Vaio SX14 im Test: Akku als potenzielle Achillesferse

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Nicolas La Rocco 95 Kommentare

Der Akku des Vaio SX14 ist mit 35 Wh vergleichsweise klein bemessen. Ein XPS 13 bietet 52 Wh, Lenovos X1 Carbon G6 (Test) kommt auf 57 Wh, die älteren XPS 13 sogar noch auf 60 Wh. Vaio gibt für das SX14 eine Laufzeit von bis zu 8,5 Stunden an, wenngleich sich dieser Wert nur auf die Variante mit Full-HD-Display und nicht die getestete Ultra-HD-Variante bezieht. Dass die vierfache Auflösung teils drastisch die Laufzeit reduzieren kann, hat zuletzt das XPS 13 9380 mit Full-HD-Panel im Vergleich zum XPS 13 9370 mit 4K-Panel und ansonsten fast identischer Hardware gezeigt.

In der Tat schneidet das SX14 im Streaming-Test via YouTube mit rund sechs Stunden Laufzeit eher schlecht ab. Die gehobenen Geräte anderer Hersteller schaffen teils die doppelte Laufzeit und mehr. Vaio erklärte der Redaktion, dass in den ersten Tagen und Wochen nicht die gesamte Kapazität des Akkus abgerufen werden könne, etwa 20 Prozent Spielraum soll es zu Beginn noch geben, damit sich auf die Ladegewohnheiten des Anwenders eingestellt werden könne. Aber selbst mit dann theoretisch leicht über sieben Stunden würde kein guter Wert im Diagramm stehen.

Den Laufzeit-Produktivitätstest mit PCMark 8 konnte ComputerBase auch nach mehreren Versuchen nicht in klassischer Manier auf dem SX14 durchführen, da der Benchmark die OpenCL-Fähigkeiten der Intel-Grafikeinheit partout nicht korrekt erkennen wollte. Das beeinflusst den Benchmark laut UL aber kaum, sodass auch ohne diese Beschleunigung der Wert von nur zweieinhalb Stunden ernüchternd bleibt. Mit vollständig freigegebenem Akku ist mit von rund drei Stunden zu rechnen.

Der PCMark 8 führt im Work-Test gängige Office-Anwendungen durch, darunter Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, das Surfen im Browser und Skype-ähnliche Videokonferenzen.

Fazit: Ein zum Teil gelungenes Comeback

Vaio ist die Rückkehr auf den deutschen Markt über weite Bereiche gelungen. Es gibt nicht nur angesichts der hohen Preise aber auch zwei Punkte mit Verbesserungspotenzial. Zunächst einmal überzeugt das SX14 jedoch mit seinem „TruePerformance“ genannten Kühlsystem, das genau das hält, was der Hersteller verspricht: Viel Leistung bei konstanter Leistung oder wahlweise zwei niedrigere Leistungsstufen bei teils lautlosem Betrieb stehen Anwendern zur Auswahl. Bei Verarbeitung, Display, Anschlüssen und Konnektivität ist das SX14 ebenfalls gut aufgestellt, nur auf Thunderbolt 3 muss verzichtet werden. Im Business-Umfeld dürften der Cardreader sowie vollwertige Buchsen für Ethernet, HDMI und VGA aber wichtiger sein. Auch viele USB-Standards sind verbaut worden. Das LTE-Modul rundet den Fokus auf Business-Kunden ab.

Vaio SX14 im Test
Vaio SX14 im Test

Bei den Eingabegeräten bietet Vaio hingegen Durchschnittskost: Die Tastatur könnte weniger schwammig sein, das Touchpad gerne zwei Nummern größer. Dennoch lässt sich damit noch brauchbar arbeiten, sodass keinesfalls von einem K.-o.-Kriterium gesprochen werden kann. Beim Akku sieht es hingegen etwas anders aus. 35 Wh sortieren sich ganz unten im Premiumsegment ein und werden der Preisklasse einfach nicht gerecht. Das untermauern auch die durchgeführten Akku-Benchmarks. Wer wie viele Business-Kunden oft unterwegs ist, etwa auf Messen oder im Flugzeug ohne Steckdose, findet bei anderen Herstellern deutlich länger durchhaltende Notebooks.

Der erste und ein durchaus großer Schritt ist für Vaio und TrekStor mit dem SX14 allerdings geschafft. Das Notebook lässt sich fraglos als zum Teil gelungenes Comeback bezeichnen. Wenn bei zukünftigen Geräten auf die genannten Kritikpunkte eingegangen wird, könnten der Marke hierzulande wieder rosige Zeiten bevorstehen.

ComputerBase hat das SX14 leihweise von Vaio zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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