Aorus NVMe Gen4 SSD: Gigabyte macht heiß auf M.2‑SSD mit PCIe 4.0

Michael Günsch 75 Kommentare
Aorus NVMe Gen4 SSD: Gigabyte macht heiß auf M.2‑SSD mit PCIe 4.0
Bild: Gigabyte

Schon bald wird AMD die erste Mainstream-Desktop-Plattform mit der Unterstützung für PCI Express 4.0 offiziell vorstellen. Passend zu den X570-Mainboards sind bald erste SSDs mit PCIe 4.0 zu erwarten: Gigabyte macht heiß auf die Aorus NVMe Gen4 SSD.

Gigabyte Aorus NVMe Gen4 SSD mit PCIe 4.0

Auf Twitter hat Gigabyte die Aorus NVMe Gen4 SSD schon gezeigt. Als M.2-Modul, augenscheinlich mit Kühler bestückt, soll sie „bald erscheinen“. Der Hersteller bestätigt damit die Existenz der zuvor in Gerüchten gehandelten SSD.

Noch nicht bestätigt sind die (naheliegenden) Vermutungen zu Leistung und Technik. Spekuliert wird, dass der Phison E16 (PS5016-E16) als Controller verwendet wird. Dieser unterstützt PCIe 4.0 x4, NVMe und acht NAND-Kanäle.

Phison hatte im Januar sequenzielle Transferraten von bis zu 4.800 MB/s lesend und 4.400 MB/s schreibend sowie bis zu 900.000 IOPS beim wahlfreien Lesen/Schreiben von 4K-Daten prognostiziert. Letztlich hängt die Leistung nicht allein vom Controller, sondern auch von NAND-Flash, Cache-Konfiguration und Firmware ab. Die Gerüchteküche spricht sogar von 5.000 MB/s lesend und ebenso 4.400 MB/s schreibend für die Aorus NVMe Gen4 SSD und erwartet den Einsatz von 96-Layer-TLC-3D-NAND von Toshiba und Western Digital.

Phison PS5016-E16* Phison PS5012-E12 Phison PS5007-E7 SMI SM2262EN
Schnittstelle PCIe 4.0 x4 PCIe 3.0 x4
Protokoll NVMe ? NVMe 1.3 NVMe 1.1b NVMe 1.3
NAND-Channel 8
CE/Channel (gesamt) 4 (32) 8 (64) 4 (32)
DRAM
ECC LDPC BCH LDPC
Seq. Read bis 4.800 MB/s 3.200 MB/s 2.600 MB/s 3.500 MB/s
Seq. Write bis 4.400 MB/s 3.000 MB/s 1.300 MB/s 3.000 MB/s
4K Random Read bis 900.000 IOPS 600.000 IOPS 300.000 IOPS 370.000 IOPS
4K Random Write bis 900.000 IOPS 600.000 IOPS 200.000 IOPS 300.000 IOPS
*Leistungswerte laut Schätzung von Phison

Sowohl Gigabyte als auch Phison werden auf der nächste Woche beginnenden Computex zugegen sein. Dass die Messe auch als Bühne zur Vorstellung neuer Produkte mit PCIe 4.0 genutzt werden wird, ist zu erwarten.

SSD-Controller mit PCIe 4.0 von Phison und SMI

Derweil hat Phisons stärkster Konkurrent Silicon Motion ebenfalls einen SSD-Controller mit PCIe 4.0 auf der Roadmap. Der SM2264 mit acht Kanälen und PCIe 4.0 x4 sollte ursprünglich schon Ende 2018 erscheinen. Da die Unterstützung der neuen Schnittstelle im Consumer-Segment erst diesen Sommer mit AMDs Ryzen-3000-CPUs und den X570-Mainboards gegeben ist, erscheint der verspätete Marktstart nur logisch.

SSDs mit PCIe 4.0 für Server

Für den Server-Einsatz hat Microsemi bereits den SSD-Controller Flashtec NVMe 3016 mit PCIe 4.0 und 16 Kanälen für über 8 GB/s angekündigt. Bisher bietet nur IBM bei einigen Server-Plattformen PCIe 4.0, doch wird AMD im dritten Quartal auch in diesem Segment mit den Epyc-CPUs der Zen-2-Generation (Rome) zur Verbreitung von PCIe 4.0 beitragen. Bei Intel wird PCIe 4.0 erst 2020 mit den Ice Lake-SP erwartet. Dafür plant Intel augenscheinlich schon für 2021 mit Sapphire Rapids den Sprung auf PCIe 5.0 mit nochmals verdoppelter Datenrate.

PCIe-Roadmap mit PCIe 4.0 und PCIe 5.0
PCIe-Roadmap mit PCIe 4.0 und PCIe 5.0 (Bild: PCI-SIG)