Pixel 3a im Test: Akku führt sicher durch den Tag

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Nicolas La Rocco 186 Kommentare

Google stattet das Pixel 3a mit einem 3.000 mAh starken Akku aus, was ein Hauch mehr als beim Pixel 3 mit 2.915 mAh ist. Dem Pixel 3a XL spendiert Google sogar 3.700 mAh, was knapp zehn Prozent mehr als beim Pixel 3 XL mit 3.430 mAh sind. Das lässt bereits ein wenig auf die mögliche Ausstattung eines Pixel 4 im Herbst schließen, die vermutlich nicht schlechter als die Pixel-3a-Generation sein wird.

Im Pixel 3a sorgte der Akku während des Tests unter Verwendung alltäglicher Anwendungen wie Facebook, Twitter, Instagram, Google Maps, YouTube, E-Mail, WhatsApp und Chrome für einen zuverlässigen Betrieb über den gesamten Tag. Der Akku ist grundsätzlich ausreichend, um das Smartphone in den späten Abend- und Nachtstunden noch nutzen zu können. Ein Gerät für zwei Tage, wie es das Huawei P30 Pro oder Mate 20 Pro ist, ist das Pixel 3a allerdings nicht.

Auch in den Akku-Benchmarks schneidet das Pixel 3a gut ab. Beim Streaming eines YouTube-Videos bei kalibrierter Display-Helligkeit von 200 cd/m² sind es über 13 Stunden Laufzeit. Im PCMark, der kontinuierlich Textverarbeitung, Bildverarbeitung, Browser-Nutzung und Offline-Videowiedergabe simuliert, sind es ebenfalls gute 11 Stunden.

Kein kabelloses Laden mehr

Das mitgelieferte Netzteil entspricht mit bis zu 18 Watt (9 V/2 A) über USB Power Delivery den Werten des Pixel 3 und Pixel 3 XL. Google zieht USB Typ C konsequent durch, indem nicht nur am Smartphone, sondern auch am Netzteil dieser Standard verwendet wird. Das beigelegte Ladekabel hat eine Länge von 1 m.

Kabelloses Laden ist beim Pixel 3a nicht mehr möglich, auch nicht beim Pixel 3a XL, obwohl die Rückseite in beiden Fällen durchlässig dafür wäre. Hier hat Google eine weitere Sparmaßnahme vollzogen, um den Preis des Smartphones zu drücken.

Fazit

Das Pixel 3a ist Googles Rückkehr in das normale Preissegment und ein gelungenes Mittelklasse-Smartphone mit einigen Vorzügen, aber auch Nachteilen, wenngleich diese gut kaschiert werden. Verkaufsargument Nummer 1 für das Pixel 3a ist die Update-Garantie für die nächsten drei Jahre. Mit keiner anderen Smartphone-Baureihe haben Anwender für drei Jahre Ruhe und müssen sich keinen Kopf über ausstehende Updates machen. Die Software ist das Alleinstellungsmerkmal schlechthin im Android-Segment. Wer viele und schnelle Updates verlangt, kommt an Googles Smartphones nicht vorbei.

Auf der Habenseite des Pixel 3a stehen jedoch auch die hohe Systemleistung, die im Alltag nicht den schwächeren Snapdragon 670 erkennen lässt, sowie erneut die Google-typisch gute Kamera. Bei schummriger Beleuchtung sehen die Fotos aber erst im Night-Sight-Modus richtig gut aus, hier leistet vor allem Huawei deutlich mehr. Abseits dessen gibt es ein farblich sehr gut abgestimmtes Display, das aber in Sachen Helligkeit schwächelt, und gute Akkulaufzeiten. Pluspunkte wie die soliden Stereo-Lautsprecher oder der schnelle Fingerabdrucksensor führen ebenfalls zum guten Abschneiden.

Google Pixel 3a im Test
Google Pixel 3a im Test

Es bleibt zum Ende des Tests die Frage, ob das Pixel 3a die von Google anberaumten 399 Euro wert ist. Bereits für 100 Euro weniger gibt es schließlich das oftmals bei der Diskussion um den Preis herangezogene Pocophone F1 mit Snapdragon 845. Bei Google ist jedoch die Software das Alleinstellungsmerkmal und Android-Updates kann man bei der Konkurrenz auch für das gesparte Geld nicht kaufen. Wer rein auf Preis und Datenblatt schaut, erhält bei anderen Herstellern mehr fürs Geld, aber nicht unbedingt ein besseres Smartphone, das über mehrere Jahre den Alltag begleiten soll. Und deshalb ist das Pixel 3a dann doch den Aufpreis wert.

Google Pixel 3a
Produktgruppe Smartphones, 07.05.2019
  • Display
    +
  • Leistung Produktiv
    +
  • Leistung Unterhaltung
    +
  • Laufzeit
    +
  • Verarbeitung
    ++
  • Update-Garantie für drei Jahre
  • Android nur mit Google-Anpassungen
  • Gute Kamera bei Tag und mit Night Sight
  • Hohe Systemleistung im Alltag
  • Gute Stereo-Lautsprecher
  • Sehr gut abgestimmtes OLED-Display
  • Gute Akkulaufzeiten
  • Schneller Fingerabdrucksensor
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Display-Helligkeit schwach
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Auslieferung mit alten Patches

ComputerBase hat das Pixel 3a leihweise von Google zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt.

Ein High-End-Pixel muss keine 850 Euro kosten

Zum Abschluss des Tests und bewusst nach dem Fazit muss die allgemeine Preisentwicklung von Smartphones kurz angesprochen werden. Google argumentiert zum Marktstart des Pixel 3a, dass sich angesichts der hohen Preise aktueller High-End-Smartphones eine Lücke zwischen traditioneller Mittelklasse und der High-End-Liga ergeben hätte, in die man nun das Pixel 3a (XL) platzieren könne. Genau für diese Lücke ist Google aber ebenso mitverantwortlich, denn Pixel 3 und Pixel 3 XL kamen letztes Jahr für 849 Euro respektive 949 Euro auf den Markt. Jetzt so zu tun, als hätte sich diese Lücke aus heiterem Himmel einfach so ergeben, ohne dass Google selbst daran beteiligt gewesen wäre, ist der Kundschaft gegenüber nicht ehrlich.

Im Nachgang stellt sich deshalb die Frage, ob ein High-End-Pixel wirklich 450 Euro mehr kosten muss als das heute vorgestellte Pixel 3a. Es wäre für Google ein Leichtes, beim Pixel 4 wieder High End zu vernünftigen Preisen anzubieten. Ein Top-Snapdragon, UFS, der „Pixel Visual Core“, kabelloses Laden und die IP-Zertifizierung dürften den Preis kaum um 113 Prozent steigen lassen. Das robuste Kunststoffgehäuse kann Google gerne auch für die Oberklasse übernehmen. So könnte ein 200 Euro günstigeres Flaggschiff entstehen, das für 649 Euro wieder an frühere Nexus-Zeiten anknüpfen würde.

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