Microsoft Pro IntelliMouse im Test: Erstklassige Sensorik, umständliche Software und gute Verarbeitung

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Fabian Vecellio del Monego 82 Kommentare

Die Pro IntelliMouse verfügt über einen ARM-Prozessor und einen internen Speicher unspezifizierter Größe. Die Latenzen des Eingabegerätes betragen bei der ab Werk konfigurierten Abtastrate von 1.000 Hertz eine Millisekunde. Per Software werden zudem Polling-Raten von 500 oder 125 Hertz ermöglicht, die Latenzen steigen entsprechend reziprok proportional. Die Lift-off-Distance beträgt ab Werk rund 2 mm, alternativ lassen sich 3 mm konfigurieren. Tatsächlich liegt die Distanz aber bei minimal 1,5 mm.

Sensorik von PixArt

Beim Sensor greift Microsoft auf eine Iteration der De-facto-Referenz des High-End-Segments zurück: PixArts PAW-3389 ist nahezu direkt mit dem geläufigeren PMW-3389 vergleichbar, der wiederum eine Abwandlung des PMW-3360 darstellt. Der optische Sensor bietet somit zwar mitunter geringere Spezifikationen als die neueste Adaption in Gestalt des PixArt PMW-3391 und bleibt auch hinter der Energieeffizienz von Logitechs Hero-Sensor zurück, doch die praktische Anwendung in einem kabelgebundenen Eingabegerät fällt im Rahmen menschlicher Wahrnehmung identisch aus.

PixArt PMW-3360 PixArt PMW-3389 PixArt PAW-3389 PixArt PMW-3391 Logitech Hero 16K
Sensorik Optisch
Auflösung 200–12.000 dpi 100–16.000 dpi 200–16.000 dpi 100–18.000 dpi 100–16.000 dpi
Geschwindigkeit 6,3 m/s 11,4 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung 490 m/s² > 392 m/s²
Lift-off-Distance ~ 1,3 mm ~ 1,5 mm ~ 1 mm

Einen pauschal besseren Sensor gibt es demnach nicht – das gilt umgedreht aber auch für alle anderen oberhalb gelisteten Sensoren. Die in Relation zum PMW-3360 erhöhte maximale Auflösung von 16.000 Punkten pro Zoll bietet derweil keinen Mehrwert: Bei Empfindlichkeiten jenseits der 10.000 Punkte pro Zoll geht jeglicher Vorteil der akkuraten Sensoren verloren. Das technisch Gebotene weiß durchaus zu beeindrucken, zugunsten der Präzision empfiehlt es sich jedoch, je nach Anzahl der vorhandenen Bildpunkte und des Spielgenres Auflösungen im unteren vier- oder oberen dreistelligen Bereich zu wählen. Bei der Stetigkeit der Abtastrate und den weiteren Sensoreigenschaften ergaben sich keine Auffälligkeiten.

PixArt PAW-3389 (1.000 Hz, Mikrofaseruntergrund)
PixArt PAW-3389 (1.000 Hz, Mikrofaseruntergrund)

Microsoft Maus- und Tastatur-Center

Auch wenn Nutzer der Pro IntelliMouse zum Betrieb unter Windows keine Treiber benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Microsoft bietet mit dem „Maus- und Tastatur-Center“ ein eigenes Programm an, um das Eingabegerät nach eigenem Ermessen im Rahmen eines einzigen Profiles zu konfigurieren.

Kompaktes Programm mit umständlicher Bedienung

Dabei tritt die Software kompakt auf: Die Zusatztasten sowie das Mausrad lassen sich frei belegen. Außerdem kann man über Optionen wie beispielsweise „Winkel andocken“ oder „Einstellung für Schlussleuchten“ das Angle-Snapping in fünf Schritten regeln und die RGB-Beleuchtung statisch anpassen. Zu kompakt sind derweil die Optionen zum Regeln der Sensorauflösung: Lediglich ein fixer Wert lässt sich direkt voreinstellen. Tatsächlich sind jedoch bis zu fünf Voreinstellungen möglich, die aber versteckt und umständlich über die Zusatztasten-Belegung realisiert werden müssen.

Problematisch ist ebenfalls, dass einige Optionen nur umständlich konfiguriert werden können: Es gibt zwar einen Makro-Editor, es lassen sich aber nicht alle beliebigen Tasten kombinieren. Die Software unterscheidet zudem zwischen „Makros“ und „Tastenkombinationen“ – letztere sollen das Defizit der klassichen Makrofunktion ausgleichen, indem sie spezielle Tasten wie beispielsweise „Strg“, „Alt“ oder die Windows-Taste als Teil des wählbaren Tastenpaars voraussetzen. Nicht möglich ist dabei eine Verknüpfung dieser speziellen Tasten: „Windows“ und „Tab“ lassen sich nicht konfigurieren.

Vorgefertigte Tastenkombinationen reagieren träge

Stattdessen bietet die Software zumindest diese unter Windows dem Multitasking dienliche Kombination beschnitten als „Gefilterte Vorgangsansicht“ an, ebenso lässt sich beispielsweise die Windows-eigene Zoomfunktion direkt zuweisen. Diese Aufteilung der Zuweisungen ist nett gemeint, verwirrt aber letztendlich nicht nur, sondern verhindert auch einige Kombinationen vollends.

Hinzu kommt, dass bei Betätigung der „Gefilterten Vorgangsansicht“ nicht die entsprechende Tastenkombination nativ simuliert wird, sondern die Software auf eigene Faust arbeitet. Entsprechend sind manche Zuweisungen nur mit im Hintergrund laufendem Programm möglich und werden stets mit Zeitverzögerung ausgeführt. Eine native Umsetzung, wie sie andere Mäuse meist bieten, hat dieses Problem nicht.

Positiv ist anzumerken, dass das Programm grundsätzlich komplett beendet werden kann, ohne den Funktionsumfang der Maus einzuschränken – lediglich auf die wenigen vorgefertigten Zuweisungen von Windows-Funktionen müssen Nutzer dann verzichten. Sofern die Software jedoch im Hintergrund läuft, verhält sie sich hinsichtlich der benötigten Leistung sparsam und informiert in der unteren rechten Bildschirmecke dezent über Änderungen der Sensorauflösung.

Verarbeitung auf hohem Niveau

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität finden sich keine Mängel. Das Chassis der Pro IntelliMouse erweist sich als sehr stabil, auch bei höherem Kraftaufwand bleiben temporäre Eindellungen oder ein Knarzen gänzlich aus. Beim Schütteln verhält sich die Maus unauffällig und still; bewegliche oder nicht ganz fest sitzende Teile gibt es nicht. Die Materialwahl bietet indes zumindest potentiell Spielraum für Abnutzungserscheinungen: Gummierte Elemente gehen stets mit einer höheren Abriebwahrscheinlichkeit einher.

Tatsächlich besorgniserregend ist keine dieser Beanstandungen, solange die Maus ordnungsgemäß verwendet wird. So zeigten sich nach rund eineinhalb Wochen Alltagsgebrauch keine Mängel.

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