem Jahr 2017 stammenden Glaive. Das technische Innenleben beider Mäuse fällt bei Sensor, Tasten und auch der Beleuchtung sehr ähnlich aus, doch weist die Konzeption der Mäuse Unterschiede auf.

Tatsächlich ist auch die Ironclaw RGB Wireless als Revision der kabelgebundenen Variante (Test) zu betrachten: Abseits der Funk-Implementierung wurde die Anzahl der Zusatztasten aufgestockt. Corsair spricht weiterhin von einer besonderen Eignung für Spieler mit großen Händen und bewirbt die Ironclaw RGB Wireless als Allrounder für sämtliche Spielegenres. Letztere Eigenschaft beansprucht der Hersteller auch für die überarbeitete, aber weiterhin auf ein Kabel angewiesene Glaive. Hinzu kommt das Versprechen eines an die eigene Hand anpassbaren Chassis.

Die zwei getesteten Mäuse sind bereits verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung beläuft sich bei beiden Eingabegeräten auf 80 Euro, unterboten wird der Wert bislang nicht. Während die kabelgebundene Ironclaw derzeit mit knapp 60 Euro zu Buche schlägt, wird die ursprüngliche Glaive nach einem starken Preisanstieg für gut 70 Euro gehandelt.

Corsair Ironclaw RGB Wireless
Corsair Ironclaw RGB
Corsair Glaive RGB Pro
Corsair Glaive
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: PixArt PMW-3391
Optisch
PixArt PMW-3367
Optisch
Auflösung: 100 – 18.000 dpi
3 Stufen
100 – 18.000 dpi
5 Stufen
200 – 16.000 dpi
5 Stufen
Geschwindigkeit: 10,2 m/s 6,3 m/s
Beschleunigung: 490 m/s²
Abtastrate: 1.000 Hz
Primärtaster: Omron-Taster, 50 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 11
Oberseite: 8 Unterseite: 1
Linkseitig: 2
7
Oberseite: 5
Linkseitig: 2
6
Linkseitig: 2
Sondertasten: dpi-Umschalter, Profil-Umschalter dpi-Umschalter
Software: 10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme, Angle-Snapping deaktivierbar
Interner Speicher: 3 Profile
10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme, Angle-Snapping deaktivierbar
Zeigerbeschleunigung deaktivierbar
Interner Speicher: 3 Profile
10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme, Angle-Snapping deaktivierbar
Interner Speicher: 3 Profile
10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme
Beleuchtung: Farbe: RGB, 3 Zonen
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
dpi-Indikator
Farbe: RGB, 2 Zonen
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
dpi-Indikator
Farbe: RGB, 3 Zonen
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
dpi-Indikator
Farbe: RGB
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
dpi-Indikator
Gehäuse: 130 × 80 × 45 mm
Hartplastik, Beschichtung
Glanzelemente, Gummielemente
125 × 69 × 46 mm
Hartplastik, Metall, Beschichtung
Glanzelemente, Gummielemente
Größe variabel
126 × 69 × 45 mm
Hartplastik, Beschichtung
Glanzelemente, Gummielemente
Größe variabel
Gewicht: 130 Gramm (o. Kabel) 105 Gramm (o. Kabel) 115 Gramm (o. Kabel) 122 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A auf Mikro-USB-Kabel, 1,80 m, umwickelt
Funk: 2,4 GHz
Bluetooth
proprietärer Akku, 16 Stdn. Laufzeit
Laden: Kabel
USB-A-Kabel, 1,80 m, umwickelt
Preis: ab 80 € ab 60 € ab 80 € ab 69 €

Gehäuse und Materialien

Eine ergonomische Eigenart teilen sich Ironclaw RGB Wireless und Glaive RGB Pro: Beide sind auf Grund der asymmetrischen Gestaltung und Tastenbelegung lediglich für Rechtshänder geeignet. Überdies sind die Eingabegeräte verhältnismäßig groß, besonders die Ironclaw ist sehr hoch und breit. Die Formgebung wurde dabei nicht geändert: Wer einen der Vorgänger in den Händen hielt, weiß auch, wie der jeweilige Neuzugang in der Hand liegt. Es sei an dieser Stelle obligatorisch angemerkt, dass das Empfinden der Haptik ohnehin subjektiver Natur ist.

Ironclaw RGB Wireless mit unveränderter Formgebung

Die Erscheinung der Ironclaw RGB Wireless wirkt in jeder Hinsicht groß. Ebenso ausladend wie die 45 Millimeter hohe Maus selbst gestalten sich das an einen Traktorreifen erinnernde Mausrad und die über die linke Kante verteilten Seitentasten. Dabei liegt das Chassis unter der Prämisse des implizierten Palm-Grips nach wie vor sehr gut in einer großen Hand, ist im Umkehrschluss jedoch kaum für kleinere Gliedmaßen oder andere Griffvarianten geeignet.

Die konkave Formgebung der beiden primären Maustasten fällt dabei positiv auf, letztere sind allerdings recht schmal geraten. Beide Flanken sind überdies mit einer groben Gummierung verkleidet. Doch während die ausladende Daumenablage viel Angriffsfläche bietet, suchen Ring- und kleiner Finger an der konkav gestalteten rechten Seite vergeblich nach Halt und schleifen je nach Länge der Finger mit deren Spitze über das Mauspad.

Hinsichtlich der Äußerlichkeiten fällt in Relation zum kabelgebundenen Pendant abseits der größeren und neuen Zusatztasten auch der nunmehr aus glänzendem Kunststoff gefertigte Übergang von Rücken zu Boden auf. Die kabelgebundene Ironclaw setzt hier gänzlich auf eine Soft-Touch-Beschichtung. Im Betrieb macht sich zudem das um 25 Gramm gesteigerte Gewicht der Maus bemerkbar: Mit dem Akku geschuldeten 130 Gramm ist die Ironclaw nun definitiv als schwere Maus zu bezeichnen. Zudem bringt das Zusatzgewicht die Maus aus dem Gleichgewicht; die Ironclwa RGB Wireless wird durch die Batterie hecklastig.

Die Glaive RGB Pro bietet drei Daumenauflagen

Auch bei der neuen Glaive gibt es Änderungen hinsichtlich der Masse, wenngleich 7 verlorene Gramm in Relation zum Vorgänger im reinen Wortsinn kaum ins Gewicht fallen: Mit 115 Gramm ist die Glaive RGB Pro nicht so schwer wie die kabellose Ironclaw, aber auch nicht leicht. Die Ausmaße fallen dabei ebenso groß aus: Die Ironclaw ist zwar rund 1 Zentimeter breiter, die Glaive aber mit 130 Millimetern minimal länger und gleich hoch. Der markanteste Unterschied besteht in den deutlich weniger konkav gerundeten Angriffsflächen, wodurch zumindest an der rechten Seite ein geringfügig besserer Halt für Ring- und kleinen Finger gewährleistet wird.

Das Hauptaugenmerk legt Corsair bei der Glaive auf die linke Flanke und damit die Daumenauflage: Nutzern stehen drei Varianten zur Verfügung, die magnetisch und durch kleine Stifte an ihrer Position gehalten werden. Sowohl der Austausch der Daumenauflagen als auch deren Halt wissen dabei zu Überzeugen; die Modularität dürfte Unwissenden auf den ersten Blick gar verborgen bleiben.

Ab Werk ist die Maus mit einer überwiegend planen, an die Linienführung des Eingabegerätes angepassten Auflage versehen. Alternativ stehen ein konkaves Modul sowie eine um eine geschwungene Daumenablage versehene Variante des Standardmoduls zur Verfügung.

Allen drei Teilen ist die gummierte Oberfläche gemein, die sich auch auf der rechten Seite der Maus wiederfindet. Abseits der Soft-Touch-Beschichtung des einen Palm-Grip implizierenden Mausrückens finden sich zudem glänzender wie matter Kunststoff und auch ein Aluminium-Element an der Vorderseite.

Kabel und Gewicht mindern die Gleit-Eigenschaften

Beide getesteten Mäuse verfügen zudem über vier Gleitflächen auf der Unterseite, bei der Glaive kommt mit der ausladenden Daumenablage eine fünfte hinzu. Grundsätzlich erfüllen diese ihren Zweck gut, einwandfrei sind die Gleit-Eigenschaften beider Mäuse aber dennoch nicht.

Auch abseits der mitunter hohen Masse behindern die umwickelten Kabel die Bewegungen bei der Glaive spürbar und bei der Ironclaw deutlich. Bei letzterer lässt sich das von der kabelgebundenen Variante geerbte Problem selbstredend umgehen, doch auch dann reicht die Ironclaw RGB Pro nicht an die Gewandheit anderer kabelloser Mäuse heran: Beispielsweise Razers Mamba Wireless (Test), Corsairs eigene, kleinere Harpoon Wireless (Test) oder gar Logitechs G Pro Wireless (Test) gleiten unbeschwerter.

Umfassende RGB-Illumination bieten beide Mäuse

Hinsichtlich der möglichen Beleuchtung der drei Eingabegeräte, auf die im Software-Teil des Artikels näher eingegangen wird, lässt sich vorwegnehmen, dass – wie die Namensgebung aller Modelle bereits verrät – auf bunte Leuchtdioden zurückgegriffen wird. Beide Mäuse verfügen über drei einzeln adressierbare Beleuchtungszonen. So leuchten stets das Corsair-Logo auf dem Mausrücken, die Front beider Modelle, die Übergänge vom Rücken zu Flanken bei der Glaive und unter Tageslicht kaum wahrnehmbar die Achse des Mausrads der Ironclaw.

Zusätzlich bewältigen beide Mäuse die Auflösungsindikation über weitere RGB-LEDs: Drei Stück befinden sich an der linken Seite der Ironclaw RGB Wireless, fünf Stück auf dem Rücken der Glaive RGB Pro. Hinsichtlich der Farbgenauigkeit schneiden alle verbauten LEDs gut ab – sowohl absolut als auch in Relation zueinander: Ein gleicher RGB-Wert sorgt bei verschiedenen LEDs des gleichen Produkts für die gleichen Farben. Auch die Ausleuchtung fällt dicht und gleichmäßig aus.

Primär- und Sekundärtasten

Bei den Primärtasten beider Mäuse greift Corsair auf Omron-Schalter mit einer spezifizierten Lebenszeit von 50 Millionen Klicks zurück – eine im gehobenen Preissegment mittlerweile obligatorische Wahl. Der Hubweg liegt laut Corsair bei 0,45 Millimeter, der benötigte Druck bei rund 60 Newton, also circa 60 Gramm. Die Tasten der Ironclaw benötigen in der Praxis geringfügig weniger Druck zum Auslösen. Bei den Zusatztasten sind diesbezüglich zur Glaive nahezu keine Unterschiede feststellbar, auch das Mausrad ist identisch leichtgängig gerastert, und zwar recht leise bei einer Drehung in Richtung des Nutzers, aber deutlich hörbar, wenn nach oben gescrollt wird.

Drei respektive eine neue Taste für Ironclaw und Glaive

Deutliche Unterschiede ergeben sich indes bei der Quantität. Beide Mäuse wurden in Relation zum vorangegangenen Modell ihres sequentiellen dpi-Wechsels entledigt; je ein Tastenpaar setzt die Auflösung nunmehr herauf und herab.

Die Ironclaw RGB Wireless bietet standardmäßig ein weiteres Tastenpaar zum Durchwechseln der iCUE-Profile, während die Seitentasten beider Modelle ab Werk zur Vorwärts- und Rückwärtsnavigation gedacht sind. Die siebte Zusatztaste der Ironclaw fungiert im Standardprofil als Scharfschützen-Taste, ist dafür auf Grund ihrer Position jedoch nicht sonderlich geeignet.

Unter Reservation zweier Schalter für den Auflösungswechsel bleiben der Glaive RGB Pro somit zwei frei belegbare Zusatztasten, während die Ironclaw RGB Wireless mit deren fünf auftrumpfen kann. Die Platzierung erweist sich dabei in jedem Fall als praktisch und bedingt eine gute Eignung für MOBAs oder MMORPGs, die durch zahlreiche Makrotasten profitieren können – eine sinnvolle Neuerung im Vergleich zur minder ausgestatteten kabelgebundenen Variante.

Auf der nächsten Seite: Sensoren und Akkulaufzeit