Fire HD 10 (Kids Edition) im Test: Fazit

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Michael Schäfer 18 Kommentare

Fazit

Das neue Fire HD 10 vom Amazon stellt gegenüber dem Vorgänger eine Evolution in kleinem Ausmaß dar – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mit dem neuen Prozessor und acht Kernen sowie der gering höheren Taktzahl ist in vielen Bereichen eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen, auch wenn das neue Fire in den Benchmarks selbst vom Mittelfeld weit entfernt ist. Doch für seine primäre Aufgabe, nämlich das Wiedergeben von Multimedia-Inhalten sowie Spielen, reicht die Leistung vollkommen aus. Gerade bei Letzterem können Anwender in vielen Fällen mit einem erkennbar höheren Detailgrad rechnen. Der knappe Arbeitsspeicher könnte das Tablet dagegen hin und wieder ausbremsen.

Äußerlich gibt es keine Unterschiede zwischen dem Fire HD 10 2019 (links) und 2017 (rechts)
Äußerlich gibt es keine Unterschiede zwischen dem Fire HD 10 2019 (links) und 2017 (rechts)

Extrem gute Laufzeiten

Mehr als überzeugen können die Laufzeiten, die das Tablet mit über 13 Stunden Videowiedergabe zu einem echten Langläufer machen. Aber auch bei den übrigen Nutzungsszenarien kann sich die Zeit, bis das Tablet wieder an die Steckdose muss, sehen lassen.

Stillstand beim Display

Wünschenswert wäre dagegen gewesen, dass Amazon auch das Display einer Verbesserung unterzogen hätte. Die Helligkeit ist gegenüber dem Vorgänger gleich geblieben, was für eine normale Nutzung durchaus ausreichend ist, das Tablet für den Außeneinsatz jedoch nur mit Abstrichen geeignet macht. Das Gleiche gilt für die Farbdarstellung, die beim neuen Fire HD 10 ebenso knackiger hätte ausfallen können.

Eigene Oberfläche lange überholt

Dass Amazon das eigene Betriebssystem Fire OS nun auf Version 7 und damit auf Android 9 Pie gehoben hat, ist alleine schon auch Sicht der Sicherheit löblich. Weniger hingegen, dass dabei nicht direkt der Homescreen angepasst wurde. Hier zeigt sich erneut, worum es Amazon bei seinen eigenen Tablets vorrangig geht: das Kaufen und Konsumieren von Inhalten und Diensten. Daran ist generell nichts auszusetzen, jedem Käufer sollte dies von selbst klar werden, aber dennoch dürfte die Art der Präsentation als altbacken bezeichnet werden. Rein technisch dürfte nichts dagegen sprechen, dem Anwender zumindest eine bis zwei völlig normale Seiten auf dem Homescreen zu überlassen, die er so füllen kann, wie er will. In der jetzigen Form hat sich der eigene Launcher schon lange überholt.

Amazon Fire HD 10 (Kids Edition) 2019 (oben) und 2018 (unten)im Test
Amazon Fire HD 10 (Kids Edition) 2019 (oben) und 2018 (unten)im Test

Alexa bekräftigt die eigene Dominanz

Bei Amazons digitaler Assistentin profitiert auch das Fire HD 10 von der stetigen Weiterentwicklung. Die Erkennung der Sprachanfragen verlief erneut besser, als es von Amazon angegeben wird. Bei der täglichen Nutzung fällt vor allem auf, welchen Vorteil es bietet, dass Alexa nun auch kontextbezogene Fragen bearbeiten kann.

Kamera

Weniger mit Ruhm bekleckert sich Amazon bei den beiden verbauten Kameraeinheiten. Zwar ist es positiv zu werten, dass die Auflösung der Frontkamera nun auf zwei Megapixel gestiegen ist, für beide Aufnahmeeinheiten ist dies in der heutigen Zeit aber selbst für Tablets in dieser Preisklasse zu wenig.

Kids Edition mit wenig Neuem

Von Seiten der Software gibt es bei der Kids Edition nichts Neues zu berichten. Nach wie vor ist die FreeTime-Funktion gut umgesetzt und unterstützt Eltern bei den digitalen Aktivitäten ihrer Kinder. Komplett die Verantwortung sollte man der Software jedoch nicht überlassen, da sie das eine oder andere Mal völlig daneben greift. Wünschenswert wäre zudem, dass das System mehr Informationen zu den angebotenen Apps gibt – nur an einem Bild fällt es schwer, diese beurteilen zu können. Kinder können zwar leicht Apps auf dem Tablet installieren, dürften aber nur wenig daran denken, diese bei Nichtgefallen wieder zu löschen – somit dürfte der 32 GByte große interne Speicher der Kids Edition schnell gefüllt sein.

Der neu in der Hülle integrierte Ständer könnte etwas fester sein, in der jetzigen Form kann dieser bei zu großem Neigungswinkel das Gewicht des Tablets nicht mehr halten.

Solides Tablet, aber Umstieg vom Vorgänger unbedingt nicht nötig

Welche Erkenntnis bleibt also am Ende des Tages? Beim neuen Fire HD 10 handelt es sich um ein solides Einsteiger-Tablet, bei dem jedoch noch viel Luft nach oben vorhanden ist. Ob Amazon bei einer Beseitigung der genannten Kritikpunkte dann aber den Einstiegspreis von rund 150 Euro halten kann, ist mehr als fraglich. Eine weitere Frage wäre zudem, ob das Unternehmen überhaupt in diesen Bereich vordringen will. Mit seinen Fire-Tablets hat der Online-Händler zu Beginn eine Nische gefunden, in der es nach wie vor kaum Konkurrenz gibt. Das sieht in den höheren Preisgefilden anders aus.

Das neue Fire HD 10 und die Kids Edition
Das neue Fire HD 10 und die Kids Edition

Wer bereits den Vorgänger von 2017 besitzt und in Leistungsfragen nicht das Gefühl hat, das Tablet an seine Grenzen zu bringen, sollte von einem Umstieg absehen – alleine der Leistungszuwachs rechtfertigt keinen Neukauf. Neukunden, die auf der Suche nach einem Tablet für den Alltag sind, sollten dagegen das Fire HD 10 zumindest einmal in Augenschein nehmen.

Amazon Fire HD 10 (32 GB)
Produktgruppe Tablets, 22.11.2019
  • Display
    O
  • Leistung Produktiv
    O
  • Leistung Unterhaltung
    +
  • Laufzeit
    ++
  • Verarbeitung
    O
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Full-HD-Auflösung
  • lange Laufzeit
  • nur 2 MP-Kamera
  • mit Fire OS zu eingeschränkt
Amazon Fire HD 10 (Kids Edition)
Produktgruppe Tablets, 22.11.2019
  • Display
    O
  • Leistung Produktiv
    O
  • Leistung Unterhaltung
    +
  • Laufzeit
    +
  • Verarbeitung
    O
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Full-HD-Auflösung
  • lange Laufzeit
  • Sorglos-Garantie
  • ein Jahr FreeTime Unlimited kostenlos
  • nur 2 MP-Kamera
  • mit Fire OS zu eingeschränkt
  • FreeTime Unlimited zu unübersichtlich

ComputerBase wurde das Fire HD 10 und das Fire HD 10 Kids Edition leihweise von Amazon für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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