Nächste AMD-APU: Renoir mit LPDDR4X-Support und neuer Display Engine

Michael Günsch 66 Kommentare
Nächste AMD-APU: Renoir mit LPDDR4X-Support und neuer Display Engine
Bild: AMD

Über Patches für den Linux-Treiber AMDGPU wurden weitere Details zur kommenden APU-Generation Renoir enthüllt. Demnach wird die integrierte Grafikeinheit der AMD-Prozessoren eine neue Version der Display-Engine (DCN 2.1) erhalten. Zudem wird Renoir LPDDR4X-Speicher unterstützen.

AMD Renoir verwendet neue Display-Engine

Die neuen Codezeilen im Linux-Treiber für AMD Renoir sprechen von „DCN 2.1“, was auf eine aktualisierte Version der Display Core Next genannten Display-Engine von AMD hinweist. Bei den Vorgängern Raven Ridge (Ryzen 2000) und Picasso (Ryzen 3000) lautet die Version noch DCN 1.0. Obwohl inzwischen bekannt ist, dass Renoir eine GPU der Vega-Generation verwendet, liegt die Versionsnummer höher als bei der neuen Navi-10-GPU, die AMD mit DCN 2.0 kombiniert.

Wie Phoronix nach kurzer Prüfung der Codezeilen anmerkte, liefern diese allerdings keine konkreten Hinweise auf die Änderungen mit DCN 2.1.

Jedoch zeigt sich auch in diesem Punkt, dass AMD für Renoir aktualisierte Controller-Einheiten mit Vega kombiniert. Parallel wurde nämlich auch die Multimedia-Engine Video Core Next auf Version VCN 2.0 angehoben.

Linux-Treiber nennt LPDDR4 für Renoir

Die jüngsten Treiber-Patches liefern außerdem konkrete Hinweise auf Unterstützung von LPDDR4-Speicher durch Renoir, der gleich mehrfach erwähnt wird. Dabei deutet sich an, dass auch der schnellste JEDEC-Standard für LPDDR4X mit effektiv 4.266 MHz unterstützt wird.

+#define LPDDR_MEM_RETRAIN_LATENCY 4.977 /* Number obtained from LPDDR4 Training Counter Requirement doc */
[...]
+	if (bw_params->vram_type == LpDdr4MemType) {
.dram_speed_mts = 4266.0

Die Speichergeschwindigkeit hat sich bei AMD-APUs stets als Flaschenhals erwiesen. Mit schnellerem DDR4 oder LPDDR4X ist eine bessere Ausnutzung des Leistungspotenzial der GPU wahrscheinlich. Der Speichercontroller der neuen Ice-Lake-Prozessoren (ICL-U) von Intel unterstützt maximal DDR4-3200 und LPDDR4X-3733. In Benchmarks mit LPDDR4X kann Intels Gen11-GPU von Ice Lake AMD Picasso Intel zufolge knapp schlagen. Renoir könnte seinerseits mit schnellem Speicher das Blatt wieder wenden.

Design und Termin noch ungewiss

Über den Aufbau von Renoir herrscht aber noch große Ungewissheit, sodass nicht einmal bekannt ist, ob AMD wie bei den Vorgängern auf ein monolithisches Design oder aber auf das mit der Zen-2-Architektur eingeführte Chiplet-Design setzt. Ebenso unbekannt ist der Einführungstermin. Die Vorgänger Raven Ridge (2017) und Picasso (2018) hatte AMD jeweils in der Mobile-Version Anfang des Jahres vorgestellt. Sollte AMD der Linie treu bleiben, wäre eine Enthüllung von Renoir für Notebooks auf der CES 2020 im Januar keine Überraschung. Die Desktop-Versionen der APUs erscheinen traditionell später.