PocketBook InkPad 3 Pro im Test: PDF-Darstellung und Bluetooth-Funktionalität

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Michael Schäfer 45 Kommentare

PDF-Reflow erneut erstklassig

Wo andere Hersteller schwächeln, zeigt PocketBook erneut seine Stärken, denn auch beim InkPad 3 Pro lässt der Hersteller hinsichtlich PDF-Darstellung die Konkurrenz weit hinter sich. Selbst große Dokumente werden schnell geladen und auch das Navigieren darin geht dank des großen Arbeitsspeichers zügig von der Hand. Zwar ist das Display mit seinen 7,8 Zoll für manche Dokumente immer noch etwas zu klein geraten, durch die integrierte Crop-Funktion und das Abschneiden der nicht selten großen weißen Seitenränder kann jedoch einiges an Platz hinzugewonnen und dadurch die Anzeige vergrößert werden.

Sollten dies, die Nutzung des Readers im Querformat sowie das Navigieren durch einzelne Spalten immer noch nicht ausreichen, greift der versierte Nutzer zum PDF-Reflow. Dabei wird der Text aus dem Dokument herausgelöst, um ihn anschließend wie bei einem normalen E-Book darzustellen. Dies ermöglicht auch zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten, wobei jedoch die eigentliche Formatierung des Dokumentes verloren geht.

Im Test funktionierte das PDF-Reflow bei zahlreichen Dokumenten sehr gut. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Inhalte auch als Text im Dokument eingebettet sind – bei PDF-Dateien, die nur aus Bildern bestehen, kann auch diese Funktion nichts ausrichten.

Hans und Marlene erneut hektisch

Die Vorlesefunktion ist auch beim neuen InkPad-Vertreter vorhanden. Diese basiert nach wie vor auf der IVONA-TTS-Engine, bei der in der deutschen Variante Inhalte mit den Stimmen von „Hans“ und „Marlene“ ausgegeben werden. Die Stimmen scheinen, zumindest was Betonungen angeht, etwas dazugelernt zu haben, auch wenn diese von der Natürlichkeit eines professionell eingesprochenen Hörbuchs weit entfernt sind, da Pausen bei diversen Satzzeichen nur selten eingehalten werden. Die Geschwindigkeit der Wiedergabe lässt sich zum besseren Verständnis nun auch einstellen. Für Menschen mit Sehstörungen könnte gerade diese Funktion jedoch einen deutlichen Mehrwert darstellen – obwohl für diese Nutzerschaft ein akustisches Feedback der einzelnen Menüpunkte unabdingbar wäre.

Da das System bis zu 15 Sprachen unterstützt, könnte diese Funktion durch das Vorlesen entsprechender Bücher zudem hilfreich beim Erlernen von Fremdsprachen sein.

Verbesserte Audio-Funktion und Bluetooth

Wie bereits das InkPad 3 stattet PocketBook auch den neuen Vertreter mit einer Audio-Funktion aus. Während beim Vorgänger jedoch eine Kabelverbindung zum Ausgabegerät, die beim neuen Flaggschiff alternativ ebenso genutzt werden kann, herangezogen wurde, verfügt der neue Reader zusätzlich über die mit dem Touch HD 3 (Test) erstmals bei PocketBook eingeführte Bluetooth-Unterstützung.

Bluetooth-Lautsprecher lassen sich mit dem InkPad 3 Pro leicht koppeln
Bluetooth-Lautsprecher lassen sich mit dem InkPad 3 Pro leicht koppeln

Die Verbindung zu diversen Bluetooth-Lautsprechern klappte im Test problemlos, jedoch verbindet sich der Reader nach Deaktivierung des Moduls bei erneuter Aktivierung nicht wieder automatisch mit dem zuletzt verbundenen Endgerät. Wird der Reader jedoch ausgeschaltet oder geht in den Ruhezustand, wird die Verbindung nach der Reaktivierung wieder mit dem vorher genutzten Endgerät hergestellt.

Auch der normale Audio-Player wurde aufgewertet
Auch der normale Audio-Player wurde aufgewertet

Im Gegensatz zum Hauptkonkurrenten Kindle Oasis 3 (Test) von Amazon, der bei der Audio-Funktion lediglich die Ausgabe von Audible-Inhalten zulässt, besitzen Nutzer des InkPad 3 Pro eine deutlich größere Flexibilität. Der reine Audio-Player wurde darüber hinaus seitens des Herstellers seit dem InkPad 3 leicht aufgewertet: Verfügte der Abspieler zum damaligen Zeitpunkt lediglich über eine rudimentäre Funktionsvielfalt plus Erstellung von Abspiellisten, lassen sich in der neu gestalteten Version nun auch Klangeinstellungen vornehmen.

Für Hörbuchfreunde hält PocketBook zudem eine spezielle Applikation bereit, die mit einigen nützlichen Funktionen aufwartet. Dies beginnt bereits bei der Übertragung der Inhalte: Während der normale Musik-Player auf einzelne Dateien im MP3-, OGG- oder M4B-Format angewiesen ist, können Hörbücher auch als gepackte ZIP-Datei auf das Gerät gebracht werden. Dies besitzt den Vorteil, dass das jeweilige Hörbuch als Ganzes angezeigt wird und sich die Navigation dadurch einfacher gestaltet. Dafür sind diese Dateien jedoch nur über die Hörbuch-App abspielbar.

Auch wenn beide Player-Applikationen sich die letzte Abspielposition merken, um zu einem späteren Zeitpunkt die Wiedergabe an der letzten Stelle fortsetzen zu können, lassen sich bei den Hörbüchern zusätzlich Lesezeichen setzen.

Die Hörbuch-App bringt einige sinnvolle Funktionen mit sich
Die Hörbuch-App bringt einige sinnvolle Funktionen mit sich

Negativ anzumerken ist jedoch, dass PocketBook Audio-Inhalte nach wie vor nicht in der Bibliothek aufführt. Hier soll anscheinend eine strikte Trennung beibehalten werden, was jedoch das Aufrufen entsprechender Inhalte etwas umständlich gestaltet.

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