AVM Fritz!Box Mesh-WLAN im Test: Übertragungsraten und Leistungsaufnahme

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Frank Hüber 263 Kommentare

Übertragungsraten im Vergleich

Die Messungen zu den Übertragungsraten folgen denen im Test zu den Mesh-WLAN-Systemen von devolo, eero, Netgear und TP-Link. Die Übertragungsraten im Netzwerk werden erneut mit iPerf gemessen, wobei sechs parallele Datenströme gestartet werden. Im Test werden beide Richtungen der Datenübertragung getestet, vom als iPerf-Server fungierenden Rechner zum Client und vom Client zum Server.

Alle Tests wurden zur Vergleichbarkeit auch mit der Fritz!Box 7490 durchgeführt, wobei Aufstellungsort, Einstellungen und Aufbau des Mesh-WLANs absolut identisch gewählt wurden.

Maximale Übertragungsraten bei optimalen Bedingungen

Im ersten Test wird das Mesh-WLAN-System der Fritz!Box mit den passenden Adaptern in einem einzigen Raum ohne Hindernisse zwischen den Komponenten aufgebaut. Dieser Test symbolisiert die maximal mögliche Datenübertragungsrate im Idealfall und dient eher als theoretische Orientierung für das, was unter sehr guten Bedingungen möglich ist. Der Server-PC ist per LAN-Kabel an der Fritz!Box angeschlossen, der Client-PC per LAN-Kabel am Fritz!Repeater 2400.

Maximale Übertragungsraten über LAN im Vergleich
  • Download vom Server:
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an Repeater 2400)
      796
    • TP-Link Deco P9
      651
    • Devolo Magic 2 WiFi
      631
    • Netgear Orbi Voice
      598
    • Google Nest WiFi
      588
      Verbindung zum Client-PC nur über WLAN möglich
    • eero Pro
      471
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an Repeater 2400)
      345
    • Google WiFi (1. Gen.)
      342
  • Upload zum Server:
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an Repeater 2400)
      769
    • Netgear Orbi Voice
      651
    • TP-Link Deco P9
      641
    • Devolo Magic 2 WiFi
      610
    • eero Pro
      482
    • Google Nest WiFi
      445
      Verbindung zum Client-PC nur über WLAN möglich
    • Google WiFi (1. Gen.)
      354
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an Repeater 2400)
      336

Bei optimalen Bedingungen setzt sich das Mesh-WLAN-System von AVM an die Spitze. Eine Fritz!Box 7590 in Kombination mit dem Fritz!Repeater 2400 erreicht eine Übertragungsrate von fast 800 Mbit/s in beide Richtungen – mehr als 100 Mbit/s Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

Die in die Jahre gekommene Fritz!Box 7490 kann mit diesen Ergebnissen nicht mithalten und rangiert am Ende des Testfeldes. Mit etwas unter 350 Mbit/s hat sie den leistungsfähigen aktuellen Mesh-WLAN-Systemen nichts entgegenzusetzen.

Geschwindigkeit durch 5 Trockenbauwände über 15 Meter hinweg

Beim zweiten Testaufbau werden die Netzwerkkomponenten jedes Systems im Büro verteilt, wobei zwischen Server und Client rund 15 Meter liegen und das WLAN-Signal fünf Trockenbauwände mit Metallständerwerk überwinden muss.

Im Fall des AVM-Fritz!-Systems werden zwei Szenarien getestet:

  • Im ersten Szenario wird der Fritz!Repeater 2400 als leistungsstärkste Komponente im 15 Meter entfernten Raum mit dem Client platziert. Der 1220E-Adapter speist Powerline nahe der Fritz!Box ein, der WLAN/Powerline-Adapter 1260E ist auf halbem Weg zwischen Fritz!Repeater 2400 und Fritz!Box platziert.
  • Im zweiten Szenario wird die Position des Fritz!Repeaters 2400 und des 1260E-Adapters getauscht und der Client ist am 1260E-Adapter angeschlossen.
Übertragungsraten bei Anschluss der PCs über LAN im Vergleich
  • Download vom Server:
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an Repeater 2400)
      692
    • TP-Link Deco P9
      580
    • Netgear Orbi Voice
      480
    • eero Pro
      431
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an Repeater 2400)
      320
    • Devolo Magic 2 WiFi
      306
    • Google WiFi (1. Gen.)
      175
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an 1260E)
      160
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an 1260E)
      131
    • Google Nest WiFi
      0
      nicht möglich
  • Upload zum Server:
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an Repeater 2400)
      641
    • Netgear Orbi Voice
      567
    • TP-Link Deco P9
      562
    • eero Pro
      438
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an Repeater 2400)
      317
    • Devolo Magic 2 WiFi
      239
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an 1260E)
      202
    • Google WiFi (1. Gen.)
      169
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an 1260E)
      161
    • Google Nest WiFi
      0
      nicht möglich

Der Test zeigt, dass sich das System von AVM in Kombination mit der Fritz!Box 7590 und einem schnellen WLAN-Repeater auch in diesem Fall an die Spitze des Testfeldes setzen kann. Fast 700 und 650 Mbit/s werden über 15 Meter durch fünf Trockenbauwände noch erreicht.

Die Fritz!Box 7490 verharrt fast auf ihren Idealwerten, bleibt mit etwas über 300 Mbit/s aber abgeschlagen. Als interessanter Nebenaspekt sei vermerkt, dass die Fritz!Box 7490 in diesem Fall 2,4 GHz als Übertragungsweg zum Fritz!Repeater 2400 wählt und nicht, wie die Fritz!Box 7590, auf 5 GHz setzt.

Wird der Client an den Fritz!Powerline-Adapter 1260E angeschlossen, sieht das Bild hingegen gänzlich anders aus. In diesem Fall wählt die Fritz!Box nämlich Powerline als Übertragungsweg, was in einer Geschwindigkeit von 160 und 200 Mbit/s (Down-/Upload) resultiert. Trotz der Option, auf WLAN, das brutto maximal 866 Mbit/s über den 1260E schnell sein kann, und den Fritz!Repeater 2400 als Bindeglied auf halbem Weg zu setzen, wählte die Fritz!Box immer den Weg über Powerline. Mit der Fritz!Box 7490 fallen die Übertragungsraten in diesem Fall noch einmal rund 20 Prozent schlechter aus als mit der Fritz!Box 7590.

Im nächsten Test ist der Testaufbau identisch, der Client-PC wird nun aber per WLAN mit einem Abstand von rund vier Metern zum nächsten Access-Point in das Netzwerk integriert. Der Server ist weiterhin per LAN-Kabel an das 15 Meter entfernte Netzwerkgerät des jeweiligen Mesh-Systems angeschlossen. Auch in diesem Fall wurden beide Szenarien getestet, der Client also sowohl explizit mit dem Fritz!Repeater 2400 als auch dem Fritz!Powerline 1260E verbunden, wobei diese ihre Position wechselten.

Übertragungsraten bei Anschluss des Clients über WLAN im Vergleich
  • Download vom Server:
    • Netgear Orbi Voice
      280,0
    • Devolo Magic 2 WiFi
      192,0
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an Repeater 2400)
      191,0
    • eero Pro
      190,0
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an Repeater 2400)
      161,0
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an 1260E)
      159,0
    • TP-Link Deco P9
      158,0
    • Google Nest WiFi
      149,0
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an 1260E)
      142,0
    • Google WiFi (1. Gen.)
      99,0
  • Upload zum Server:
    • Netgear Orbi Voice
      322,0
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an Repeater 2400)
      152,0
    • Google Nest WiFi
      147,0
    • eero Pro
      145,0
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an Repeater 2400)
      139,0
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an 1260E)
      120,0
    • TP-Link Deco P9
      112,0
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an 1260E)
      105,0
    • Devolo Magic 2 WiFi
      104,0
    • Google WiFi (1. Gen.)
      82,0

Bei der parallelen Übertragung über WLAN muss das Mesh-WLAN-System von AVM zum ersten Mal Federn lassen. Das Tri-Band-System von Netgear setzt sich weiterhin deutlich ab und die Fritz!Box 7590 erreicht im Zusammenspiel mit dem Fritz!Repeater 2400 in etwa die Geschwindigkeiten, die auch devolo Magic 2 WiFi und eero Pro erzielen. Das langsamere WLAN der Fritz!Box 7490 fällt nun weniger stark ins Gewicht, weshalb diese im zusammengerückten Testfeld zur Fritz!Box 7590 aufschließen kann.

Setzt man auf eine langsamere Komponente wie den 1260E-WLAN/Powerline-Adapter, reduziert sich die Übertragungsgeschwindigkeit des Fritz!-Meshs weiter.

Übertragungsrate im Einfamilienhaus über je drei Etagen und Decken hinweg

Auch das AVM-WLAN-System muss sich einem zweiten Testaufbau in einem Einfamilienhaus über mehrere Etagen stellen. Die Fritz!Box 7590 steht im Erdgeschoss, der 1220E-Powerline-Adapter per LAN-Kabel mit der Fritz!Box verbunden ebenfalls. Der 1260E-Adapter und der Fritz!Repeater 2400 wechseln ihre Positionen in der ersten und zweiten Etage ab, um erneut zwei Szenarien zu testen. Der Client ist immer mit dem Gerät im zweiten Stock verbunden, also maximal weit von der Fritz!Box entfernt. Das WLAN-Signal muss somit drei Decken und einen Höhenunterschied von rund 14 Metern in einem Haus aus den 1960er-Jahren überbrücken. Die Komponenten sind auf den Etagen jeweils zentral platziert. Client und Server sind, sofern das Mesh-WLAN-System dies ermöglicht, für diese Messungen erneut über ein LAN-Kabel mit den Mesh-Komponenten verbunden, um deren Übertragungsgeschwindigkeit zu ermitteln.

Übertragungsraten EFH bei Anschluss der PCs über LAN im Vergleich
  • Download vom Server:
    • eero Pro
      241
    • Netgear Orbi Voice
      185
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an Repeater 2400)
      170
    • Devolo Magic 2 WiFi
      116
    • Google WiFi (1. Gen.)
      113
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an Repeater 2400)
      105
    • TP-Link Deco P9
      94
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an 1260E)
      79
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an 1260E)
      63
    • Google Nest WiFi
      48
      Verbindung zum Client nur über WLAN möglich
  • Upload zum Server:
    • eero Pro
      305
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an Repeater 2400)
      172
    • AVM Fritz!Box 7590 Mesh (Client an 1260E)
      147
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an 1260E)
      113
    • Devolo Magic 2 WiFi
      109
    • Google WiFi (1. Gen.)
      109
    • Netgear Orbi Voice
      101
    • TP-Link Deco P9
      85
    • AVM Fritz!Box 7490 Mesh (Client an Repeater 2400)
      76
    • Google Nest WiFi
      61
      Verbindung zum Client nur über WLAN möglich

Auch bei der Fritz!Box 7590 bleiben von den fast 800 Mbit/s im Idealfall nur noch 170 Mbit/s übrig, obwohl Client und Server bei diesem Test wieder per LAN-Kabel mit den Komponenten verbunden sind. Damit liegt die Fritz!Box 7590 aber mehr als 60 Prozent beim Download und mehr als 120 Prozent beim Upload vor der Fritz!Box 7490, die auf rund 100 Mbit/s beim Download und 76 Mbit/s beim Upload kommt. Mit dem Tri-Band-System eero Pro können in diesem Fall beide nicht mithalten.

Dass es hierbei am WLAN hapert, zeigt das Ergebnis bei Nutzung des 1260E in der zweiten Etage mit LAN-Verbindung zum Client. Denn die Fritz!Box 7490 kann ihr schlechtes WLAN-Ergebnis beim Upload über Powerline deutlich übertreffen. In Summe ist das Verbinden des Clients mit dem Fritz!Powerline 1260E aber auch hier der langsamere Weg.

Leistungsaufnahme im Vergleich

Ein Vergleich der Leistungsaufnahme der Fritz!Box 7590 mit den anderen Mesh-WLAN-Systemen ist nicht sinnvoll, da ihr Funktionsumfang deutlich über die eines sonst gemessenen Satelliten der anderen Systeme hinausgeht. Aus diesem Grund wird hier die Leistungsaufnahme des Fritz!Repeater 2400 im Leerlauf und bei aktiver Datenübertragung gemessen.

Leistungsaufnahme eines einzelnen Access-Points im Vergleich
Einheit: Watt (W)
  • Leerlauf:
    • Google WiFi (1. Gen.)
      3,3
    • Google Nest WiFi
      3,8
    • Fritz!Repeater 2400
      4,0
    • eero Pro
      5,6
    • TP-Link Deco P9
      7,1
    • Devolo Magic 2 WiFi
      7,4
    • Netgear Orbi Voice
      8,0
  • Datenübertragung:
    • Google WiFi (1. Gen.)
      4,5
    • Fritz!Repeater 2400
      4,6
    • Google Nest WiFi
      5,5
    • eero Pro
      8,2
    • Devolo Magic 2 WiFi
      8,6
    • TP-Link Deco P9
      9,5
    • Netgear Orbi Voice
      11,2

Die Leistungsaufnahme des Fritz!Repeaters 2400 ist mit 4 Watt im Leerlauf und 4,6 Watt bei einer Dateiübertragung sehr gut und gehört zu den niedrigsten im Testfeld.

Mesh-WLAN-Preise im Vergleich

Preislich unterscheiden sich die Mesh-WLAN-Systeme im Testfeld deutlich, was auch an Dual-Band- und Tri-Band-WLAN liegt. Hier gilt ebenfalls, dass die Fritz!Box 7590 als ausgewachsener Router mit DSL-Modem in einer anderen Geräteklasse spielt als die anderen Mesh-WLAN-Systeme.

Kosten der Mesh-WLAN-Systeme im Vergleich
Preis
devolo Magic 2 WiFi Multiroom-Kit 280 Euro
TP-Link Deco P9 (3er-Set) 200 Euro
eero Pro (3er-Set) 499 Euro
Netgear Orbi Voice (RBK50V) 335 Euro
Google WiFi 1. Gen. (3er-Set) 335 Euro
Google Nest WiFi (2er-Set) 259 Euro
Fritz!Box 7590 + Fritz!Repeater 2400 + Fritz!Powerline 1260E WLAN Set 195 + 76 + 135 Euro = 406 Euro

Das im Test verwendete Set aus Fritz!Box 7590, Fritz!Repeater 2400 und Fritz!Powerline 1260E WLAN Set kostet insgesamt derzeit rund 410 Euro. Damit gehört es zu den teureren Systemen im Testfeld, bietet dafür aber mit der Fritz!Box 7590 als DECT-Basis und DSL-Modem auch deutlich mehr und erscheint im Vergleich sogar günstig. Wer zudem bereits eine Fritz!Box einsetzt, für den ist die Erweiterung des Systems mit einem Fritz!Repeater 2400 der günstigste Weg, ein Mesh-WLAN-System aufzubauen.

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