Viper Mini & Rival 3 im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

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Fabian Vecellio del Monego
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Viper Mini und Rival 3 verfügen standesgemäß über den obligatorischen Microcontroller und einen internen Speicher. Die Latenzen beider Mäuse lassen sich mit einer maximalen USB-Abfragerate von 1.000 Hertz auf rund 1 ms senken, unterstützt werden zudem Polling-Raten von 500 und 250 Hertz. Die Verzögerung zwischen Maus und Rechner steigt dabei reziprok proportional.

Sensorik mit kleinem Kompromiss

Während nahezu alle zuletzt getesteten Mäuse einen High-End-Sensor auf oder gar über dem Niveau der Referenz in Form des PixArt PMW-3360 vorwiesen, verhält es sich bei Viper Mini und Rival 3 anders. Beiden Probanden geben die Hersteller zum Drücken des Preises einen günstigeren und weniger leistungsstarken Sensor mit auf den Weg. Insbesondere im Fall von Razers Modell ist das zumindest ärgerlich, da die konkurrierende Model O- (Test) zur gleichen unverbindlichen Preisempfehlung von ebenfalls 50 Euro mit besagtem PMW-3360 daherkommt und der Preisvergleich gar nur rund halb so teure Mäuse mit jenem Sensor findet.

PixArt PMW-3331 PixArt PMW-3359 PixArt PMW-3360 PixArt PMW-3399 Logitech Hero 16K
Abtastung Optisch / Infrarot-LED
Auflösung 100–8.500 cpi 200–12.000 cpi 100–20.000 cpi 100–16.000 cpi
Geschwindigkeit 7,6 m/s 6,3 m/s 16,5 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung 343 m/s² 490 m/s² > 392 m/s²
Lift-off-Distance ~ 3 mm ~ 2,5 mm ~ 1,2 mm ~ 1 mm

Der in Viper Mini und Rival 3 eingesetzte Sensor ist dabei sehr ähnlich. Sowohl PMW-3359 als auch PMW-3331 basieren technisch auf dem bekannteren und schon länger verwendeten PMW-3330. So verwundet es nicht, dass beide einen absolut ausreichenden Auflösungsbereich von 100 bis 8.500 Counts per Inch abdecken. Die bis zu 20.000 cpi der High-End-Sensoren bieten demgegenüber keinen Vorteil. Ähnlich verhält es sich bei der maximal messbaren Geschwindigkeit und Beschleunigung: Mehr ist zwar in der Theorie besser, doch im Rahmen menschlicher Fähigkeiten sind die Spezifikationen von PMW-3359 und PMW-3331 völlig ausreichend.

Bei der Lift-off-Distance – also dem Abstand, ab dem der Sensor beim Anheben der Maus keine Bewegungen mehr registriert – verbirgt sich jedoch die klassische Schwäche des PMW-3331. Leider erben sowohl Viper Mini als auch Rival 3 eben jenen Nachteil, wenngleich die Schwere verschieden ausfällt. So bleibt der PMW-3331 bei den schlechten 3 mm des Vorbilds, während Razer die LoD immerhin auf 2,5 mm senken konnte. Gut ist das angesichts der 1,2 mm eines PMW-3360 aber dennoch nicht. Eine geringe Lift-off-Distance ist besonders wichtig, wenn die Maus häufig hochgehoben und wieder abgesetzt wird: Je niedriger der Wert, desto seltener verrutscht dabei der Mauszeiger.

Besonders bei Low-Sense-Spielern – also solchen, die zu einer niedrigen Sensorauflösung tendieren, die Maus folglich über große Strecken bewegen und daher häufig umsetzen müssen – gestaltet sich die Verwendung der Viper Mini folglich potentiell problematisch und die Verwendung der Rival 3 problematischer. Abseits dessen unterscheiden sich beide Sensoren im Rahmen menschlicher Wahrnehmung allerdings selbst im direkten Vergleich kaum von den der Nomenklatur nach überlegenen Modellen. Lediglich der Blick auf Software-Messungen offenbart die Unterlegenheit auf den ersten Blick.

Software leidet unter zwei unzureichenden Speichern

Auch wenn Nutzer beider Mäuse zum Betrieb keine speziellen Treiber benötigen, kann es sich lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Razer und SteelSeries bieten mit Synapse 3 und Engine 3 eigene Programme an, um beispielsweise Sensorauflösung, Tastenbelegung oder Beleuchtung der Mäuse nach eigenem Belieben zu konfigurieren und ausgewählte Einstellungen zu speichern.

Beide Programme warten über die Standardfunktionen hinausgehend mit einem Makro-Editor und vordefinierten Makros auf. Beides fällt bei Razer umfangreicher und angenehmer nutzbar aus. Überdies erlaubt lediglich Synpase eine Sekundärbelegung aller Tasten der Viper Mini, SteelSeries bietet eine solche Funktion nicht an. Ein Problem beider Probanden ist derweil der unzulängliche interne Speicher. Besonders im Falle der kleinen Viper ist das schade, da Razer diesen Mangel bei den meisten neueren Mäusen – etwa der DeathAdder V2 oder der Viper Ultimate – ausgeräumt hat, die Viper Mini nun aber wieder vom Zwang zu Synapse geplagt wird.

Immerhin gibt Razer aber bereits bei der Konfiguration der Tasten an, welche Befehle auf dem internen Speicher gesichert werden können und welche nicht – Engine 3 hingegen schweigt diesbezüglich, sodass Nutzer jede Zuweisung einzeln testen müssen. Die Beleuchtungs­einstellungen können derweil beide Mäuse nicht autark sichern. Bezüglich Synapse lässt sich noch hinzufügen, dass das Programm nicht mehr dazu zwingt, ein Konto anzulegen: Auch mit einem Gast-Account lässt sich die volle Funktionalität der Software nutzen.

Diese liegt indes klar über der des SteelSeries-Pendants: Razer Synapse ist hinsichtlich der Möglichkeiten komplexer, kommt aber dennoch mit kompakteren Menüs daher und lässt sich generell besser bedienen. Die Kehrseite der Medaille der Razer-Software ist allerdings nach wie vor die höhere Anforderung an die Systemleistung. Engine 3 ist ein wenig ressourcenschonender.

Verarbeitung ohne Auffälligkeiten

Bei der Verarbeitungsqualität der beiden Mäuse zeigen sich keine akuten Mängel. Das Gehäuse der Rival 3 lässt sich zwar schon mit recht wenig Druck temporär eindellen und zum Knarzen bringen. Oroblematisch ist das in der Regel nicht, aber überraschend, da die leichtere Viper über ein stabileres Chassis verfügt. Razers Nager macht generell einen hochwertigeren Eindruck, die Unterschiede sind jedoch marginal. Da beide Eingabegeräte weitgehend ohne glänzende Flächen und Gummierungen auskommen, ist das Risiko des Abriebs der Oberflächenstruktur äußerst gering. Stets vorhanden ist allerdings der Abrieb der Gleitfüße: Diese sind bei der Viper Mini mehr als doppelt so dick wie bei der Rival 3.

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