Sony Xperia 1 im Test: Kleiner Akku lädt nur per Kabel

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Mahir Kulalic 121 Kommentare

Der Akku des Sony Xperia 1 fällt trotz der potenten Ausstattung und des hochauflösenden Displays mit 3.330 mAh vergleichsweise klein aus. Viele Konkurrenzmodelle bieten mittlerweile Energiespeicher mit etwa 4.000 mAh, das kürzlich erschienene Asus ZenFone 6 sogar 5.000 mAh. Im Lieferumfang des Xperia 1 befindet sich ein Schnellladenetzteil mit 18 Watt Ausgangsleistung. Das Netzteil des Typs UCH32C bietet, anders als die meisten Ladegeräte, einen Typ-C-Anschluss als Eingang. Rund die Hälfte des Energiespeichers wird in einer halben Stunde aufgeladen. Eine komplette Ladung auf 100 Prozent dauert ca. 110 Minuten, rund 90 Prozent werden aber bereits deutlich früher erreicht.

Mehr als ein Tag Ausdauer wird schwer

Die vergleichsweise kleine Kapazität des Akkus im Xperia 1 zeigt sich auch bei den alltäglichen Laufzeiten. Keine Sorgen gibt es für einen Arbeitstag, von morgens bis abends kommt das Smartphone ohne Probleme aus. Der Stamina-Modus kann optional für weiteres Energiesparen sorgen. Der Standby-Verbrauch ist relativ gering, sodass nur bei sehr wenig Gebrauch auch ein zweiter Tag problemlos machbar ist.

Sony Xperia 1 im Test
Sony Xperia 1 im Test
Sony Xperia 1 im Test
Sony Xperia 1 im Test

Trotz des OLED-Displays erreicht das Xperia 1 auch bei den Laufzeitmessungen nur Durchschnittswerte. Im YouTube-Dauertest schafft das Smartphone rund 10,5 Stunden und liegt damit weit abgeschlagen hinter anderen Flaggschiffen mit der gleichen Display-Technologie. Die nominelle Auflösung und die große Fläche des Bildschirms sowie der kleine Akku fordern sichtbar ihren Tribut. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S10+ und das Huawei P30 Pro schaffen im selben Test über 18 Stunden und damit fast doppelt so viel wie Sonys Flaggschiff. Auch im PCMark spiegeln sich die Werte wider: Am Ende stehen beim Xperia 1 knapp 8 Stunden auf der Uhr, was rund 3 Stunden weniger als beim OnePlus 7 Pro, 3,5 Stunden weniger als beim Galaxy S10+ und ganze 11 Stunden weniger als beim Huawei P30 Pro sind. Der Akku des Xperia 1 ist unter konstanter Last als auch im Alltag nicht mehr als Durchschnitt.

Keine Klinke, aber Dual-SIM – oder microSD

Bei der Anschlussvielfalt folgt das Xperia 1 aktuellen Smartphone-Trends, was unter anderem den Wegfall der 3,5-mm-Klinkenbuchse bedeutet. Auf diese verzichtet Sony in seinen Topmodellen seit der Einführung der XZ2-Reihe vor rund eineinhalb Jahren. Ein Adapter von USB Typ C auf Klinke befindet sich im Lieferumfang. Dieser ist auch für das mitgelieferte Headset nötig, denn trotz Verzicht auf den Kopfhöreranschluss nutzen die beigelegten Kopfhörer den analogen Anschluss. Angebunden ist der USB-Port nach 3.1-Standard. Der Anschluss beherrscht im Xperia 1 „Power Delivery“ und „Alternate Mode“ für DisplayPort und HDMI. Für drahtlose Kommunikation stehen WLAN nach ac-Standard, Bluetooth 5.0 mit aptX-Unterstützung und NFC bereit. Zur Ortung kann das Smartphone auf A-GPS, GLONASS, BeiDou und Galileo zurückgreifen.

Das Testmodell unterstützt zudem Dual-SIM, setzt dafür allerdings auf einen Hybridschacht. Bei der Verwendung von zwei SIM-Karten muss daher auf die Speichererweiterung verzichtet werden. Wie bei Sony üblich, startet das Smartphone beim Einlegen und Herausnehmen des SIM-Fachs bei eingelegter SIM-Karte neu. Dies handhabt Sony seit Jahren als einziger großer Hersteller so. Wert legt das Unternehmen auch auf hochauflösende Tonübertragung, daher beherrscht das Smartphone Hi-Res-Audio (Wireless) sowie Sony LDAC. Neben der erwähnten Unterstützung für Qualcomm aptX beherrscht das Xperia 1 außerdem Dolby Atmos sowie Sonys proprietäre DSEE-HX-Technologie. Des Weiteren ist das Modell mit Stereo-Lautsprechern ausgerüstet. Diese klingen kräftig und ausgewogen, der untere Lautsprecher bringt Höhen aber deutlich besser ein, als der Ohrhörer.

Dynamische Vibration sorgt für ein bisschen Kinogefühl

Ein sehr gelungenes Merkmal, das Sony für Video-Apps integriert, ist die sogenannte dynamische Vibration. Hier synchronisiert Sony den Vibrationsmotor mit der Tonspur des Videos, beispielsweise in YouTube oder Netflix, und sorgt so gerade bei tiefen Tönen durch die Vibrationen für einen Effekt, der zumindest ein wenig an die echte Erschütterung eines Subwoofers im Kino erinnert. Im Zusammenspiel mit hochwertigen Kopfhörern kann so noch mehr in Videos eingetaucht werden. Die Intensität der dynamischen Vibration lässt sich gleichzeitig mit der Lautstärke einstellen.

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