Model O- im Test: MM710 und Model O perfekt gekreuzt

Fabian Vecellio del Monego 53 Kommentare
Model O- im Test: MM710 und Model O perfekt gekreuzt

tl;dr: Im Mai dieses Jahres verdiente sich die Model O auf Grund ihrer erstklassigen Präzision und hervorragenden Gleiteigenschaften eine Empfehlung der Redaktion. GPCGR will nun mit der Model O- auch Interessenten kleinerer Mäuse bedienen und senkt nicht nur das Gewicht, sondern verbessert auch die Fertigung.

Mit rund 128 mm Länge und 38 mm Höhe ist die im späten Frühling in den Markt entlassene Model O (Test) recht groß. Für den Palm-Grip erwies sich das Eingabegerät folglich als bestens geeignet, während die Nutzung im Fingertip-Grip überwiegend Interessenten mit großen Händen vorbehalten war. Mit der kleineren Model O- will Hersteller Glorious PC Gaming Race dem nun begegnen und senkt dabei das Gewicht weiter: Aus 67 respektive 68 g für die matte und glänzende Variante werden bei der kleinen Schwester 58 respektive 59 g. Die vergleichbar große MM710 (Test) von Cooler Master wiegt derweil mit lediglich 53 g noch weniger.

Zumindest in der Theorie eint beide kleinen Leichtgewichte die Konkurrenz zur Ultralight 2, doch Finalmouses neuestes Eingabegerät stellt bedingt durch die selbstverschuldet miserable Verfügbarkeit keine Gefahr dar. Andere dem Trend möglichst leichter Shooter-Mäuse folgende Neuvorstellungen der letzten Monate sind indes konsequent größer und – wenngleich oftmals nur geringfügig – schwerer.

Glorious PC Gaming Race Model O
Glorious PC Gaming Race Model O-
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: PixArt PMW-3360
Optisch
Lift-Off-Distance: 1,5 – 3,0 mm
Auflösung: 400 – 12.000 dpi
6 Stufen
Geschwindigkeit: 6,3 m/s
Beschleunigung: 490 m/s²
USB-Abfragerate: 1.000 Hz
Primärtaster: Omron D2FC, 20 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 6
Oberseite: 4
Linkseitig: 2
Sondertasten: Mausrad, dpi-Umschalter
Software: 10 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme
Interner Speicher: 1 Profil
Beleuchtung: Farbe: RGB, 1 Zone
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
dpi-Indikator
Gehäuse:
128 × 66 × 38 mm
Hartplastik
Variante
128 × 66 × 38 mm
Hartplastik
Glanzelemente
120 × 63 × 36 mm
Hartplastik
Variante
120 × 63 × 36 mm
Hartplastik
Glanzelemente
Gewicht:
67 Gramm (o. Kabel)
Variante
68 Gramm (o. Kabel)
58 Gramm (o. Kabel)
Variante
59 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A-Kabel, 2,00 m, umwickelt
Preis: ab 50 € / ab 50 € / ab 55 € / ab 54 € ab 50 € / ab 50 € / ab 55 € / ab 55 €

Hinsichtlich der unverbindlichen Preisempfehlung der Model O- orientiert sich GPCGR exakt am Preis der größeren Model O: Die wahlweise in Schwarz oder Weiß erhältliche matte Variante des Eingabegerätes schlägt mit rund 50 Euro zu Buche, während sich die Kosten für die beiden glänzenden Versionen auf 55 Euro belaufen. Für die ebenfalls schwarz oder weiß gefärbte MM710 verlangt Cooler Master derweil unabhängig von der Oberflächenbeschaffenheit stets 50 Euro.

Geschrumpftes Chassis mit gleichem Inhalt

Ohne direkten Vergleich lassen sich Model O und Model O- kaum auseinanderhalten, denn das Gehäuse der kleineren Maus entspricht tatsächlich fast genau dem der größeren – nur eben in kleinerem Maßstab. Somit bleibt zumindest auf der Oberseite auch die Anzahl der Löcher gleich, wenngleich diese etwas näher aneinander liegen. Auf der Unterseite wurden hingegen ein paar Anpassungen vorgenommen, um das kleinere PCB befestigen zu können.

Stabileres Gehäuse in vier Varianten

Das noch feinere Gitter legt den Verdacht nahe, die Model O- sei nochmals filigraner als die Model O. Bei jener kritisierte ComputerBase die geringe strukturelle Integrität des Chassis, die dazu führte, dass die Zusatztasten durch erhöhten Druck auf das Gehäuse betätigt werden können und die Maus generell recht leicht temporär einzudellen ist. Die Model O- teilt diese Schwächen jedoch nicht und überrascht mit unerwartet hoher Stabilität. Auf eine Rückfrage seitens ComputerBase gab der Hersteller zu verstehen, dass dies nicht nur dem kleineren Formfaktor geschuldet sei, sondern die Fertigung beider Mäuse allgemein angepasst und verbessert wurde. Demzufolge wären auch neuere Modelle der Model O robuster. Davon konnte sich ComputerBase jedoch nicht selbst überzeugen.

Im Falle der Model O- zeigt sich die angepasste Produktion allerdings zusätzlich in leiseren und sich etwas direkter anfühlenden Maustasten sowie einer geringfügig steiferen Rasterung des weiterhin sehr leisen Mausrads. Am Druckpunkt der Taster hat sich derweil nichts geändert. Ein einziger Kritikpunkt findet sich indes bei den beiden Primärtasten­abdeckungen, die – im Gegensatz zur Model O – ein wenig wackelig und mit zu hohem vertikalen Spielraum erscheinen. So groß wie bei der MM710 fällt dieser zwar nicht aus, spürbar ist er jedoch mit rund einem Millimeter allemal.

Ungeachtet dessen sind der Model O- die gleichen ergonomischen Eigenschaften zuzusprechen wie zuvor der großen Schwester: Die auf Grund der lediglich linksseitig platzierten Tasten für Rechtshänder ausgelegte Maus verfügt weiterhin über ein symmetrisches Chassis, dessen konkave Flanken und etwas breiteres Heck nun nicht mehr an BenQs Zowie FK1, sondern an die kleinere FK2 erinnern.

In der Hand liegt die Model O- demnach sehr selten schlecht, aber auch selten sehr gut. Falsch macht sie damit prinzipiell nichts: Sofern kein Palm-Grip mit allzu großen Händen versucht wird, lässt sich die Maus komfortabel bedienen. Diese Zielgruppe deckt ohnehin schon die herkömmliche Model O ab, die folglich auch beim Claw-Grip mit sehr großen Händen vorzuziehen ist. Insgesamt dürfte die Model O- jedoch im Zweifelsfall die sicherere Wahl sein: Kleinere Mäuse liegen in großen Händen in der Regel besser als große Mäuse in kleinen Händen.

Es bleibt die Frage nach der Wahl zwischen den zwei verschiedenen Oberflächenmaterialien: Die matte Variante ist potentiell weniger anfällig für Schweiß und Fingerabdrücke, während die glänzende Version eine höhere Haftung bietet, solange sie eben trocken bleibt. Hier ist es dem Nutzer überlassen, ob er zum Aufpreis von 5 Euro eine glatt polierte Textur erstehen möchte. Der Schritt von 58 zu 59 g bleibt dabei unbemerkt.

Wie hältst du deine Maus?
  • Ich nutze nur die Fingerspitzen und halte sie im Fingertip-Grip
    28,1 %
  • Ich halte sie im Claw-Grip, also mit Handballen und Fingerspitzen
    22,7 %
  • Ich lege meine Hand im Palm-Grip möglichst ganz auf die Maus
    32,0 %
  • Ich ändere meine Griffweise je nach Situation und Belieben
    15,3 %
  • Ich nutze keine Maus
    2,0 %

Zweiter Platz bei den Gleiteigenschaften

Auch die vier weißen PTFE-Gleitfüße und das flexible umwickelte Kabel der Model O bleiben erhalten. In Kombination mit dem sehr geringen Gewicht der Maus ergeben sich folglich exzellente Gleiteigenschaften, die die der großen Schwester übertreffen. Im direkten Duell gegen die MM710 hat die Model O- allerdings das Nachsehen. Erstklassig und auf dem höchsten Niveau kabelloser Mäuse gleitet sie dennoch. Hinsichtlich der Balance ist erwähnenswert, dass der Schwerpunkt der Model O- im vorderen Bereich der Maus ungefähr auf der Höhe der seitigen Zusatztasten liegt. Einer Handhabung im Fingertip-Grip ist das potentiell zuträglich – und damit eine gute Wahl des Herstellers, denn für die Verwendung im Claw- oder Palm-Grip ist das Eingabegerät ohnehin zu leicht, als dass es aus dem Gleichgewicht geraten könnte.

Sensorik auf erwartungsgemäß höchstem Niveau

Gar keine Änderungen gibt es indes bei der Sensorik und der Software. GPCGR setzt weiterhin auf eine USB-Abfragerate von bis zu 1.000 Hertz und PixArts PMW-3360, folglich ist auch die Model O- erstklassig präzise. Die Cooler Master MM710 nennt derweil zwar einen der Nomenklatur nach leistungsstärkeren PMW-3389 ihr Eigen, im Rahmen menschlicher Wahrnehmung sind zwischen beiden Sensoren jedoch keine Unterschiede spürbar. Gleiches gilt für den Vergleich zum noch höher auflösenden PMW-3391 oder zu Logitechs Hero-Sensor.

PixArt PMW-3360 PixArt PMW-3391 PixArt PMW-3389 Logitech Hero 16K
Technik Optisch
Auflösung 400–12.000 dpi 100–18.000 dpi 100–16.000 dpi 100–16.000 dpi
Geschwindigkeit 6,3 m/s 10,2 m/s 11,4 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung 490 m/s² > 392 m/s²
Lift-off-Distance ~ 2 mm ~ 1,5 mm ~ 1,3 mm ~ 1 mm

Bei der gleichen hervorragenden Ausgangsposition der Model O- und der MM710 ist folglich die Positionierung des Sensors entscheidender. Bei ersterer befindet er sich ein wenig nach vorne versetzt, bei letzterer leicht nach hinten verschoben.

Da der Schwerpunkt der Model O- wie beschrieben ohnehin ein wenig vorne liegt, ist die Position optimal für den Fingertip-Grip, mit dem es bei der MM710 potentiell zu einem leicht verfälschten Verhalten des Mauszeigers kommen kann: Da die Maus bei ausufernden Links- oder Rechtsbewegungen zwangsläufig auch ein wenig gedreht wird, der Drehpunkt im Fingertip-Grip aber hauptsächlich durch Kontakt- und Schwerpunkt der Finger respektive Maus bestimmt wird, liegt der Sensor hinter der Stelle, mit der der Nutzer zu zielen gedenkt.

Die MM710 ist der Model O- wiederum eventuell überlegen, wenn die kleine Maus mit hohem Heck im Palm-Grip bedient wird, da der Sensor dann genau auf halbem Weg zwischen Fingerspitzen und Handballen liegt. Dem vorzuziehen ist allerdings schlichtweg die größere Model O, wenngleich der Model O- ohnehin keine Vorwürfe zu machen sind: Auch im Palm-Grip sind die Mauszeiger­bewegungen stets vorhersehbar, wenn die Hände des Nutzers nicht zu groß ausfallen.

Kompakte und gelungene Software

Völlig unverändert ist die optionale Glorious-Software. Nach wie vor erlaubt das Programm die Anpassung und farbliche Kodierung der Sensorauflösung in sechs Stufen und auch die Entprellzeit der Primärtaster lässt sich adjustieren. Für die Zusatztasten stehen derweil vordefinierte Belegungen und ein Makro-Editor zur Verfügung. Voreinstellungen finden sich ebenso bei der Beleuchtung, die allerdings trotz Leuchtdioden am Mausrad und an den Seiten nur als eine einheitliche Zone angesprochen werden kann – unabhängig des gewählten Effekts.

Besonders im Vergleich zu Razers Viper ist es als positiv anzumerken, dass das Programm unabhängig von der Komplexität gewählter Makros oder Effekte komplett beendet werden kann. Allerdings ist das nur für ein einziges Profil möglich, mehr Platz bietet der integrierte Speicher nicht.

Auch die Model O- ist empfehlenswert

Dass die Model O- angesichts der hervorragenden Leistung der Model O (Test) mit hoher Sicherheit ebenfalls eine gut Shooter-Maus sein würde, war seit ihrer Ankündigung absehbar. Tatsächlich macht die kleine Schwester aber gar einen nochmals runderen Gesamteindruck als die der Redaktion vorliegende Model O der ersten Fertigungsreihe. Das wiederum liegt nicht am für kleinere Hände und den Fingertip-Grip ansprechenderen Formfaktor, sondern an der verbesserten Stabilität des Gehäuses.

Da die Sensorik, die Tasten und auch die Software gleich und damit sehr gelungen bleiben, lassen sich lediglich die geringfügig wackelnden Primärtasten­­abdeckungen und auf hohem Niveau die unter Vorbehalt der Seitentasten lediglich sequentiell mögliche Umschaltung der Sensorauflösung kritisieren.

Nichtsdestoweniger liefert die Model O- ebenso ein minimal runderes, aber mutmaßlich für das Gros an Anwendern passenderes Gesamtpaket, als zuletzt Cooler Master mit der MM710 (Test). Diese Folgerung fußt minder auf der vorhandenen und durchaus opulenten RGB-Beleuchtung, sondern allem voran auf der spürbar besseren Stabilität des Mausrads und der Tasten, der für die meisten Situationen besseren Positionierung des Sensors und zuletzt der potentiell sichereren – weil erprobteren und zurückhaltenderen – Ergonomie.

Die MM710 wiederum punktet mit nochmals besseren Gleiteigenschaften, einer staub- und wasserabweisenden Beschichtung und im Falle der Varianten mit glänzender Oberfläche einem geringerem Preis – und stellt somit eine gute Alternative dar, sofern der Claw- oder Palm-Grip präferiert wird oder Nutzer die Haptik als subjektiv ansprechender empfinden. Interessenten mit größeren Händen und einer Vorliebe für den Palm-Grip sei derweil zum Blick auf die herkömmliche Model O, die Endgame Gear XM1 oder die Razer Viper (Test) empfohlen. Letztere sticht zwar mit höheren Kosten hervor, ist dank gespiegelter Seitentasten aber auch für Linkshänder geeignet.

Glorious PC Gaming Race Model O- (Glossy White)
Produktgruppe Mäuse, 23.09.2019
  • Qualität
    +
  • Sensorik
    ++
  • Ergonomie & Oberfläche
    +
  • Gleiteigenschaften
    ++
  • Software
    +
  • Erstklassiger Sensor
  • Äußerst geringes Gewicht
  • Sehr flexibles Kabel
  • Vollständige Funktionalität ohne Software im Hintergrund
  • Gesteigerte Anfälligkeit für Verunreinigungen
  • Sequentielle Auflösungsumschaltung
ComputerBase-Empfehlung für Glorious PC Gaming Race Model O- (Glossy White)

ComputerBase wurde die Model O- leihweise von Caseking zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Händlers oder des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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