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C:\B_retro\Ausgabe_1\: Neue Serie behandelt IT der 1980er bis 2000er Jahre

Sven Bauduin
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C:\B_retro\Ausgabe_1\: Neue Serie behandelt IT der 1980er bis 2000er Jahre

tl;dr: C:\B_retro, ein neues Wochenendformat auf ComputerBase, wirft regelmäßig einen unterhaltsamen und zugleich spannenden Blick zurück auf drei Jahrzehnte bewegte Geschichte und die rasante Entwicklung der Computerszene. Was geschah zwischen 1980 und 2010? Geschichten von Mythen, Meilensteinen und Meisterwerken.

C:\B_retro wirft zukünftig einen Blick zurück

ComputerBase berichtet in der Serie „Im Test vor 15 Jahren“ regelmäßig über Hardware und Software vergangener Tage, die vor genau 15 Jahren in derselben Kalenderwoche von der Redaktion getestet wurde. Damit stehen in der Regel Produkte, nicht aber reine Produktneuvorstellungen, sowie skurrile oder kontroverse Ereignisse im Fokus.

Auf Grund der zahlreichen Kommentare und des überwiegend positiven Feedbacks der Community erhält der Retrobereich nun Zuwachs und mit C:\B_retro ein neues wöchentliches Format, das sich mit der Geschichte und der Entwicklung der Computerszene beschäftigt und einmal wöchentlich einen interessanten Blick zurückwirft auf die IT-Landschaft der 1980er, 1990er und des ersten Jahrzehnts des noch jungen Jahrtausends. Das wird jede Woche der Fall sein, so dass sich mit der Zeit ein ziemlich feingliedriger Zahlenstrahl der betrachteten drei Jahrzehnte ergeben wird.

C:\B_retro – Ausgabe 1

Der Intel i486 und seine Klone (1989)

Ende 1988 erstmalig angekündigt, präsentiert Intel 1989 den Nachfolger seines 80386-Prozessors, den 486 – wie der 80486 (Codename P4) häufig auch genannt wird – unter dem Produktnamen Intel i486. Zu Beginn stehen drei Modelle zur Verfügung:

  • Intel i486DX-25, 25 MHz
  • Intel i486DX-33, 33 MHz
  • Intel i486DX-50, 50 MHz

Der 486 besaß 1,2 Millionen Transistoren auf einer Die-Fläche von 81 mm² und wurde in einer Strukturgröße von 1.000 nm gefertigt. Gerade die 1.000-nm-Node (CHMOS IV) wirkt für heutige Verhältnisse schon sehr antiquiert, war zum damaligen Zeitpunkt aber Stand der Technik.

AMD fertigte ab den frühen 1990er Jahren eigene 486-Prozessoren unter dem Namen Am486. Hierbei handelte es sich aber um reine Kopien des Intel i486, die AMD unter Lizenz fertigen durfte.

Computer mit einem 486-Prozessor, 4 Megabyte Arbeitsspeicher und einer Festplatte mit 120 Megabyte kosteten zum damaligen Zeitpunkt umgerechnet gut 6.000 Euro. IBM stellte noch 1989 ein „günstiges“ Upgrade-Kit vor, mit dem sich PCs mit 386-Prozessor auf einen 486DX-25 aufrüsten ließen. Kostenpunkt: $ 3.995.

Der 486 wurde zwischen 1989 und 2007 von AMD, IBM, Texas Instruments, Cyrix und Intel selbst hergestellt und vertrieben.

Creative Labs präsentiert den Sound Blaster 1.0 (1989)

Mit dem Sound Blaster 1.0 präsentierte Creative Labs seine erste für die breite Masse erschwingliche Soundkarte. Die technischen Spezifikationen des Sound Blaster 1.0 lesen sich für heutige Verhältnisse nicht besonders beeindruckend.

  • 8 Bit, Mono
  • CT1310-Soundchip
  • 100.000 Transistoren
  • ISA-Bus

1989 boten viele Computerhändler „günstige“ Bundles aus Sound Blaster 1.0, CD-ROM-Laufwerk und Controller-Karte an. Der Preis für ein solches Upgrade betrug inflationsbereinigt 700 bis 800 Euro.

Creative Labs Sound Blaster 1.0 von 1989
Creative Labs Sound Blaster 1.0 von 1989 (Bild: Walter Dvorak, CC BY-SA 3.0)

Pentium III und Hightech fürs Handgelenk auf der CeBIT (1999)

Auf der zu der Zeit größten Computermesse der Welt, der CeBIT, zeigte Intel seine neue CPU, den Pentium III. Eine bekannte deutsche Computerzeitschrift titelte damals wie folgt:

Der Pentium III donnert mit einer Geschwindigkeit von 450 und 500 Megahertz dahin. Damit es noch schneller vorangeht, haben die beiden neuen Prozessoren 70 zusätzliche Befehle als Treibstoff erhalten, die hauptsächlich Video-Anwendungen und Spiele beschleunigen sollen.

Auf der Messe zeigten alle namhaften Computerhersteller ihre Systeme auf Basis des Pentium III, der vorerst nur in zwei Varianten mit 450 und 500 MHz angeboten wurde. Die ersten Modelle trugen den Codenamen Katmai und wurden im 250-nm-Fertigungsverfahren hergestellt. Sie waren Weiterentwicklungen der letzten Ausbaustufe des Intel Pentium II. Später folgten noch die Ausbaustufen Coppermine und Tualatin. Letzterer konnte zum Ende des Produktzyklus beachtliche Taktfrequenzen von bis zu 1,4 Gigahertz erreichen, wurde allerdings auch schon im fortschrittlicheren 130-nm-Fertigungsprozess hergestellt.

Intel Pentium III (Katmai), 500 MHz, 100 MHz FSB
Intel Pentium III (Katmai), 500 MHz, 100 MHz FSB (Bild: Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Ein weiteres Highlight auf der CeBIT 1999: die PC Unite von Casio. Der Hersteller vermarktete den Minicomputer unter dem Motto „Hightech fürs Handgelenk“ und rief einen UVP von umgerechnet 300 Euro für seine Weltneuheit auf. Die PC Unite bot neben einem Terminplaner, einer Weltzeituhr und einer Aufgabenliste sogar eine Mini-Textverarbeitung. Der interne Speicher reichte für 8.120 Zeichen und 85 Kontakte. Für die Datenübertragung stand Infrarot zur Verfügung.

Casio PC Unite
Casio PC Unite

Auch 20 Jahre nach der CeBIT 1999 und den ersten Gehversuchen der Smartwatches berichtet ComputerBase regelmäßig über Wearables und die Revolution des mobilen Internets.

ComputerBase erblickt das Licht der Welt (1999)

Vor 20 Jahren sollte eine weitere (kleine) Revolution die IT-Landschaft nachhaltig verändern, ComputerBase erblickte, damals noch unter dem Namen „TommyHPC“, das Licht der Welt und ging online. RetroBase wird an dieser Stelle zukünftig auch über die eine oder andere Anekdote berichten, die so nicht in der offiziellen Geschichte von ComputerBase zu finden ist.

ComputerBase 1.0
ComputerBase 1.0

Google sorgt für wolkige Aussichten (2009)

Das Jahr 2009 wurde vor allem durch einen Trend bestimmt, die Cloud und „Cloud Computing“ entwickelten sich zu dem Thema des Jahres und vor allem Google war daran maßgeblich beteiligt. Neben seiner eigenen Textverarbeitung und Tabellenkalkulation schob der Suchmaschinenriese immer mehr seiner Anwendungen ins World Wide Web und machte „Cloud Computing“ mehr und mehr salonfähig. Es sollte aber noch ein langer Weg bis zur breiten Akzeptanz beim Endanwender sein, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist. So konnte sich das rein auf Web-Applikationen basierende Betriebssystem von Google, Chrome OS, in Europa nie wirklich durchsetzen.

Batman: Arkham Asylum eines der Spiele des Jahres (2009)

Mit Batman: Arkham Asylum gelingt dem Entwickler Rocksteady Studios einer der Überraschungserfolge 2009. Das Spiel legt den Grundstein für die erfolgreiche Arkham-Serie, die später noch mit den von ComputerBase getesteten Titeln Arkham City und Arkham Origins komplettiert wird.

Apropos Retro: Im selben Jahr erschien mit der Special Edition zu The Secret of Monkey Island von LucasArts einer der ganz großen Klassiker des Point-&-Click-Genres als verbesserte Neuauflage.

The Secret of Monkey Island: Special Edition

Nächste Woche in C:\B_retro

In der kommenden Episode dreht sich alles um die Jahre 1985, 1996 und 2006. Thematisch widmet sich die zweite Ausgabe von C:\B_retro unter anderem mehreren legendären Grafikkarten, einer Revolution in der Bedienung von Computersystemen und unvergessenen Computerspielen. Außerdem ist die Community dazu angehalten, eigene Vorschläge im Kommentar-Thread zu posten. Die Redaktion wählt anschließend das spannendste Thema aus und präsentiert es in der folgenden Ausgabe, natürlich inklusive Nennung des entsprechenden Community-Mitglieds.

Eure Meinung ist gefragt

Was haltet ihr vom neuen C:\B_retro-Format und welche Themen wünscht ihr euch in der nächsten Ausgabe? Die Redaktion freut sich über konstruktive Kritik, Lob, aber auch Vorschläge, um die neue Serie zukünftig noch stärker an den Wünschen der Leserschaft auszurichten zu können.

Mit diesem Lesestoff im Gepäck wünscht die Redaktion einen erholsamen Sonntag!

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