Pixel 3a im Test: Snapdragon 670 statt Snapdragon 845

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Nicolas La Rocco 186 Kommentare

Dass das Pixel 3a kein Nexus-Smartphone wie noch zu Zeiten des Nexus 4 oder Nexus 5 ist, macht sich am deutlichsten beim Verzicht auf ein High-End-SoC bemerkbar. Statt des Snapdragon 845 ist nun der Snapdragon 670 verbaut, der im August letzten Jahres vorgestellt wurde, seitdem verfügbar ist und somit seit rund neuen Monaten in Smartphones verbaut wird. Der Chip wird in der zweiten Generation der 10-nm-Fertigung (10LPP) bei Samsung gefertigt und entspricht in diesem Punkt dem 845.

Insgesamt acht Kryo-360-Kerne bilden die CPU, wobei zwei davon auf dem ARM Cortex-A76 basieren und mit bis zu 2,0 GHz takten, während die anderen sechs auf dem Cortex-A55 aufbauen und mit bis zu 1,7 GHz betrieben werden. Als GPU kommt das Mittelklassemodell Adreno 615 zum Einsatz, beim Arbeitsspeicher gibt es ein Dual-Channel-Interface für LPDDR4X mit 1.866 MHz, das Pixel 3a kommt auf 4 GB. In den Chip integriert ist das Snapdragon-X12-Modem für LTE mit bis zu 600 Mbit/s. Außerdem sind bis zu 867 Mbit/s schnelles WLAN-ac, Bluetooth 5.0 LTE, NFC sowie die Ortungsdienste A-GPS, GLONASS, Galileo und BeiDou an Bord.

Das Pixel 3a positioniert sich in den Benchmarks im Vergleich zu vielen High-End-Smartphones wie erwartet eher im hinteren Feld, wobei die Leistung durchaus oberhalb aktueller Mittelklassegeräte wie Motorolas G7-Serie (Test) liegt. Der Snapdragon 670 reicht aber nicht an die Leistung eines im Herbst 2017 vorgestellten Snapdragon 835 des Pixel 2 (XL) heran. Das 2016 enthüllte erste Pixel mit Snapdragon 821 wird hingegen beinahe durchweg geschlagen. Die Adreno-615-GPU schließt die Lücke zwischen aktuellen High-End-GPUs und dem, was derzeit in der Mittelklasse verbaut wird, wo häufig noch Snapdragon 63x mit Adreno 50x zum Einsatz kommen.

eMMC statt UFS

Den Speicher-Benchmarks zufolge setzt Google für das Pixel 3a noch nicht auf schnelleren „Universal Flash Storage“ (UFS), denn insbesondere die sequentielle Leserate von leicht über 300 MB/s spricht für eMMC. Mit UFS 2.0 sind Leseraten von 600 MB/s und mehr zu erwarten, älterer UFS 1.0 oder 1.1 wird heutzutage nicht mehr verbaut. Eine hohe sequentielle Schreibrate sowie gute Werte beim wahlfreien Lesen und Schreiben signalisieren immerhin, dass Google zumindest sehr schnellen eMMC verbaut hat. Pixel 3a und Pixel 3a XL werden mit 64 GB nicht erweiterbarem Speicher ausgeliefert, eine Option auf 128 GB gibt es nicht.

Update-Garantie als wichtigstes Kaufkriterium

Google liefert das Pixel 3a mit Android 9.0 Pie aus, wobei das Testgerät noch mit den Sicherheits-Patches von März 2019 statt der aktuellen April-Patches lief. Auch über die manuelle Suche nach Updates wurden die aktuellen Patches nicht angeboten. Angesichts der Erwartungshaltung, dass Updates und Patches auf Pixel-Geräten immer sofort zur Verfügung stehen, hinterlässt das einen faden Beigeschmack.

Dennoch: Die für drei Jahre gültige Update-Garantie für neue Android-Versionen sowie monatliche Sicherheits-Patches ist das Kaufkriterium schlechthin für das Pixel 3a. Das Smartphone wird im Herbst somit in jedem Fall Android Q erhalten, bevor 2020 Android R und 2021 Android S folgen werden. Die Update-Garantie hat damit in der Mittelklasse die gleiche Laufzeit wie im High-End-Segment von Google. Kein anderer Android-Smartphone-Hersteller macht solche Zusagen.

Android nur von Google

Davon abgesehen spricht das Pixel 3a wieder diejenigen Nutzer an, die Android direkt von Google ohne jegliche weitere Veränderungen verlangen. Auch Googles Android-Version hat bei weitem nichts mehr mit dem „Android Open Source Project“ (AOSP) zu tun, dennoch ist Android auf den Pixel-Geräten die für Konsumenten pure Version des Betriebssystems. Wenn Google neue Features anbietet, landen sie unter Garantie zuerst auf Pixel-Smartphones. Außerdem muss man dem Hersteller erneut zugutehalten, wie schnell sich das System im Alltag anfühlt. Die Navigation durch das Betriebssystem, Animationen, Ladezeiten und die wichtigsten Apps des Alltags fühlen sich meistens nicht langsamer als auf teureren Smartphones mit stärkeren Prozessoren an. Die „Pixel-Experience“ hat Google gut auf die Mittelklasse übertragen.

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