Glorious Model O im Test: Mit Präzision und Leichtigkeit zur Shooter-Empfehlung

Fabian Vecellio del Monego 132 Kommentare
Glorious Model O im Test: Mit Präzision und Leichtigkeit zur Shooter-Empfehlung

tl;dr: Mit der Model O will Glorious PC Gaming Race erstklassige Präzision und hervorragende Gleit-Eigenschaften mit einem möglichst geringen Gewicht vereinen. Die einzige weitere Bedingung: Eine RGB-Beleuchtung ist Pflicht. Im Test geht das Konzept auf, Ausrutscher erlaubt sich die filigrane Maus kaum.

Die Gründer von Glorious PC Gaming Race (kurz: GPCGR) bezeichnen sich selbst als PC-Spieler, die „genug von minderwertigen und überteuerten Gaming-Produkten hatten“. Seit der Gründung im Jahr 2014 hat das Unternehmen eine Tastatur, Mauspads verschiedener Größen und diverse Handballenauflagen vorgestellt.

Nun folgt die erste Maus. Dabei will der noch junge Hersteller eine günstige High-End-Maus anbieten: Die als „leichteste RGB-Gaming-Maus der Welt“ beworbene Model O soll die positiven Eigenschaften populärer Konkurrenzprodukte vereinen und setzt auf ein filigranes Wabengehäuse, um das Gewicht möglichst weit zu reduzieren. Im Falle der von ComputerBase getesteten Variante beläuft sich dieses auf lediglich 67 Gramm, doch auch bei dem Kabel, den Gleitfüßen und der Sensorik beansprucht GPCGR stets den Superlativ. Die Zielgruppe ist demnach klar: Sämtliche Spielgenres, die schnelle und präzise Mauseingaben erfordern, allen voran Ego-Shooter.

Glorious PC Gaming Race Model O
Logitech G Pro
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: PixArt PMW-3360
Optisch
Lift-Off-Distance: 2,0 – 3,0 mm
PixArt PMW-3366
Optisch
Auflösung: 400 – 12.000 dpi
6 Stufen
200 – 12.000 dpi
5 Stufen
Geschwindigkeit: 6,3 m/s 7,6 m/s
Beschleunigung: 490 m/s² 392 m/s²
Abtastrate: 1.000 Hz
Primärtaster: Omron-Taster, 20 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 6
Oberseite: 4
Linkseitig: 2
Sondertasten: dpi-Umschalter
Software: 10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme
Interner Speicher: 1 Profil
5 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 5 Profile
Beleuchtung: Farbe: RGB, 1 Zone
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
dpi-Indikator
Farbe: RGB
Modi: Atmend, Farbschleife
Gehäuse:
128 × 66 × 38 mm
Hartplastik
Variante
128 × 66 × 38 mm
Hartplastik
Glanzelemente
117 × 62 × 38 mm
Hartplastik
Glanzelemente
Gewicht:
67 Gramm (o. Kabel)
Variante
68 Gramm (o. Kabel)
85 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A-Kabel, 2,00 m, umwickelt USB-A-Kabel, 1,80 m
Preis: ab 50 € / ab 50 € / ab 55 € / ab 55 € ab 60 €

Die unverbindliche Preisempfehlung der ComputerBase vorliegenden mattschwarzen Variante beläuft sich auf 50 Euro, ebenso teuer ist die mattweiße Model O. Für die ein Gramm schwereren Versionen mit glänzender Oberfläche wird ein Aufpreis auf 55 Euro fällig. Alle vier Modelle sind in den USA bereits lieferbar, in Deutschland sind derzeit nur einige Varianten verfügbar. Händler Caseking* datiert Nachschublieferungen auf den 18 Juni 2019.

Gehäuse und Materialien

Eigentlich wäre das Chassis der Model O recht unscheinbar: symmetrisch, nur dezent ergonomisch geformt und mit einer durchgehenden Oberfläche aus lediglich einem Material. Tatsächlich bietet das Eingabegerät jedoch ein sehr auffälliges Äußeres. Das liegt selbstredend auch an der Bestückung mit RGB-Leuchtdioden und dem Logo des Herstellers – bei dem es sich wiederum um die abgewandelte Personifikation der PCGMR-Community handelt –, aber vor allem an der Oberflächenstruktur selbst. Der hintere Teil des Mausrückens ist in zahlreiche Sechsecke gegliedert, die den Blick ins innere freigeben. Auch auf der Unterseite der Model O findet sich diese Wabenbauweise, die abseits der Auswirkungen auf das Gewicht auch ästhetisch wirkt.

Symmetrisch, flach und mittelgroß

Die Model O ist keinesfalls die erste Maus, die sich das Konzept zu eigen macht, sondern wandelt in den Fußstapfen der hierzulande kaum erhältlichen und gar noch etwas leichteren Finalmouse-Produkte. Die generelle Form des Chassis mittlerer Größe erinnert hingegen sehr stark an eine BenQ Zowie FK1: Das recht flache Eingabegerät bietet konkave Primärtasten und Seiten; Bug und Heck sind leicht breiter als der Querschnitt auf der Höhe des mittig platzierten Sensors.

In der Hand liegt die Model O demnach sehr selten schlecht, aber auch selten sehr gut. Falsch macht sie damit prinzipiell nichts: Sofern die Gliedmaßen des Nutzers nicht allzu klein ausfallen, lässt sich das Eingabegerät komfortabel bedienen. Die ausladende Länge impliziert dabei vor allem den Palm- oder Claw-Grip, bei entsprechend großen Händen ist aber auch der Fingertip-Grip möglich. Dabei liegt der Daumen stets auf den seitlichen Zusatztasten auf, während die Kuppen von Ring- und kleinem Finger über das Mauspad schleifen. Es sei an dieser Stelle indes obligatorisch angemerkt, dass das Empfinden der Haptik subjektiver Natur ist.

Zwei Oberflächenmaterialien stehen zur Auswahl

Glorious PC Gaming Race bietet Interessenten nicht nur die Auswahl zwischen schwarzer und weißer Farbgebung, sondern auch zwei verschiedene Oberflächenmaterialien an. Je nach Wahl unterscheidet sich folglich die Haptik der Model O: Die matte Variante ist potentiell weniger anfällig für Schweiß und Fingerabdrücke, während die glänzende Version eine höhere Haftung bietet, solange sie eben trocken bleibt. Hier bleibt es dem Nutzer überlassen, ob er zum Aufpreis von 5 Euro eine glatte Textur erstehen möchte. Der Schritt von 67 zu 68 Gramm bleibt dabei unbemerkt.

Gewicht, Kabel und Gleitfüße sind exzellent

Durchaus bemerkbar macht sich das Gewicht allerdings beim Vergleich mit der Konkurrenz: Ausbalancierte 67 Gramm sind ein exzellenter Wert. Dass einige Finalmouse-Ableger gar weitere 5 Gramm weniger wiegen, ist dabei potentiell zu vernachlässigen, weil auch das Kabel der Model O erstklassig ausfällt. Zwar wirkt es in Relation zu anderen Mäusen zunächst sehr behäbig, doch der Schein trügt. Die Nylon-Ummantelung ist sehr fein und von weit größerem Durchmesser als das eigentliche Kabel. Die Bewegungen der Model O werden in der Folge kaum beeinträchtigt.

Tatsächlich lassen sich deren Gleit-Eigenschaften eher mit kabellosen Vertretern denn kabelgebundenen Mäusen vergleichen und übertreffen mitunter gar die von Logitechs G Pro Wireless (Test), die – den hohen Preis außer Acht gelassen – als eine der besten Mäuse für Shooter gilt.

Dem tragen auch die vier Gleitfüße zu, die zwar eine geringe Fläche abdecken, aber etwaigem Verschleiß immerhin mit hoher Dicke vorbeugen. Mit der Dicke geht auch eine mechanische Erhöhung der Lift-off-Distance einher, im Test erwies sich das jedoch als unproblematisch.

Ist dir das Gewicht deiner Maus wichtig?
  • Ja, ein niedriges Gewicht hat für mich hohe Priorität
    18,7 %
  • Ja, ich tendiere zu leichten Mäusen
    30,6 %
  • Ja, ich tendiere zu schweren Mäusen
    19,3 %
  • Ja, ein hohes Gewicht hat für mich hohe Priorität
    3,1 %
  • Nein, das Gewicht meiner Maus ist für mich nicht ausschlaggebend
    28,4 %

Bunte Beleuchtung außen und innen

Noch vor dem Gewicht liegt die Priorität jedoch bei der RGB-Beleuchtung. GPCGR verbaut an beiden Flanken der Model O einen Streifen an Leuchtdioden, der optisch vor allem an Razers Mamba Elite erinnert. Gemäß dem potentiellen Vorbild leuchtet auch das Mausrad bunt. Zudem breitet sich im Inneren der Model O ebenfalls ein Lichtschein aus, der besonders im Dunkeln durch die Waben zu erkennen ist. Die weiße Version der Maus verstärkt diesen Effekt durch die reflektierende Innenseite. Eine weitere LED signalisiert dem Nutzer die derzeitig gewählte Sensorauflösung, aber nur, wenn er die Maus umdreht: Wieso die dpi-Indikation umständlich auf der Unterseite der Model O platziert wurde, bleibt offen.

Eingeschränkt wird die Illumination durch die nicht vorhandene Aufteilung in Zonen: Einzeln ansteuern lassen sich Bereiche oder gar LEDs nicht. Hinsichtlich der Farbgenauigkeit schneiden die Leuchtdioden hingegen gut ab – sowohl absolut als auch in Relation zueinander. Ein gleicher RGB-Wert sorgt bei verschiedenen LEDs für die gleichen Farbe. Auch die Ausleuchtung fällt dicht und gleichmäßig aus.

Primär- und Sekundärtasten

Die Bestückung mit lediglich sechs Tasten weist erneut auf die Auslegung für Shooter hin; für Genres wie MOBAs oder MMORPGs, die durch zahlreiche Makrotasten profitieren können, eignet sich die Model O nur bedingt. Eine weitere Schwäche ist die nur sequentiell mögliche Auflösungsumschaltung: Da abseits der beiden linksseitigen, zur Navigation bestimmten Knöpfe lediglich eine Zusatztaste bleibt, kann die Auflösung nur im Kreis gewechselt werden. Die Tasten selbst reagieren derweil sehr direkt, ein Spielraum zwischen der Abdeckung der Primärtasten und den Tastern existiert nicht. Bei letzteren greift GPCGR auf Omron-Modelle zurück, die mit einer Lebenszeit von maximal 20 Millionen Klicks ausreichend spezifiziert sind.

Das Mausrad ist taktil leicht gerastert, akustisch aber kaum wahrnehmbar. Anders verhält es sich bei den Primärtasten, deren Betätigung in Relation zu anderen Mäusen recht laut vonstatten geht. Der Druckpunkt siedelt sich dabei mit ungefähr 0,6–0,7 Newton im oberen Bereich an, der Hubweg fällt durchschnittlich aus.

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