ArcoLinux 19.12.16: Rolling Release nicht nur für fortgeschrittene Anwender

Sven Bauduin 120 Kommentare
ArcoLinux 19.12.16: Rolling Release nicht nur für fortgeschrittene Anwender

ArcoLinux richtet sich nicht nur an fortgeschrittene Anwender, die eine Distribution in Form eines Rolling Release auf Basis von Arch Linux suchen. Das Betriebssystem teilt sich in drei Entwicklungszweige – ArcoLinux, ArcoLinuxB und ArcoLinuxD – auf, – von der Minimal-Installation bis zum vollständigen Linux-Desktop.

Arch Linux als flexibler Unterbau

Das auf AMD64 optimierte und bei versierten Anwendern beliebte Arch Linux – welches zugunsten der Einfachheit auf grafische Installations- und Konfigurationshilfen verzichtet – dient als flexible Basis für die drei Entwicklungszweige von ArcoLinux. Das Betriebssystem der Macher rund um den belgischen Entwickler Erik Du­bo­is konnte sich mittlerweile auf Platz 10 in der auf Zugriffen basierenden Bestenliste von DistroWatch etablieren – Tendenz steigend.

Die Ausgangslage einer regulären Installation von ArcoLinux sieht wie folgt aus: Es handelt sich um ein reinrassiges Arch Linux mit der leichten und ressourcenschonenden Desktop-Umgebung Xfce. Das rund 2,1 GB große Image von ArcoLinux (ISO) kann auf einen bootfähigen USB-Stick geschrieben werden und stellt ein Live-Medium dar, welches als fertige Linux-Distribution gebootet wird. Anders als bei Arch Linux ist die In­stal­la­ti­on dank der grafischen In­stal­la­ti­ons­routine „Ca­la­ma­res“ selbsterklärend und auch für unerfahrene Anwender kein Hexenwerk. Der Chef-Entwickler Erik Dubois persönlich zeigt wie es geht:

Aktueller Kernel und neueste Software

Neben den obligatorischen Repositories von Arch Linux besitzt ArcoLinux drei zusätzliche eigene Repositorien und kommt – wie man es von einem „Arch“ gewohnt ist – mit einem aktuellen Linux Kernel 5.3.13 und frischen Softwarepaketen daher. Der Xfce-Desktop kommt in der neusten Version 4.14.1 daher, gleiches gilt für das X-Window-System X.Org-Server (1.20.6), Python und Anwendungen wie den VLC-Player, Gimp und Inkscape.

Über die eigenen Repositories bringt ArcoLinux zusätzlich einiges an „Branding“ mit:

  • Grub mit zu­sätz­li­chem The­mes
  • eigene ArcoLinux Wallpaper
  • ein ei­ge­nes Ar­co­Li­nux XFCE-The­me
  • ein ei­ge­nes Ar­co­Li­nux Icon-The­me
  • ein ei­ge­nes Ar­co­Li­nux Dis­play­mana­ger Light­DM-The­me

Zusätzliche Programme und Updates werden über den speziell für Arch Linux entwickelten Paketmanager „Pacman“ installiert. Dieser kann – vergleichbar mit APT unter Debian – Abhängigkeiten auflösen und automatisch alle notwendigen Pakete von den Arch- und ArcoLinux-Repositorien herunterladen, installieren, aktualisieren und auch wieder entfernen. Das Besondere an Pacman ist dessen konsequente Auslegung und Anwendung auch bei lokalen Quellen, die meistens als vom Arch Build System (ABS) erstellte Pakete vorliegen. Folgende Repositories stehen unter ArcoLinux zur Verfügung:

  • core enthält Pakete, die für den Betrieb des Basissystems benötigt werden.
  • extra enthält Pakete, die den Funktionsumfang erweitern, z. B. Desktop-Umgebungen wie z.B. Budgie, Cinnamon, Deepin, GNOME, MATE und KDE Plasma, aber auch Awesome und bspwm
  • community enthält Pakete, die von der Community, also den „Trusted Users“, gewartet werden
  • multilib enthält Pakete, die es auf einem AMD64-System erlauben, native i686-Programme wie z.B. Steam auszuführen
  • + die drei eigenen Repositories arcolinux_repo, arcolinux_repo_3party und arcolinux_repo_submicron

Auch wenn sich ArcoLinux damit weitaus einfacher einrichten, konfigurieren und administrieren lässt als ein Vanilla Arch Linux – und sich somit auch nicht nur an fortgeschrittene Anwender richtet –, sollten Nutzer unbedingt Gebrauch von den zahlreichen Tutorials der Entwickler machen, die unter dem Motto „ArcoLinux is there to learn, enjoy and have fun“ angeboten werden. ArcoLinux eignet sich damit, um den eigenen Horizont auf dem Weg zu einem komplett „customized“ Arch Linux zu erweitern.

ArcoLinuxB und ArcoLinuxD

Neben der Hauptversion mit Xfce-Desktop, stellt das Projekt auch sogenannte „Community-Editions“ mit den unterschiedlichsten vorinstallierten Desktop-Umgebungen zur Verfügung. Dieser Zweig nennt sich ArcoLinuxB und bietet unter anderem Versionen mit Cinnamon-, Deepin- und GNOME-Desktop. Das 1,2 GB große Abbild von ArcoLinuxD (ISO) richtet sich an Entwickler und versierte Anwender und stellt eine Minimal-Distribution inklusive entsprechender Scripts dar, mit Hilfe derer die gewünschte Desktop-Umgebung und die bevorzugten Anwendungen installiert werden können.

ArcoLinux places strong focus on learning and acquiring Linux skills.

Erik Dubois, Chef-Entwickler (ArcoLinux)
Update 23.12.2019 22:59 Uhr

Unterstützung für ArcoLinux per Discord

Neben den unzähligen Tutorials und How-To 's auf dem offiziellen YouTube-Kanal des ArcoLinux-Entwicklers Erik Dubois, ist auch der offizielle Discord-Kanal des Projekts eine erstklassige Anlaufstelle für Unterstützung und einen Gedankenaustausch. Mehr als 600 aktive Mitglieder und auch der Chef-Entwickler persönlich sind auf dem Kanal anzutreffen.

Die Redaktion dankt den Community-Mitgliedern „schiz0“, „Mut4nt“ und „mike4711“ für ihre Hinweise zu diesem Update.