XPG Precog im Test: Fazit

 3/3
Michael Schäfer 54 Kommentare

Auf dem Papier stellt das Precog von XPG ein sehr interessantes System zum Preis von 180 Euro dar. Auch in der Praxis kann es in vielen Ansätzen überzeugen, bevor es den positiven Eindruck in Summe dann doch noch verspielt.

Klanglich hat das Precog zunächst einiges zu bieten. Die Kombination aus elektrostatischen und dynamischen Treibern erzeugt dank hohem Frequenzumfang einen sehr luftigen und breiten Klang, der jedoch ein gutes Bassfundament vermissen lässt. So kommt in vielen Spielen mit großer Geräuschkulisse nur wenig Atmosphäre auf. Bei leisen Titeln, bei denen es für einen erfolgreichen Abschluss unter anderem darauf ankommt, Schritte des Gegenspielers schnell und gut zu erkennen, kann das Precog jedoch einige Stärken ausspielen. Hier kann vor allem der FPS-Modus weiterhelfen, bei dem noch einmal tiefere Frequenzen herausgefiltert werden, damit sich der Spieler nur auf die Umgebungsgeräusche konzentrieren kann. Der Raumklang-Modus ist dagegen, wie so oft, zu vernachlässigen. Ein spezifischer Vorteil durch die Wahl der Treiber lässt sich somit in keinem der beschriebenen Einsatzszenarien erkennen.

Eine weitere Einschränkung findet sich bei der Materialwahl, die den verlangten UVP von 180 Euro nicht widerspiegelt. Dort, wo andere Hersteller hochwertige Metallstoffe verwenden, setzt Adata lediglich auf Kunststoff. Besonders die Aufhängungen der Ohrmuscheln dürften damit zu einer Schwachstelle werden. Da nützt es auch nichts, wenn der Hersteller das Headset in ein schönes Case verpackt.

XPG Precog im Test

Die Eindrücke zusammen würden im Zweifelsfall dennoch für das Headset sprechen, wäre da nicht ein im Hintergrund ständig zu vernehmendes Piepsen vorhanden.

Nicht viel anders sieht es beim verbauten Mikrofon aus: Auch dieses bietet zunächst einen hohen Frequenzumfang, was für eine sehr gute Stimmabbildung sorgt. Wie die Testaufnahmen belegen, hat das Mikro aber ebenfalls mit deutlichen Fiep-Geräuschen zu kämpfen, wodurch eine vernünftige Nutzung nur bedingt möglich ist. Die Rauschunterdrückung geht zudem viel zu stark zu Werke, zumal der auf dem Mikrofon sitzende Popschutz von sich aus schon viele Störgeräusche sicher und gut fernhält. Die analoge Verwendung per Klinkenstecker ist kein wirklicher Ersatz, hier rauscht die Sprachaufnahme deutlich mehr und auch die Stimme wirkt viel gedämpfter.

Was bleibt somit nach dem Test? Es ist schade, dass so viele positive Eigenschaften durch kleine, aber dann doch entscheidende Patzer zunichte gemacht werden. Sollte es einmal eine zweite Revision geben, welche die genannten Kritikpunkte beseitigt, wird ComputerBase das Precog sicherlich gerne noch einmal einem Test unterziehen und dann hoffentlich zu einem besseren Ergebnis kommen, denn das Potenzial ist unverkennbar vorhanden. Die erste Generation empfiehlt sich für den Kauf hingegen nicht.

XPG Precog
Produktgruppe Headsets, 30.01.2020
  • Verarbeitung
    +
  • Klangqualität
    O
  • Mikrofonqualität
    O
  • gute Verarbeitung
  • hoher Frequenzgang
  • elektrostatische und dynamische Treiber
  • breites Stereo-Spektrum
  • Transport-Case inklusive
  • viele Kabel
  • USB-C-Anschluss
  • viele unterstützte Quellgeräte
  • Kabelfernbedienung
  • fast nur Kunststoff als Material
  • Piepton im USB-Betrieb bei Kopfhörer und Mikrofon
  • Mikrofon rauscht bei analoger Nutzung
  • keine Software

ComputerBase wurde das Precog leihweise von Adata für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.