Pixel 3a im Test: Pixel-3a-Kamera basiert wieder auf Sonys IMX363

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Nicolas La Rocco 186 Kommentare

Google verbaut im Pixel 3a die gleiche Kamera wie im deutlich teureren Pixel 3 oder Pixel 3 XL. Der Sensor stammt mit dem IMX363 erneut aus dem Hause Sony und bietet bei einer Größe von 1/2,55 Zoll 12,2 Megapixel mit einer Kantenlänge von jeweils 1,4 μm. Es handelt sich um einen sogenannten Dual-Pixel-Sensor, bei dem für jedes Pixel ein weiteres für den Autofokus per Phasenvergleich (PDAF) genutzt wird. Andere Sensoren ohne diese Technologie können nur für einen bestimmten Anteil von Pixeln des Autofokus per PDAF durchführen. Vor dem Sensor sitzt ein Objektiv mit f/1.8-Blende und 76 Grad Field of View. Die Kamera bietet zudem einen optischen und einen elektronischen Bildstabilisator. Einzig den Spektral- und Flickersensor, der beim Pixel 3 zwischen Linse und Dual-LED-Blitz sitzt, findet man beim günstigeren Modell nicht. Der Sensor verhindert bei Videoaufnahmen das Flimmern von Lampen oder die Streifenbildung auf Displays, wie dieses Video zeigt.

Pixel Visual Core fehlt

Der Kamera fehlt außerdem der „Pixel Visual Core“ (PVC). Dabei handelt es sich um einen seit dem Pixel 2 verbauten Bildprozessor von Google, mit dem die Bildverarbeitung außerhalb des Snapdragon-Chips stattfindet. Der PVC ist per PCI Express an den Snapdragon 835 und 845 im Pixel 2 und Pixel 3 angebunden und wird anstelle des integrierten ISP verwendet. Über den PVC wird primär das sogenannte Zero-Shutter-Lag-HDR+ abgewickelt, bei dem ein Foto aus mehreren kurz belichteten Schichten zusammengesetzt wird. Das geht auf dem Pixel 3 derart schnell, dass der Anwender im Idealfall nichts davon mitbekommt – ergo Zero-Shutter-Lag-HDR+.

Rückseitige 12,2-MP-Kamera wie im teureren Pixel 3
Rückseitige 12,2-MP-Kamera wie im teureren Pixel 3

Dem Pixel 3a fehlt dieser Chip, sodass die gesamte Bildverarbeitung im Spectra-250-ISP des Snapdragon 670 stattfindet. HDR+ gibt es beim Pixel 3a dennoch und ist ab Werk stets aktiviert. Wer HDR+ nicht nutzen möchte, muss dafür erst die entsprechende Schaltfläche über die Kamera-Einstellungen zurück in den Sucher holen. Zero-Shutter-Lag trifft dennoch auf das Pixel 3a zu, obwohl vermeintlich die Rechenleistung dafür fehlt. Google sagt dazu, dass die Software-Algorithmen des Unternehmens mittlerweile derart intelligent, schnell und genau seien, dass HDR+ auf dem Pixel 3a auch mit Verzicht auf den PVC und mit einem schwächeren SoC möglich sei.

Testaufnahmen mit der Kamera des Pixel 3a

Beispielfotos mit dem Pixel 3a untermauern das Werbeversprechen Googles hinsichtlich HDR+. Das Smartphone findet eine gute Balance zwischen hellen und dunklen Bildbereichen, wobei ein zum Vergleich herangezogenes iPhone Xs Max (Test) aus dunklen Bildbereichen mehr Details holt. Hier geht Apple jedoch manchmal etwas zu weit, sodass die Aufnahmen die Dynamik eines Pixel 3a vermissen lassen. Wird beim Pixel 3a manuell auf einen Bereich des Bildes fokussiert, wie es in der folgenden Galerie bei den Aufnahmen 25 und 29 der Fall ist, wählt die Google-Kamera dennoch stets einen Kompromiss aus hellem und dunklem Bereich. Der dunkle Bereich ist dann aber deutlich dunkler als bei der Konkurrenz. Googles Farben sind prächtig, wenngleich die Darstellung insgesamt kühler als bei den Kontrahenten und schon fast ein wenig zu bläulich ist. An Schärfe und Detailgrad der Google-Fotos gibt es nichts zu meckern.

Google Pixel 3a im Test – Kamera

Night Sight ist wieder mit dabei

Das Pixel 3a unterstützt „Night Sight“ für bessere Aufnahmen bei Nacht. Ein Vergleich zwischen Pixel 3a im normalen Modus, Pixel 3a mit aktiviertem Nachtmodus, iPhone Xs Max, Huawei P30 Pro im Standard- und Nachtmodus sowie Galaxy S10+ ist ab Aufnahme 41 in der Galerie über diesem Absatz möglich. Der Nachtmodus ist beim Pixel 3a nicht zwangsweise notwendig, um bei schummriger oder kaum vorhandener Beleuchtung noch brauchbare Aufnahmen zu schießen, mit „Night Sight“ entstehen aber viel schönere Fotos und das Rauschen wird merklich weniger. Wer die für „Night Sight“ benötigte Belichtungszeit von mehreren Sekunden hat, sollte bei Nacht stets dazu greifen.

Vergleich mit Pixel 3a, iPhone Xs Max, P30 Pro und Galaxy S10+

Nachfolgende Galerie zeigt alle vier Kontrahenten im Direktvergleich nebeneinander. Die beschriebenen Charakteristika lassen sich hier noch einmal gut miteinander vergleichen. Insbesondere bei Nacht sind die großen Unterscheide zwischen Standard- und Nachtmodus gut erkennbar. Außerdem zeigt das Huawei P30 Pro, dass es mit Abstand die besten Ergebnisse aktueller High-End-Smartphones liefert. Googles Mittelklasse-Smartphone hält allgemein betrachtet aber gut mit.

Pixel 3a, iPhone Xs Max, P30 Pro und Galaxy S10+ im Vergleich

Neuer Zeitraffermodus für Videoaufnahmen

Videoaufnahmen sind mit dem Pixel 3a in den gleichen Qualitätsstufen der teureren Pixel 3 möglich. Das bedeutet 4K mit maximal 30 FPS, 1080p mit 30, 60 oder 120 FPS sowie 720p mit 30, 60, 120 oder 240 FPS. Bei der Frontkamera sind 30 FPS bei 1080p, 720p oder 480p das Maximum. Neu ist ein Zeitraffermodus, der nach der Einführung auf dem Pixel 3a für die anderen Pixel-Smartphones kommen wird. Das Feature lässt sich über den Reiter „Mehr“ aktivieren, wo auch der Nachtmodus zu finden ist. Für den Zeitraffer lässt sich eine „Komprimierung“ von 5 x, 10 x, 30 x oder 120 x wählen, was bedeutet, dass 50 Sekunden, 100 Sekunden, 5 Minuten oder 20 Minuten für 10 Sekunden Wiedergabezeit verwendet werden. Der Modus ist aber nicht auf diese Aufnahmezeit beschränkt, es wird lediglich der Faktor der Komprimierung definiert. Das nachfolgende Beispiel ist mit 10 x aufgenommen worden.

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