RTX 2060 Super & 2070 Super im Test: Nvidias schnellere Antwort auf Radeon RX 5700 (XT) mit RDNA

Wolfgang Andermahr 899 Kommentare
RTX 2060 Super & 2070 Super im Test: Nvidias schnellere Antwort auf Radeon RX 5700 (XT) mit RDNA

tl;dr: Noch bevor AMD am 7. Juli Radeon RX 5700 und RX 5700 XT mit neuer Navi-GPU parallel mit Ryzen 3000 veröffentlicht, legt Nvidia deren direkte Gegenspieler neu auf. Im Test machen GeForce RTX 2060 Super und RTX 2070 Super einen guten Eindruck, nicht nur 8 GB statt 6 GB GDDR6 kosten aber einen Aufpreis.

AMD hat in den letzten Wochen immer mehr Details zu den RDNA-Grafikkarten Radeon RX 5700 und Radeon RX 5700 XT mit Navi-GPU verraten – inklusive dem Erscheinungsdatum 7. Juli und einem Hinweis darauf, dass das größere Modell die GeForce RTX 2070 schlagen könnte. Mit 449 US-Dollar vor Steuern für das größere und 379 US-Dollar für das kleinere Modell visiert AMD auch preislich die direkten Konkurrenten GeForce RTX 2070 (ab 499 USD) und GeForce RTX 2060 (ab 349 US-Dollar) an.

„Super-Turing“ trifft auf RDNA

Doch wenn AMD beide Radeon RX am kommenden Sonntag in den Handel schickt, dann wird die Konkurrenz bereits eine andere sein, denn in der Tat kontert Nvidia den Konkurrenten schon im Vorfeld mit Neuauflagen besagter Turing-Grafikkarten, GeForce RTX 2060 Super und GeForce RTX 2070 Super genannt. Für eine Woche gibt es sie nur auf dem Papier respektive in Benchmarks, zwei Tage nach der neuen Generation von AMD sollen sie aber auch schon im Handel stehen. Die heute parallel präsentierte GeForce RTX 2080 Super wird hingegen erst ab dem 23. Juli verkauft. Muster zu diesem Modell gab es von Nvidia noch nicht.

GeForce RTX: Zweimal super, einmal normal
GeForce RTX: Zweimal super, einmal normal

Hinweis vom 7. Juli 2019: Inzwischen hat AMD den Gegenspieler der GeForce-RTX-Super-Grafikkarten vorgestellt. Radeon RX 5700 und 5700 XT (Test) mit Navi-GPU.

Das ist GeForce RTX Super

Die GeForce RTX 2060 Super soll laut Nvidia etwa 15 Prozent schneller als die GeForce RTX 2060 arbeiten, die zur unveränderten UVP von 369 Euro im Handel bleibt. Neben der schnelleren GPU setzt die 419 Euro teure Super-Variante auf 8 GB statt 6 GB GDDR6 und bügelt damit den größten Kritikpunkt der GeForce RTX 2060 aus. Die GeForce RTX 2070 Super gibt es hingegen weiterhin mit 8 GB GDDR6. Ihre UVP liegt mit 529 Euro zehn Euro über dem niedrigsten Listenpreis des Vorgängers, der ausläuft.

Aktuelles Modell Einstiegspreis lt. Nvidia UVP Founders Edition
GeForce RTX 2080 Ti 999 USD 1.249 Euro
GeForce RTX 2080 Super 739 Euro 739 Euro
GeForce RTX 2080 699 USD 849 Euro
GeForce RTX 2070 Super 529 Euro 529 Euro
GeForce RTX 2070 519 Euro 639 Euro
GeForce RTX 2060 Super 419 Euro 419 Euro
GeForce RTX 2060 369 Euro 369 Euro
durchgestrichen = Variante läuft aus, Preise in USD = vor Steuern

Dasselbe Spiel wird sich am 23. Juli bei der GeForce RTX 2080 Super wiederholen, die ihren Vorgänger ebenfalls zum gleichen Preispunkt mit unverändert 8 GB GDDR6 ablöst.

Nvidia GeForce RTX 2060 Nvidia GeForce RTX 2060 Super Nvidia GeForce RTX 2070 Nvidia GeForce RTX 2070 Super
Chip: TU106 TU104
Transistoren: ca. 10,8 Mrd. ca. 13,6 Mrd.
Fertigung: TSMC 12 nm
Shader-Einheiten: 1.920 2.177 2.304 2.560
Basis-Chiptakt: 1.365 MHz 1.470 MHz 1.410 MHz 1.605 MHz
Maximaler Chiptakt: 1.875 MHz 1.860 MHz 1.815 MHz 1.890 MHz
TFLOPs (FP32): 7,2 TFLOPs 8,1 TFLOPs 8,4 TFLOPs 9,7 TFLOPs
TFLOPs (FP16): 14,4 TFLOPs 16,2 TFLOPs 16,8 TFLOPs 19,4 TFLOPs
KI-Kerne: 240 272 288 320
TFLOPs (FP16) mit KI: 57,6 TFLOPs 64,8 TFLOPs 66,9 TFLOPs 77,4 TFLOPs
Raytracing:
ROPs: 48 64
Pixelfüllrate: 90 GPix/s 119 GPix/s 116 GPix/s 121 GPix/s
TMUs: 120 136 144 160
Texelfüllrate: 225 GTex/s 253 GTex/s 261 GTex/s 302 GTex/s
DirectX (Feature-Level): 12_1
Speichergröße: 6 GB GDDR6 8 GB GDDR6
Speichertakt: 7.000 MHz
Speicherinterface: 192 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite: 336 GB/s 448 GB/s
Leistungsaufnahme Typisch/Maximal: ?/160 Watt ?/175 Watt ?/215 Watt

Die neue GeForce RTX 2060 Super

Die große technische Neuerung der GeForce RTX 2060 Super ist der von 6 GB auf 8 GB anwachsende GDDR6-Speicher. Damit steigt automatisch auch die Speicherbandbreite deutlich an, da das Speicherinterface von 192 Bit auf 256 Bit anwächst. Die GPU bleibt mit dem TU106 in diesem Fall hingegen die gleiche, allerdings sind mit 2.176 ALUs statt vormals 1.920 ALUs mehr Shadereinheiten als bisher aktiv. Der von der GeForce RTX 2070 genutzte TU106-Vollausbau mit 2.304 ALUs wird nicht erreicht. Dafür darf die Super-Variante mit 175 Watt jetzt auch 15 Watt mehr Energie als die GeForce RTX 2060 verbrauchen, während die Taktraten der GPU fast und die des Speichers identisch sind.

Die neue GeForce RTX 2060 Super mit GeForce-RTX-2070-PCB und bekanntem Kühler
Die neue GeForce RTX 2060 Super mit GeForce-RTX-2070-PCB und bekanntem Kühler

Bei der Platine setzt die neue GeForce RTX 2060 Super auf das Modell der GeForce RTX 2070, das schon bisher 8 GB GDDR6 und das 256 Bit breite Speicherinterface bot. Der Kühler bleibt unverändert, ebenso der 8-Pin-Stromanschluss.

Im Marketing ist die GeForce RTX 2060 Super eine aufgepumpte GeForce RTX 2060, technisch kommt sie eher einer GeForce RTX 2070 gleich.

Die neue GeForce RTX 2070 Super

Weil die GeForce RTX 2070 bereits den Vollausbau des TU106 nutzt, greift die GeForce RTX 2070 Super auf den größeren TU104 zurück, der bis jetzt der GeForce RTX 2080 vorbehalten gewesen ist – mit 2.560 Shadern statt deren 2.944 Shadern sind aber weniger ALUs aktiv. Der Speicherausbau bleibt bei 8 GB. Die GeForce RTX 2070 Super darf 215 Watt aufnehmen und damit gleich 40 Watt mehr als der Vorgänger.

Die neue GeForce RTX 2070 Super mit PCB und Kühler der GeForce RTX 2080
Die neue GeForce RTX 2070 Super mit PCB und Kühler der GeForce RTX 2080

Auch die GeForce RTX 2070 Super wechselt auf das PCB der nächst höheren Klasse und weil das der GeForce RTX 2080 schon bisher länger war als das der GeForce RTX 2070/2060, kommt auch deren alter Kühler zum Einsatz. Damit steckt in der GeForce RTX 2070 Super aus technischer Perspektive eher eine leicht bei der GPU abgespeckte GeForce RTX 2080 und keine aufgepumpte GeForce RTX 2070.

Merkmal Nvidia GeForce RTX 2060
Founders Edition
Nvidia GeForce RTX 2070
Founders Edition
Karte PCB-Design Nvidia
Länge, Breite 23,0 cm, 11,5 cm 27,0 cm, 11,5 cm
Stromversorgung 1 × 8 Pin 1 × 6 Pin
1 × 8 Pin
Kühler Design Founders Edition, 2,0 Slot
Kühlkörper Vapor Chamber
Alu-Kern/Radiator
Lüfter 2 × 85 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Nein
Anlaufdrehzahl Immer an
Takt
(Stromsparmodus)
GPU-Basis 1.470 (300) MHz 1.605 (300) MHz
GPU-Durchschnitt 1.650 MHz 1.770 MHz
GPU-Maximum 1.980 MHz 1.965 MHz
Speicher 7.000 (810) MHz
Speichergröße 8.192 MB GDDR6
Leistungsaufnahme Standard TDP 175 Watt 215 Watt
Maximale TDP 215 Watt 260 Watt
Anschlüsse 2 x DisplayPort 1.4
1 x HDMI 2.0b
1 × DVI
1 x VirtualLink
3 x DisplayPort 1.4
1 x HDMI 2.0b
1 x VirtualLink

Beide Founders Editions im Test

Beide Founders Editions eint die neue Kühler-Optik mit spiegelnder Oberfläche und grün hinterlegtem Super-Schriftzug und dass sie beide mit den Referenz-Taktraten laufen. Bisher war das nur bei der GeForce RTX 2060 der Fall, während die GeForce RTX 2070 Founders Edition bereits ein „OC-Modell“ zum höheren Preis war. Gut möglich, dass die Beschwerden der Partner hier Wirkung gezeigt haben. Nicht angegangen ist Nvidia bei den neuen alten Founders Editions die Lüftersteuerung: Im Leerlauf drehen beide Kühler die Ventilatoren weiterhin deutlich hörbar.

ComputerBase hat pünktlich zum Fall des NDA die GeForce RTX 2060 Super Founders Edition und die GeForce RTX 2070 Super Founders Edition im Test. Beide Modelle wird es ab dem 9. Juli in Nvidias eigenem Online-Shop zu kaufen geben. Partnerkarten werden zeitgleich im normalen Handel erscheinen. Sie dürfen auch erst ab diesem Tag getestet werden.

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