Noctua NH-U12A im Test: Testergebnisse und Fazit

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Thomas Böhm 277 Kommentare

Testsystem und Methodik

Für den Test des NH-U12A wird die AM4-Plattform für Kühlertests genutzt. Dabei kommt ein AMD Ryzen 7 1700X (Test) zum Einsatz, der im geräumigen Thermaltake Suppressor F51 untergebracht wird. Messungen werden sowohl mit Basistakt als auch bei übertaktetem Prozessor durchgeführt. Alle Details zu dem Testsystem und der Methodik hält der Artikel „So testet ComputerBase CPU-Kühler“ bereit.

Messergebnisse

Um verschiedene CPU-Kühler sinnvoll miteinander vergleichen zu können, werden die Konkurrenten nicht bei gleicher Drehzahl, sondern in Relation zum Schalldruckpegel dargestellt. Diese Variante berücksichtigt eine unterschiedliche Anzahl an Lüftern ebenso wie verschiedene Lüfterformate. Im Diagramm wird die Temperaturdifferenz zwischen CPU- und Raumtemperatur auf der Y-Achse gezeigt, während auf der X-Achse der zugehörige Schalldruckpegel des jeweiligen Kühlers aufgetragen wird.

Ein Kühler ist umso leistungsstärker, je weiter unten sich seine Kurve im Diagramm befindet, und umso leiser, je weiter links die Kurve verläuft. Temperaturdifferenzen werden in Kelvin angegeben. Zum Übertragen auf den heimischen PC kann der entsprechende Wert einfach auf die Raumtemperatur in °C addiert werden, um die Prozessortemperatur in °C zu erhalten. Die Farbkodierung im Diagramm zeigt die Kühlerklasse: Kompaktwasserkühlungen sind in Blau, Doppelturm-Luftkühler in Schwarz, größere Tower-Kühler in Orange, mittlere Tower-Kühler in Grün und Topblow-Kühler in Grau dargestellt. Das neue Testmuster ist in Rot abgebildet. Per Klick auf eine Linie im Diagramm wird der entsprechende Legenden-Eintrag hervorgehoben und via Klick auf einen solchen die zugehörige Linie ein- oder ausgeblendet.

Noctua verspricht, dass der NH-U12A mit Tower-Kühlern konkurrieren kann, die mit 140-mm-Lüftern ausgestattet sind. Der Kühler liefert, was sein Hersteller ankündigt: Im Standardtakt des Ryzen 7 1700X ist noch kein Unterschied zur besagten Größenkategorie bemerkbar, doch sobald die CPU übertaktet wird, kann sich der NH-U12A von dieser Konkurrenz abheben. Er sortiert sich zwischen großen Singletower-Kühlern und der Leistungsspitze in Form des NH-D15 sowie Kompaktwasserkühlungen mit 240-mm-Radiator oder größer ein. Ein bemerkenswert gutes Ergebnis für einen Kühler dieser Größe.

Seltsamen Ergebnissen auf der Spur

Überraschend gering ist der Einfluss des zweiten Lüfters auf dem NH-U12A. Tatsächlich ist es im Testsystem unerheblich, ob der Kühler nur mit einem oder mit beiden Ventilatoren betrieben wird. Lediglich im sehr niedrigen Drehzahlbereich (und bei übertakteter CPU) kann sich die Variante mit zwei Lüftern leicht absetzen.

Erst wenn die 140-mm-Gehäuselüfter mit 1.200 U/min anstelle von 800 U/min laufen und zusätzlich die Seitenwand des Gehäuses geöffnet wird, reicht der Luftzug durch das Testsystem aus, um dem NH-U12A mit zwei Lüftern auch bei höheren Drehzahlen einen Vorteil gegenüber der Einzellüfter-Variante zu geben. Da dieses Szenario im Alltag unpraktisch sowie unangenehm laut ist und der Leistungsschub durch zwei Lüfter auf dem Kühler im geschlossenen Gehäuse vernachlässigbar ist, spricht nichts gegen die Verwendung des zweiten Lüfters als Gehäuselüfter. So passt der NH-U12A außerdem problemlos auf Prozessoren mit Quad-Channel-Arbeitsspeicher, ohne die RAM-Module im Heck zu überdecken.

Fazit

Noctua hat mit dem NH-U12A zweifelsohne ein beeindruckendes Stück Ingenieursarbeit abgeliefert. Trotz der verhältnismäßig kompakten Ausmaße lässt der Kühler gleich große und größere Konkurrenz in Sachen Kühlleistung hinter sich. Kombiniert mit zwei tadellosen Serienlüftern ergibt sich so ein Paket, das gemessen an seiner Größe hervorragende Kühlleistung mit leisen Lüftern verbindet – zusammen mit der langen sechsjährigen Garantie und dem Versprechen, auch künftige CPU-Sockel zu unterstützen.

Noctua NH-U12A im Testsystem
Noctua NH-U12A im Testsystem

Selbstverständlich hat dieses Paket seinen Preis – und den nicht zu knapp: Stolze 100 Euro ruft Noctua für den NH-U12A auf. Fast doppelt so viel wie der schon nicht günstige NH-U12S (Test) und immer noch über 10 Euro teurer als ein NH-D15 (Test). Letzterer ist nach wie vor der stärkere Kühler, benötigt dafür aber wesentlich mehr Platz. Wer nicht so tief in die Tasche greifen möchte, erhält außerdem beispielsweise mit dem Scythe Mugen 5 (Test) eine günstigere und nur geringfügig schwächere Alternative in der gleichen Größenkategorie wie der des NH-U12A, wenn auch mit keinem so leisen Serienlüfter.

Dadurch wird der NH-U12A zum Nischenprodukt: Wer höchste Kühlleistung benötigt, findet nach wie vor bessere (und gleichzeitig günstigere) Luftkühler oder kann zu einer AiO-Wasserkühlung greifen. Als kompakte Luftkühler gibt es ebenfalls viele Alternativen, dann jedoch mit etwas weniger Kühlleistung. Dieses „etwas weniger“ reicht allerdings problemlos für gängige Prozessoren aus und ermöglicht sogar einen leichten Spielraum zum Übertakten. Der NH-U12A ist die neue Referenz für 120-mm-Tower-Kühler, aber durch sein Preisschild kein Produkt für die breite Masse.

Noctua NH-U12A
Produktgruppe Prozessorkühler, 21.05.2019
  • Kühlleistung
    ++
  • Qualität Kühlkörper
    ++
  • Qualität Lüfter
    ++
  • Montage
    ++
  • Ausstattung
    +
  • Neue Leistungsreferenz seiner Klasse
  • Hervorragende Serienlüfter
  • Lange Garantie & Support
  • Sehr teuer

ComputerBase hat den Noctua NH-U12A vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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