Dell XPS 13 2-in-1 (7390) im Test: Benchmarks: Core i7-1065G7 (Ice Lake-U)

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Nicolas La Rocco 64 Kommentare

Nochmals eine Ebene tiefer und unterhalb der Tastatur versteckt sitzt Intels neueste Prozessorgeneration für Notebooks: Ice Lake-U. Nach Intels Cannon-Lake-Einhorn Core i3-8121U ist Ice Lake-U die erste vom Hersteller in Großserie gefertigte 10-nm-Prozessorfamilie. Alle neuen Ice-Lake-U-CPUs setzen auf eine vollständig neu entwickelte integrierte Grafikeinheit. Die vorerst größte Lösung bietet 64 Shader-Cluster und wird durch den Namenszusatz G7 im Prozessornamen kenntlich gemacht.

Das Testgerät mit Core i7-1065G7 bietet vier Kerne und acht Threads, einen vergleichsweise niedrigen Basistakt von 1,3 GHz, einen maximalen Turbotakt von 3,9 GHz auf einem Kern und einen Turbotakt von 3,5 GHz auf allen vier Kernen. Diese Angaben von Intel stimmen mit selbst über HWiNFO ermittelten Werten überein.

Eine CPU mit zwei Gesichtern

Intels neueste CPU-Generation – und hier im Speziellen auf das XPS 13 2-in-1 bezogen, da jede Implementierung in einem Notebook anders ausfallen kann – verhält sich ein wenig wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Die abrufbare Leistung hängt stark vom gewählten Preset im Windows-Tool „Dell Power Manager“ ab. Mit Werkseinstellungen bietet das XPS 13 2‑in‑1 weit weniger Leistung als im optionalen Profil „Ultra-Leistung“. Letzteres richtet die Geschwindigkeit von Prozessor und Lüfter für eine hohe Leistung aus, gleichzeitig werden höhere Temperaturen und Lautstärken in Kauf genommen.

Das ab Werk unter Windows 10 eingestellte Profil mit weniger Leistung nennt sich „Optimiert“ und wird von Dell folgendermaßen beschrieben: „Dies ist die Standardeinstellung für die Steuerung von Kühlungslüfter und Prozessortemperatur. Bei dieser Einstellung stehen Leistung, Geräuschentwicklung und Temperatur in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.

Optimiert vs. Ultra-Leistung im Vergleich

In der Praxis bedeutet das, dass der Core i7-1065G7 unter Dauerlast im Cinebench R15 bei 2,6 GHz auf allen vier Kernen läuft, gemessen am CPU-Package 80 Grad Celsius warm wird und 25 Watt verbraucht. Die aus 20 cm Sitzabstand zur vorderen Kante des aufgeklappten Notebooks gemessene Lautstärke liegt in diesem Szenario bei 32,2 dBA. Mehr als ein leichtes Rauschen der Lüfter ist in diesem Versuch nicht wahrzunehmen.

Dell setzt beim neuen XPS 13 2-in-1 auf Intel Ice Lake-U
Dell setzt beim neuen XPS 13 2-in-1 auf Intel Ice Lake-U

Anders verhält sich das XPS 13 2-in-1 im Profil „Ultra-Leistung“. Dem Prozessor werden hier mehr Freiheiten gewährt, sodass dieser unter Dauerlast auf 3,2 GHz auf vier Kernen kommt, das CPU-Package sich auf 100 Grad Celsius erwärmt und der Verbrauch auf 38 Watt steigt. Die aus gleichem Abstand gemessene Lautstärke steigt auf 38,2 dBA und ist damit stärker wahrnehmbar, aber noch nicht im störenden Bereich angelangt. Das Rauschen ist intensiver – es wäre aber übertrieben, es als laut zu bezeichnen.

3,5 GHz bei 45 Watt zum Start

Für beide Voreinstellungen gilt, dass zum Start des Benchmarks ganz kurz bis zu 45 Watt Verbrauch anliegen und alle vier Kerne kurzzeitig auf 3,5 GHz hochschnellen, bevor sich das Gerät im weiteren Verlauf auf die genannten Werte einpendelt.

Leistung auf hohem und sehr hohem Niveau

Dieses je nach Profil unterschiedliche Verhalten spiegelt sich entsprechend in den Benchmarks wider, die ComputerBase abgesehen von Spielen in beiden Profilen durchgeführt hat. Betroffen sind vor allem die Multi-Core-Tests, da in Single-Core-Benchmarks das Optimiert-Profil mit reduzierter Kühlung kaum negativen Einfluss hat.

Das XPS 13 2-in-1 mit Core i7-1065G7 positioniert sich in den Benchmarks durchweg im vordersten Bereich und schlägt selbst im Optimiert-Profil Geräte mit direkter Vorgänger-CPU. Doch erst mit „Ultra-Leistung“ schöpft der Proband aus dem Vollen und kommt selbst einem Core i7-8750H aus dem Razer Blade 15 (Test) gefährlich nahe. Was mit dem höchsten Profil an Leistung aus dem Notebook zu kitzeln ist, zeigen Benchmarks mit längerer Laufzeit, die den durchweg höheren Multi-Core-Takt besser abbilden. Dazu zählen etwa POV-Ray und Handbrake mit 17 Prozent respektive 19 Prozent Vorteil.

XPS 13 2-in-1 (7390) unter Dauerlast

Dass die Benchmarks aber nicht das vollständige Bild zeichnen, da sie häufig nur kurze Lastspitzen abbilden, zeigt der Vergleich beider Profile unter Dauerlast im Cinebench R15. Während beide Profile im einmaligen Durchgang nur 7 Prozent auseinanderliegen, sind es im zweiten Durchgang bereits 21 Prozent und anschließend 23 Prozent. Dann folgt interessanterweise zum fünften und sechsten Durchgang eine Angleichung, bevor das Ultra-Profil die Leistung bei 648 Punkten hält und das Optimiert-Profil weiter auf bis zu 526 Punkte im zehnten Durchgang absackt, bevor der Benchmark beendet wird.

Im Ultra-Profil stehen minimal 77 Prozent der Ausgangsleistung zur Verfügung, im Optimiert-Profil minimal 68 Prozent. Absolut gesehen liefert das Ultra-Profil bei höherer Temperatur und Lautstärke, wie von Dell versprochen, die höchste Leistung.

Intel Iris Plus mit Startschwierigkeiten

Schwieriger ist die Leistung des Core i7-1065G7 in Spielen einzusortieren. Intels neue Iris Plus Graphics mit 64 EUs ist zumindest auf dem Papier die stärkste iGPU, die der Konzern jemals angeboten hat. Zu was die Grafikeinheit imstande ist, zeigt zunächst einmal der 3DMark Sky Diver, der für Gaming-Notebooks und Mittelklasse-PCs entwickelt wurde. Hier schneidet das Notebook bis zu 84 Prozent besser ab als das XPS 13 (9380) mit Core i7-8565U und alter UHD Graphics 620. Die Bildwiederholrate landet mit über 43 FPS erstmals im flüssigen Bereich – zuvor waren maximal 22 FPS möglich.

Mit einer dedizierten Grafikkarte im Stile einer Nvidia GeForce GTX 1050 oder GTX 1650 kann es die Iris Plus Graphics aber dennoch bei Weitem nicht aufnehmen. Das Leistungsniveau entspricht eher einer kleinen GeForce MX150, wie sie im MateBook X Pro von Huawei (Test) verbaut ist. Dass die Leistung zwar deutlich gestiegen ist, aber nur selten für aktuelle AAA-Titel ausreicht, zeigen Benchmarks in F1 2019 und Shadow of the Tomb Raider, die jeweils in Full HD bei niedrigster Qualität durchgeführt wurden.

F1 2019 und Shadow of the Tomb Raider

In F1 2019 bei Full-HD-Auflösung mit niedrigster Qualitätsstufe schwankt das XPS 13 2-in-1 nach einer Aufwärmphase zwischen durchschnittlich 31 und 34 FPS sowie minimal 25 und 30 FPS. Für ein Rennspiel sind eigentlich beide Werte zu niedrig, aber gerade noch im akzeptablen Bereich. Am PC sind bei Rennspielen 60 FPS das Ziel. Auf der niedrigsten Qualitätsstufe sieht das Spiel jedoch alles andere als ansehnlich aus.

Shadow of the Tomb Raider zeigt konsistente Ergebnisse, die aber ebenso nicht zum Spielen taugen. Mehr als durchschnittlich 17 FPS sind Lara Croft in Full HD bei niedrigster Qualitätsstufe nicht zu entlocken, bei 95th Percentile sind es gar nur 14 FPS. Außerdem kommt es gelegentlich zu Darstellungsfehlern, sodass etwa Berge im Hintergrund fehlen, bevor sie stückchenweise eingeblendet werden. In Shadow of the Tomb Raider kommt es zudem immer wieder zu Tonaussetzern. Dass das Spiel zur Ruckelorgie verkommt, ist angesichts der mit HWiNFO ausgelesenen Taktraten kaum verwunderlich: CPU und Grafikeinheit wollen partout nicht höher als 900 MHz respektive 550 MHz takten. Hier scheint selbst mit neuesten Treibern noch ein massives Problem vorzuliegen.

Counter-Strike: Global Offensive unterwegs zocken

Leuchtturm im Nebel ist mit Counter-Strike: Global Offensive ein Klassiker unter den taktischen Shootern. Hier ist es problemlos möglich, in Full HD bei mittleren Details, vierfachem MSAA und vierfacher anisotroper Filterung auf stabil über 50 FPS zu kommen. Allerdings ist CS:GO bereits vor sieben Jahren auf den Markt gekommen und nutzt die alte Source Engine. Immerhin: Ein sehr beliebtes Spiel lässt sich mit dem XPS 13 2-in-1 problemlos zocken. Wer wirklich viel Grafikleistung zum Spielen benötigt, ist besser beraten, eine externe GPU über einen der beiden Thunderbolt-3-Anschlüsse anzuschließen.

Mittelklasse-SSD von Kioxia

Beim SSD-Speicher setzt Dell auf ein Laufwerk von Kioxia (früher Toshiba), wobei der Redaktion nicht bekannt ist, ob – unabhängig von der Größe – auch andere Anbieter beim XPS 13 2-in-1 zum Zug kommen. Im Testgerät ist die KBG40ZPZ512G aus Kioxias BG4-Serie verbaut, die als M.2-1620-S2-Modul verlötet zum Einsatz kommt. Die SSD ist mit PCIe Gen3 x4 über das NVMe-1.3b-Protokoll angebunden und bietet 512 GB Speicher auf Basis von 96-Layer-TLC-NAND, der als „BiCS Flash“ vermarktet wird.

Beworben wird die SSD mit sequentiellen Transferraten für das Lesen und Schreiben von bis zu 2.200 MB/s respektive 1.400 MB/s. Im Testgerät werden diese Werte von Kioxia mit 2.290 MB/s respektive 1.260 MB/s annähernd erreicht. Die SSD ist schnell genug, aber bei Weitem nicht so schnell wie das, was Lenovo von SK Hynix im Yoga S940 (Test) oder von Western Digital im ThinkPad X1 Carbon G7 (Test) verbaut.

Trotz der kompakten Abmessungen hat Dell auf der linken Seite des 2-in-1-Geräts vor der Thunderbolt-3-Buchse den Platz für einen microSD-Cardreader gefunden. Mit Hilfe einer schnellen Extreme-Pro-Speicherkarte von SanDisk sind hier überzeugende Werte von rund 219 MB/s beim Lesen und 85 MB/s beim Schreiben erreicht worden.

Laufzeiten des XPS 13 2-in-1 (7390)

Im XPS 13 2-in-1 (7390) ist der Akku einen Hauch kleiner als im XPS 13: 51 Wh stehen 52 Wh gegenüber. Zum Vergleich: Im alten XPS 13 (9360), das die Redaktion weiterhin als zuverlässigen Begleiter auf Messen einsetzt, ist noch ein Akku mit 60 Wh verbaut.

Die zu erwartenden Laufzeiten sind stark abhängig vom gewählten Display und hier zieht die Variante mit Ultra-HD-Auflösung klar im Vergleich zur Full-HD-Variante den Kürzeren. Das zeigt sich nicht nur in den Benchmarks der Redaktion, sondern bereits in den Laufzeitangaben von Dell. Dabei ist zu beachten, dass der Hersteller eine niedrigere Display-Helligkeit von 150 cd/m² gewählt hat, während ComputerBase mit 200 cd/m² testet.

Offizielle Laufzeitangaben von Dell bei 150 cd/m² (Bis-zu-Angaben in Stunden)
Konfiguration MobileMark 2014 MobileMark 2018 Netflix-Streaming HD-Videowiedergabe
i3, 8 GB, 256 GB, FHD+ 18:07 11:44 10:58 13:20
i5, 16 GB, 512 GB, FHD+ 16:58  12:25  10:50 14:20
i7, 16 GB, 256 GB, FHD+ 15:49 11:56 11:14 13:38
i7, 16 GB, 256 GB, UHD+ 10:22 8:00 7:24 9:39
i5, 16 GB, 512 GB, UHD+ 9:54 8:21 6:45 8:47
i7, 32 GB, 1 TB, UHD+ 9:48 8:48 7:12 9:53

Das UHD-Plus-Display mit 3.840 × 2.400 statt 1.920 × 1.200 Bildpunkten hat signifikanten Einfluss auf die Laufzeiten, wie Verschlechterungen von teils bis zu acht Stunden im MobileMark 2014 zeigen. Beim Netflix-Streaming rangieren die Laufzeiten zwischen über elf Stunden und unter sieben Stunden. Bei der Offline-Wiedergabe eines HD-Videos sind es knapp sechs Stunden zwischen dem besten und schlechtesten Wert.

UHD-Display verkürzt Laufzeiten drastisch

Das von ComputerBase getestete Modell entspricht am ehesten der Konfiguration „i7, 16 GB, 256 GB, UHD+“, nur dass eine 512-GB-SSD verbaut ist. Im noch von wenigen Testgeräten durchlaufenen PCMark 10 erreicht das 2-in-1-Gerät knapp über acht Stunden und landet damit 40 Prozent hinter dem Lenovo ThinkPad X1 Carbon G7 mit Full-HD-Display, Core i5 (Whiskey Lake-U), 16 GB RAM, 512-GB-SSD und 51-Wh-Akku. Für einen Acht-Stunden-Tag ist die Laufzeit gerade noch ausreichend.

Im alten PCMark 8, den ComputerBase bei ausreichender Anzahl von Messwerten im PCMark 10 in Zukunft auslaufen lassen wird, landet das 2-in-1 53 Prozent hinter dem Lenovo-Notebook. Gerade einmal knapp über vier Stunden Laufzeit meldet der Benchmark zum Abschluss. Das letzte von ComputerBase getestete Dell-Gerät mit Ultra-HD-Display, das XPS 13 9370 (Test), kam auf fünfeinhalb Stunden.

Besser sieht es für das 2-in-1-Modell beim YouTube-Streaming in 720p aus, wo rund neun Stunden ein akzeptabler Wert sind, der im Vergleich zur Konkurrenz aber klar schlechter ausfällt. Die Akkulaufzeiten sind die Achillesferse des Probanden, wobei sie nicht dem Akku, sondern abermals dem Display zuzuschreiben ist. Wieder müssen sich Kunden zwischen einem ausgezeichneten Display und einem mit längeren Akkulaufzeiten entscheiden. Wer viel unterwegs ist, sollte zum Modell mit Full-HD-Plus-Panel greifen, auch wenn hier drei Viertel der Pixel, Dolby Vision und DisplayHDR 400 fehlen.

Als Netzteil liegt dem XPS 13 2-in-1 erneut Dells kompaktes 45-Watt-Exemplar (6 × 5,5 × 2,1 cm) mit USB-Typ-C-Anschluss bei, das sich zum Laden an einer der beiden Thunderbolt-3-Buchsen anschließen lässt. Das Netzkabel zum Netzteil misst 85 cm, das Kabel zum Notebook 180 cm. Letzteres lässt sich um das Netzteil wickeln und fixieren.

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