Epos 2, Vision 5 & Page 2 im Test: Display mit Schwächen

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Michael Schäfer 55 Kommentare

Die größten Unterschiede bei den E-Book-Readern zueinander offenbaren sich bei den verbauten Panels. Die einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass alle Vertreter ein beleuchtetes Display basierend auf E-Inks Carta-Technologie besitzen.

Beim Epos 2 ist dieses wie bereits beschrieben nun auf 8 Zoll angewachsen, infolgedessen hat sich auch die Auflösung leicht auf 1.440 × 1.920 Bildpunkte erhöht. Mittels der Mobius-Technologie konnte über die Display-Einheit das Gewicht des Readers deutlich verringert werden. Durch die Verwendung eines Kunststoffsubstrats als Bildschirmbasis wird der Unterbau deutlich flexibler und dadurch weniger anfällig für Stöße. Aus diesem Grund wird das Panel seitens Tolino auch als „bruchsicheres Display“ beschrieben.

Tolino  Page 2, Vision 5 & Epos 2
Tolino Page 2, Vision 5 & Epos 2

Beim Vision 5 ist das Display nun auf 7 Zoll angewachsen, wodurch sich die Auflösung mit 1.264 × 1.680 Pixel deutlich erhöht. Tolino verzichtet beim neuen Reader auf den Zusatz „HD“. Der Grund könnte darin zu finden sein, dass die geführte Auflösung mittlerweile als Standard angesehen werden kann. Beide Lesegeräte führen zudem in ihrer Beleuchtung einen Blaulichtfilter mit sich, mit dem entsprechende Anteile im Licht zurückgehalten werden.

Helligkeitsverteilung des Tolino Epos in cd/m²
128 141 148
132 140 141
136 143 155
Durchschnittshelligkeit: 140 cd/m²
Farbtemperatur: 5.650 Kelvin
Helligkeitsverteilung des Tolino mit aktiviertem Blaufilter in cd/m²
123 129 128
128 132 136
132 135 135
Durchschnittshelligkeit: 130 cd/m²
Farbtemperatur: 2.250 Kelvin

Die Helligkeit fällt bei beiden Geräten recht unterschiedlich aus, und das in vielerlei Hinsicht: So erreicht der Epos 2 mit deaktiviertem Blaulichtfilter eine maximale Helligkeit von im Durchschnitt 140 cd/m², der Vision 5 erzielt hier mit 115 cd/m² einen deutlich geringeren Wert. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass eine Helligkeit von 30 bis 40 cd/m² für ein komfortables Lesen mehr als ausreichend ist. Bei der Farbtemperatur liegen beide Reader mit 5.650 Kelvin wiederum gleichauf, was ein etwas wärmeres Licht bedeutet. Anders sieht es bei aktiviertem und maximal eingestelltem Blaulichtfilter aus: Im Normalfall sinkt die Helligkeit aufgrund des wärmeren Lichtes hierbei, was beim Epos 2 mit 130 cd/m² auch der Fall ist. Beim Vision 5 hingegen steigt die maximale Helligkeit bei eingeschalteter Unterdrückung, und zwar deutlich auf 140 cd/m². Bei der Farbtemperatur liegen Epos 2 und Vision 5 mit 2.550 Kelvin zu 2.600 Kelvin wieder nah beieinander.

Helligkeitsverteilung des Tolino Vision 5 in cd/m²
111 114 118
108 124 123
104 111 118
Durchschnittshelligkeit: 115 cd/m²
Farbtemperatur: 5.650 Kelvin
Helligkeitsverteilung des Tolino mit aktiviertem Blaufilter in cd/m²
134 133 142
140 158 151
127 133 146
Durchschnittshelligkeit: 140 cd/m²
Farbtemperatur: 2.600 Kelvin

Der Verlauf der Beleuchtung fällt bei beiden Readern ungleichmäßig aus, auch wenn dieser Fakt beim normalen Lesen aufgrund der geringeren Helligkeit weniger auffallen dürfte. Im Gegensatz zu herkömmlichen E-Book-Readern verläuft der Abfall seitlich, abhängig davon, wie herum der Reader gehalten wird. Dies ist auf den Umstand zurückzuführen, dass die LED-Einheiten der Beleuchtung nun wie bereits beim Kindle Oasis ebenfalls auf die Seite gerückt sind. Dies zieht jedoch auch Nachteile nach sich: So sind bei beiden Readern Lichthöfe und ein senkrecht verlaufender Schatten erkennbar, der, je nach Haltung, in den Anfang oder in das Ende jeder Zeile hineinragt – und damit von manchen Nutzern als störend empfunden werden kann. Solche Schatten treten zwar bei fast allen Readern auf, im Normalfall sitzen die Lichtgeber jedoch am unteren Ende des Displays, womit die auch hier entstehenden Schatten nicht in den Text hineinragen und daher als weniger störend empfunden werden. Beim Epos 2 und Vision 5 macht sich der Effekt somit deutlicher bemerkbar.

Automatischer Blaulichtfilter richtet sich nach wie vor nach Tageszeit

Da sowohl der Epos 2 wie auch der Vision 5 weiterhin einen Lichtsensor vermissen lassen, legt die automatische Justierung des Blaufilters weiterhin die jeweilige Uhrzeit als Grundlage an. Dabei sollen zwar Sommer- und Normalzeit berücksichtigt werden, in der Praxis deckt sich diese Einstellung jedoch nur selten mit den Gewohnheiten des Lesers.

Beleuchtung mit deaktiviertem (links) und aktiviertem Blaulichtfilter (rechts)
Beleuchtung mit deaktiviertem (links) und aktiviertem Blaulichtfilter (rechts)

Kleinster Reader ist nun auch hell

Beim Page 2 stellt sich die nun ebenfalls integrierte Beleuchtung für Nutzer als größte Neuerung dar, aber auch die Auflösung ist leicht von 800 × 600 auf 768 × 1.024 Bildpunkten angestiegen.

Mit ebenfalls 140 cd/m² fällt die Helligkeit genauso hell aus wie bei den beiden großen Brüdern, die Farbtemperatur mit 6.600 Kelvin dagegen deutlich kühler. Zudem muss an der Anzahl der Lichthöfe gemessen der Page 2 mit lediglich vier LEDs auskommen, normalerweise besitzen Reader in dem Klassement mindestens fünf Einheiten. Doch auch beim kleinen Lesegerät fällt die Ausleuchtung unregelmäßig aus, nur diesmal vor allem wie gewohnt von oben nach unten.

Auf einen Blaulichtfilter muss beim Einsteiger-Reader verzichtet werden. Auch wenn aufgrund der Beleuchtung der UVP auf 89 Euro gestiegen ist, bleibt dieser Schutz weiterhin den höherpreisigen Geräten vorbehalten.

Helligkeitsverteilung des Tolino Page 2 in cd/m²
143 146 157
142 148 149
124 129 128
Durchschnittshelligkeit: 140 cd/m²
Farbtemperatur: 6.600 Kelvin

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