Gigabyte Aero 17 HDR im Test: Fazit

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Jan-Frederik Timm 62 Kommentare

Es kommt selten vor, aber das Gigabyte Aero 17 HDR ist so ein Produkt, das im Test immer wieder begeistern kann. Das erste Aushängeschild dieser Art ist das auf Wunsch extrem helle, ab Werk kalibrierte Display mit hohem Kontrast und den für IPS typischen Blickwinkeln. Auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen lässt es sich auf dem Aero 17 HDR noch sehr gut arbeiten.

Das Gigabyte Aero 17 HDR mit Core i9 im Test
Das Gigabyte Aero 17 HDR mit Core i9 im Test

Ebenso beachtlich wie das Display ist die mit dem Core i9-9980HK zur Verfügung stehende Leistung und wie Anwender sie ihren Wünschen entsprechend einstellen können. In der schnellsten Einstellung ist die mobile Achtkern-CPU am Ende sogar schneller als ein Ryzen 5 3600, in der langsamsten immer noch flotter als ein in anderen Notebooks entfesselter Core i7-9750H. Und selbst im Akkubetrieb wird noch die Leistung anderer Sechskern-Notebooks mit Standardeinstellungen im Netzbetrieb erreicht. Wird der Rechner nur mäßig gefordert, sind mit reduzierter Display-Helligkeit trotz UHD-Auflösung über sechs Stunden Laufzeit drin.

Dabei wird das Aero 17 HDR nicht mal außergewöhnlich laut, sondern bleibt mit maximal gemessenen 42 Dezibel bei CPU-Dauerlast leiser als die gesammelte und deutlich langsamere Konkurrenz. In Spielen (oder Anwendungen, die die GPU nutzen) bleibt der getesteten Konfiguration mit GeForce RTX 2070 Max-Q zwar ein Spitzenplatz verwehrt, aber das zu erwartende Niveau wird erreicht – und zwar dauerhaft, denn selbst der zehnte Durchlauf eines Spiel-Benchmarks senkt die Leistung quasi nicht. Abermals überzeugen kann auch hier die Lautstärke, denn die meisten anderen getesteten Notebooks sind lauter.

Dennoch ist es die Lüftersteuerung, die am Ende einen der Punkte auf der Habenseite ausmacht. Denn wer vom im Leerlauf immer hörbaren Normal- in den Quiet-Modus wechselt, hört zwar oft gar nichts, beim Arbeiten in Office oder im Browser unter Windows aber immer und immer wieder ein kurz aufdrehendes Kühlsystem. Das macht das aktuelle Razer-Portfolio eindeutig besser, hier herrscht Ruhe.

Insgesamt kann das Gigabyte Aero 17 HDR dennoch sehr überzeugen. Display, Dauerleistung und Kühlsystem unter Last ergeben zusammen mit dem Gehäuse ein sehr überzeugendes Gesamtpaket, das auch das Leerlaufverhalten und die mit dem Rest nicht ganz mithaltenden Eingabegeräte nicht entscheidend trügen können.

Im deutschen Online-Handel sind Anfang Oktober sechs Konfigurationen des Gigabyte Aero 17 HDR verfügbar. Den preislichen Einstieg macht eine Konfiguration mit Core i7-9750H, 8 GB RAM, 256 GB großer SSD und GeForce RTX 2060 für 2.199 Euro. Die kleine RAM-Anzahl und die knapp bemessene SSD-Größe erfüllen dabei interessanterweise nicht die Anforderungen an einen „Nvidia-Studio-Laptop“. Am anderen Ende der Preisskala steht die Variante mit Core i9-9980HK, 64 GB RAM, 1 TB großer SSD und GeForce RTX 2080 Max-Q für 4.199 Euro. Die von der Redaktion getestete Konfiguration, die Core i9 mit GeForce RTX 2070 Max-Q kombiniert, ist im Handel derzeit nicht verfügbar. Mit identischer Ausstattung, aber „nur“ Core i7-9750H werden 2.699 Euro fällig.

Technisch direkt mit dem Aero 17 HDR konkurrierende Modelle sind im Handel derzeit nicht leicht zu finden, denn 17,3 Zoll mit UHD in Kombination mit aktuellen H-Prozessoren und Nvidia Turing in einem schlanken Gewand mit unter 3 kg Gewicht sind keine Massenware. Zu nennen sind Mitte Oktober lediglich das Acer ConceptD 5 und das Razer Blade Pro (Test) in der neuen UHD-Variante. Das Notebook von Acer gibt es in verschiedenen Varianten ab 2.100 Euro, das von Razer nur in einer zum Preis von 4.000 Euro. Mit 16 GB RAM und einer 512 GB großen SSD bietet es deutlich weniger Speicher als die große Variante des Aero 17 HDR. Alleinstellungsmerkmal ist das UHD-Display mit 120 Hertz.

ComputerBase wurden das Aero 17 HDR leihweise von Gigabyte zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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