Huawei P40 Pro im Test: Laden, Akkulaufzeit und Fazit

 3/3
Nicolas La Rocco
163 Kommentare

Aufladen mit bis zu 40 Watt

Den Akku hat Huawei für das P40 Pro im Vergleich zum P30 Pro nicht verändert, sodass weiterhin 4.200 mAh geboten werden. Einzig das normale P40 hat mit 3.800 mAh zu 3.650 mAh ein leichtes Plus erhalten. Das Netzteil des P40 leistet maximal 22,5 Watt, das des P40 Pro bis zu 40 Watt. Kabelloses Laden mit neuerdings bis zu 27 Watt bei Nutzung eines Super-Charge-Wireless-Ladegerätes ist dem P40 Pro vorbehalten.

Weniger Akkulaufzeit

Weil bei gleich großem Akku die Auflösung des Displays im Vergleich zum P30 Pro um 25 Prozent erhöht wurde und Huawei das Panel standardmäßig mit den neuen 90 Hz statt 60 Hz betreibt, sind die Akkulaufzeiten zwangsläufig im Vergleich zum P30 Pro gesunken. Beim YouTube-Streaming im Browser, weil die native App nicht lauffähig ist, beträgt der Rückstand des P40 Pro 19 Prozent zum Vorgänger, im PCMark 1.1 sind es deutlichere 44 Prozent. Dass das Display ab Werk mit der Einstellung „Smart“ ausgeliefert wird, in der das System die Auflösung auf 800 × 1.760 Pixel reduzieren kann, um Energie zu sparen, hat in den Benchmarks keinen positiven Einfluss auf die Werte. Wird das Panel dauerhaft mit der Einstellung „Hoch“ bei voller Auflösung betrieben, liegt die Abweichung im Bereich weniger Prozentpunkte nach unten und im Rahmen der Messtoleranz.

Samsung hat beide Seiten der Gleichung angepasst

Im Vergleich zum P30 Pro sind die neuen Akkulaufzeiten ein klarer Rückschritt. Huawei zehrt in diesem Punkt aber glücklicherweise von einem gewissen Puffer gegenüber der Konkurrenz, sodass die Akkulaufzeiten insgesamt weiterhin gut ausfallen, jetzt aber eben leicht hinter Mitbewerber-Smartphones wie die neue Galaxy-S20-Serie von Samsung gefallen sind. Bei der Konkurrenz hat man die Akkus im Zuge der höheren Bildwiederholrate entsprechend angepasst, Huawei hingegen hat das versäumt.

Fazit

Selten hat ein Smartphone einen solch zwiespältigen Eindruck hinterlassen wie das Huawei P40 Pro. Für das Mobilgerät spricht in erster Linie die Kamera, die bis auf wenige Ausnahmen gute bis sehr gute Aufnahmen liefert. Zum uneingeschränkten Klassenprimus hat sich Huawei trotz der Neuerungen wie dem übergroßen Sensor aber nicht entwickelt. Zum Beispiel nimmt die Schärfe im Randbereich ab und Makroaufnahmen sehen nicht so gut wie bei Apple oder Google aus. Das Teleobjektiv liefert aber überzeugende Ergebnisse, während das Ultraweitwinkelobjektiv aufgrund des eingeschränkten Sichtfeldes im Vergleich zu Apple und Samsung enttäuscht.

Huawei P40 Pro im Test
Huawei P40 Pro im Test

Auf der Habenseite stehen beim P40 Pro die sehr gute Verarbeitung und die hochwertige Anmutung, das gute Display, reduzierte, aber weiterhin gute Akkulaufzeiten und die gute bis sehr gute Leistung des mit 5G ausgestatteten Prozessors, wenngleich Apple, Qualcomm und Samsung zwischenzeitlich mehr Leistung mit ihren Chips bieten. Das P40 Pro agiert acht Monate nach Vorstellung des SoCs aber weiterhin schnell.

Die Apps bleiben Huaweis Problem

Größter Schwachpunkt des P40 Pro ist klar das eingeschränkte App-Angebot der Huawei AppGallery. Dieser fehlen nach wie vor die wichtigsten Apps aus dem Google Play Store – statt steigender Qualität gibt es lediglich steigende Quantität. Alternative Stores und APK-Anbieter gleichen das Defizit zum Teil aus, öffnen aber Tür und Tor für potenziell manipulierte Apps. Zahlreiche Google-Apps, die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, darunter Google Maps oder Google Pay, laufen selbst von Drittanbietern heruntergeladen nicht.

Huaweis Hardware des P40 Pro mag die aufgerufenen gut 1.000 Euro wert sein, die Software ist es zum aktuellen Zeitpunkt aber definitiv nicht. Wer beim Kauf eines Smartphones keine Experimente mit fehlenden Apps eingehen möchte, ist trotz der noch so guten Kamera derzeit falsch beim P40 Pro aufgehoben.

Huawei P40 Pro
Produktgruppe Smartphones, 06.04.2020
  • Display
    +
  • Leistung Produktiv
    ++
  • Leistung Unterhaltung
    +
  • Laufzeit
    +
  • Verarbeitung
    ++
  • OLED-Bildschirm mit 90 Hz
  • Sehr gute Hauptkamera
  • Vielfältig nutzbares Teleobjektiv
  • Schneller Prozessor
  • 5G-Unterstützung für alle Modelle
  • Hochwertige Materialwahl
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Noch gute Akkulaufzeiten
  • Schnelles kabelgebundenes Laden
  • Schnelleres kabelloses Laden
  • Dual-SIM
  • IP68-Zertifizierung
  • Stark eingeschränktes App-Angebot
  • Ultraweitwinkel mit engem FoV
  • Proprietäre Speichererweiterung
  • Akkulaufzeiten verschlechtert

Technische Daten im Überblick

Huawei P40 Pro
Huawei P30 Pro
Software:
(bei Erscheinen)
Android 10.0 Android 9.0
Display: 6,58 Zoll
1.200 × 2.640, 441 ppi
OLED, HDR
6,47 Zoll
1.080 × 2.340, 398 ppi
OLED, HDR
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner
SoC: HiSilicon Kirin 990 5G
2 × Cortex-A76, 2,86 GHz
2 × Cortex-A76, 2,36 GHz
4 × Cortex-A55, 1,95 GHz
7 nm, 64-Bit
HiSilicon Kirin 980
2 × Cortex-A76, 2,60 GHz
2 × Cortex-A76, 1,92 GHz
4 × Cortex-A55, 1,80 GHz
7 nm, 64-Bit
GPU: Mali-G76 MP16
600 MHz
Mali-G76 MP10
720 MHz
RAM: 8.192 MB
LPDDR4X
Speicher: 256 GB (erweiterbar) 128 / 256 / 512 GB (erweiterbar)
1. Kamera: 50,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,9, AF, OIS
40,0 MP, 2160p
LED, f/1,6, AF, OIS
2. Kamera: 40,0 MP, f/1,8, AF 20,0 MP, f/2,2, AF
3. Kamera: 12,0 MP, f/3,4, AF, OIS 8,0 MP, f/3,4, AF, OIS
4. Kamera: 0,3 MP ?
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 32,0 MP, 2160p
Display-Blitz, f/2,0, AF
32,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,0
2. Frontkamera: 0,3 MP Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced Pro Advanced Pro
↓1.400 ↑200 Mbit/s
5G: NSA/SA Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac/ax 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct
Bluetooth: 5.1 5.0 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS
Weitere Standards: USB 3.1 Typ C, NFC, Infrarot
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 4.200 mAh (16,04 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
Größe (B×H×T): 72,6 × 158,2 × 8,95 mm 73,4 × 158,0 × 8,41 mm
Schutzart: IP68
Gewicht: 209 g 192 g
Preis: ab 615 € ab 496 € / ab 649 € / –

ComputerBase wurde das P40 Pro leihweise von Huawei zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.