Intel Core i9-9900KS im Test: Fazit und Empfehlung

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Volker Rißka 1.160 Kommentare

Der Intel Core i9-9900KS ist die schnellste Gaming-CPU, die es im Herbst 2019 zu kaufen gibt, und diesen Titel erbt er vom Core i9-9900K. Denn Ryzen 3000 (Test) kam zwar deutlich näher heran, überholen konnte AMDs Zen-2-Architektur den Konkurrenten aber noch nicht.

Der KS ist die schnellste Gaming-CPU des Jahres

Die bis zu 6 Prozent mehr Takt für 8 Kerne und 16 Threads setzt das Modell in Spielen je nach Titel mal vollständig, mal nur in Teilen um. Entscheidend ist, wie sehr die GPU limitiert und wie viele Kerne ausgelastet werden. Nicht jedes Spiel verlangt nach so vielen Threads, dass die CPU ihren maximal 300 MHz großen Taktvorteil auch nutzen darf.

Im Durchschnitt ist der KS in Full HD und in Kombination mit einer GeForce RTX 2080 Ti bei den FPS 3 Prozent und bei den Frametimes 4 Prozent schneller als der K. In Ultra HD (oder in Kombination mit einer schwächeren GPU) schrumpft der Vorsprung auf einen Bruchteil zusammen.

Der Intel Core i9-9900KS im Test
Der Intel Core i9-9900KS im Test

Ob der Prozessor dabei frei mit dem maximalen Turbo takten darf oder feste Intel-Richtlinien gelten, ist in Spielen irrelevant. Kein Spiel fordert schließlich 100 Prozent Last auf allen Kernen gleichzeitig, sodass die Leistungsaufnahme nie ans Limit geht. Der Intel Core i9-9900KS bleibt in allen Lebenslagen so die Nummer 1.

Ob das den Aufpreis gegenüber dem Core i9-9900K rechtfertigt? Mit 25 US-Dollar ist er offiziell klein – Preise, die ComputerBase vorab aus dem deutschen Handel zugetragen wurden, sprechen hingegen eher von rund 100 Euro. Das wäre viel zu viel.

AMD Ryzen 3000 bleibt in Anwendungen weit vorne

600 Euro liegen ohnehin deutlich über dem Preis eines AMD Ryzen 9 3900X mit 12 Kernen. Die Zen-2-Architektur sorgt auf dem 24-Threads-Prozessor für extrem hohe Leistung in modernen Anwendungen, 28 Prozent schneller ist diese CPU in Multi-Core-Apps. Intel muss in diesen Benchmarks sogar die kleineren Modelle fürchten: 3700X und 3800X kosten deutlich weniger, leisten aber fast das Gleiche.

Konkurrenz zum Preis von über 500 Euro
Konkurrenz zum Preis von über 500 Euro

In Anwendungen, die alle Kerne stark auslasten, kommt zudem die TDP-Turbo-Frage ins Spiel. Liegen Intel-Limits an, kann das einen weiteren Rückgang von bis zu 11 Prozent bei der Leistung bedeuten. Doch dieses Verhalten zeigen Intels aktuelle CPUs alle, im gleichen Blender-Test büßt ein 9900K bis zu 9 Prozent ein, ein 65-Watt-Core-i5-9700 verliert sogar 23 Prozent.

In der Regel stellen Mainboards aus dem Einzelhandel allerdings immer so viel elektrische Leistung bereit, wie die CPU für den spezifizierten maximalen Turbo benötigt. Ob das auch beim Core i9-9900KS so sein wird, bleibt abzuwarten. Denn wird er in Anwendungen maximal gefordert, steigt die Leistungsaufnahme durchaus beachtlich an.

Zum kleinen Aufpreis für Enthusiasten eine Option

Der Core i9-9900KS ist am Ende der Prozessor geworden, als der er seit Monaten erwartet worden war. Er übertrifft die Performance des Core i9-9900K um ein paar Prozentpunkte und benötigt bei Volllast auf allen Kernen dafür deutlich mehr elektrische Leistung. Er verbraucht aber weniger als ein übertakteter Core i9-9900K und behält sich dessen OC-Spielraum quasi bei. In Spielen erbt er den Thron vom Core i9-9900K, in Anwendungen bleibt Ryzen 3000 klar überlegen.

Die CPU ist damit für all diejenigen eine Option, die den derzeit absolut schnellsten Gaming-Prozessor ihr Eigen nennen wollen und deshalb bisher auf den Core i9-9900K geschielt haben. 5 GHz immer und überall sind eine Ansage, 5,x GHz über OC eine Verlockung. Der zum Start zu erwartende Aufpreis von fast 100 Euro ist allerdings sehr hoch, was eventuell mit der Limitierung des Sondermodells zu tun hat. Doch wie genau die aussieht, sagt Intel nicht.

Grundsätzlich bleibt es auch nach dem Core i9-9900KS bei der Empfehlung, die seit dem Sommer in der stets aktualisierten CPU-Rangliste gegeben wird: Nur für die absolut höchste Leistung beim Gaming in Kombination mit einer sehr schnellen GPU sind Intels Core i7 und Core i9 zu ihren vergleichsweise hohen Preisen das Maß der Dinge. Beim gemischten Einsatz mit Anwendungen oder gar beim Fokus darauf muss quasi der Griff zu einem AMD Ryzen 3000 erfolgen.

ComputerBase hat den Prozessor von Intel unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme auf den Artikel fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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