Endgame Gear XM1 im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

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Fabian Vecellio del Monego 70 Kommentare

Die XM1 verfügt über einen ARM-Prozessor und einen internen Speicher unspezifizierter Größe. Die Latenz des Eingabegerätes beträgt bei der ab Werk konfigurierten Abtastrate von 1.000 Hertz eine Millisekunde. Es werden zudem Polling-Raten von 500 und 250 Hertz unterstützt, die Verzögerung steigt entsprechend reziprok proportional.

Bewährte Sensorik von PixArt

Während die Konkurrenz überwiegend auf PixArts PMW-3360 setzt, sieht sich Endgame Gear mit dem der Nummerierung zufolge überlegenen PMW-3389 stärker aufgestellt. Auf dem Papier erscheint das zunächst einleuchtend: Das neuere Derivat der altgedienten High-End-Referenz bietet mit maximal 11,4 statt 6,3 m/s eine höhere messbare Geschwindigkeit, die auch die Reichweite von Logitechs Hero-Sensor übertrifft. Die gestiegene höchstmögliche Sensorauflösung von bis zu 16.000 Punkten pro Zoll kommt als mehr oder minder belanglose Dreingabe hinzu.

PixArt PMW-3360 PixArt PMW-3389 PixArt PMW-3391 Logitech Hero 16K
Sensorik Optisch
Auflösung 200–12.000 dpi 100–16.000 dpi 100–18.000 dpi 100–16.000 dpi
Geschwindigkeit 6,3 m/s 11,4 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung 490 m/s² > 392 m/s²
Lift-off-Distance ~ 1,3 mm ~ 1,5 mm ~ 1 mm

Bei tatsächlicher Verwendung zeigen sich zwischen allen aufgeführten Sensoren jedoch keine im Rahmen menschlicher Wahrnehmung feststellbaren Unterschiede. Alle Modelle arbeiten präzise und verzichten im relevanten Auflösungsbereich auf Glättung oder sonstige Nachbearbeitung. Unterschiede bezüglich des Zielens in Spielen lassen sich demnach zwischen PixArt PMW-3389 und dessen direkter Verwandtschaft sowie zu Logitechs Pendant nicht ausmachen. Auch konkrete Software-Tests der XM1 bescheinigen dem PMW-3389 repetitiv exzellente Werte, wobei die Abtastrate ebenfalls stabil ausfällt.

Die Lift-off-Distance indes gibt Endgame Gear mit minimal 2 mm recht hoch an, per Software lässt sich jene gar um einen weiteren Millimeter steigern. Tatsächlich schneidet die XM1 in der geringeren Konfiguration aber schon bei rund 1,5 mm zuverlässig ab – ein ausreichend niedriger Wert, um beim Anheben des Eingabegerätes keine größeren Verschiebungen des Mauszeigers hervorzurufen.

PixArt PMW-3389 (1.000 Hz, Mikrofaseruntergrund); Kringel mit 400, 1.000 und 1.600 dpi gezeichnet
PixArt PMW-3389 (1.000 Hz, Mikrofaseruntergrund); Kringel mit 400, 1.000 und 1.600 dpi gezeichnet

Spartanische Software

Auch wenn Nutzer zum Betrieb der XM1 keine besonderen Treiber benötigen, empfiehlt es sich, zusätzliche Software zu installieren. Endgame Gear bietet ein eigenes Programm an, um beispielsweise die Sensorauflösung oder die Lift-off-Distance der Maus nach eigenem Belieben zu konfigurieren. Der Download ist über die Website des Herstellers möglich.

XM1 Configuration Software

Sofern sich Nutzer mit den vier ab Werk vordefinierten Auflösungen (400, 800, 1.600 & 3.200 dpi) zufriedengeben, bietet das Programm allerdings nur einen geringen Mehrwert – abgesehen von einer wichtigen Funktion: Allen Nutzern der XM1 sei geraten, die angebotene Firmware-Aktualisierung zu vollziehen. ComputerBase führte den Test mit der Firmware-Version 1.62 durch. Endgame Gear selbst verweist darauf, dass es mit älteren Versionen zu Problemen kommen kann.

Abseits dessen erlaubt die „Configuration Software“ zudem das Einstellen von vier beliebigen Auflösungen, denen eine von acht vorgegebenen Farben zur Kodierung zugewiesen werden kann. Jene erfolgt subtil über die beiden RGB-Leuchtdioden auf der Unterseite der Maus. Über den Knopf daneben lassen sich auch die dpi-Profile durchschalten. Gleiches gilt für die USB-Abtastrate, doch auch hier ist die Anpassung per Software möglich. Das Programm erlaubt es zudem, die Lift-off-Distance zu erhöhen und per „Ripple Control“ eine glättende Nachbearbeitung bei hohen Sensorauflösungen zu aktivieren.

Enttäuschend ist jedoch die Anpassbarkeit der Tastenbelegung: Endgame Gear erlaubt es lediglich, Mausrad und Zusatztasten zu deaktivieren. Eine Umbelegung oder gar das Erstellen individueller Makrokombinationen ist nicht möglich. Der Hersteller ist sich dieses Defizits bewusst, verweist allerdings auf die spezifische Auslegung der XM1: Die Maus sei „für den professionellen Einsatz konzipiert und der Einsatz von Maus-Software [...] auf vielen Tournaments verboten.“ In Spielen sei die Zuweisung benötigter Aktionen ohnehin direkt möglich, außerhalb dessen sollten Nutzer auf Drittanbieter-Software zurückgreifen. Dass die vollständige Funktionalität der XM1 auch ohne aktive Software gegeben ist, lässt sich folglich kaum positiv hervorheben.

Programmierst du die Zusatztasten deiner Maus?
  • Ja, ich nehme eigene Makro-Abfolgen auf und weise diese den Maustasten zu
    19,3 %
  • Ja, ich wähle und speichere von der Software vorgegebene Tastenaktionen
    17,6 %
  • Nein, ich gebe mich mit den ab Werk konfigurierten Zusatzfunktionen zufrieden
    28,6 %
  • Nein, ich nutze keine Zusatztasten
    34,5 %

Verarbeitung auf hohem Niveau

Sehr positiv hervorzuheben ist derweil die Verarbeitung der XM1: Die Maus ist trotz des geringen Gewichts sehr robust. Auch mit hohem Kraftaufwand lässt sich das Chassis nirgends auch nur temporär eindellen und beim Schütteln ist kein Klappern zu vernehmen. Es überrascht daher nicht, dass die Spaltmaße durchweg akkurat ausfallen. Die Oberfläche ist indes resistent gegenüber Kratzern, nicht aber vor Fingerabdrücken gefeit. Generell ist Fett auf der Maus sehr leicht sichtbar, aber dank der schlichten Formgebung ebenso leicht entfernbar.

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