HP Pavilion Gaming 15 im Test: Benchmarks in Apps und Games

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Frank Meyer et al. 76 Kommentare

ComputerBase hat das Notebook mit Windows 10 Version 1909 und den mit Stand Ende April aktuellen Treibern getestet.

Leistungsprofile: Fehlanzeige

Im Auslieferungszustand hat das HP Pavilion Gaming 15 keine gesonderten Leistungsprofile, die via Software einstellbar sind, vorinstalliert. Solche sind allein der Omen-Serie vorbehalten.

Stattdessen beschränkt HP die Wahl des Leistungsniveaus auf zwei Zustände, die sich über den Energiesparmodus von Windows definieren. Ähnlich machte es bereits Lenovo beim mit dem Ryzen 7 3700U bestückten IdeaPad S540.

Modus CPU-Package-Power
(dauerhaft)
CPU-Package-Power
(Spitzenlast)
Takt
(dauerhaft, ca.)
HP Pavilion Gaming 15 (Akku) 17 Watt 17 Watt 3,20 GHz
HP Pavilion Gaming 15 (Strom) 32 Watt 47 Watt 3,55 GHz

Ab Werk ist dieses Verhalten direkt im Betriebssystem als „HP Empfehlung“ bezeichnet. Für die Nutzung fernab vom Stromnetz wird die Leistungsaufnahme der Ryzen-3000H-APU zugunsten einer längeren Laufzeit und einer geringeren Lautstärke – wie üblich – eingeschränkt, mit angeschlossenem externen Netzteil hingegen sind den Taktraten über die Energieaufnahme keine Fesseln angelegt. Damit steigt automatisch auch die Geräuschkulisse, denn das Limit wird über die steigenden Temperaturen gesetzt.

Die Taktraten des Ryzen 7 3750H unter Dauerlast

Die von AMD für den Ryzen 7 3750H in den Spezifikationen definierten 35 Watt maximale Package-Power (TDP) liegen – ausgelesen mit HWiNFO – beim HP Pavilion Gaming 15 unter absoluter Dauerlast nie an. Die von Tools ausgelesenen Werte für die Package-Power waren bei Ryzen 3000 Mobile aber schon immer mit Vorsicht zu genießen.

Im Test mit Blender Benchmark und angeschlossenem Netzteil genehmigt sich der Ryzen 7 3750H laut HWiNFO bei einer anliegenden Spannung von 1,42 Volt kurzzeitig 44 Watt. Die acht Threads erreichen dabei die von AMD in den Spezifikationen festgesetzten 3,7 GHz, bevor nach 20 bis 30 Sekunden die Temperatur mit 95 Grad Celsius einen bedenklichen Wert erreicht und die Lüfter hörbar die Arbeit aufnehmen.

Die Leistungsaufnahme fällt dann abrupt auf 38 Watt, was zu einer geringeren Temperatur von 88 Grad Celsius führt. Nachdem die Lüfter intensiver für einen Luftaustausch sorgen, bleibt die Leistungsaufnahme noch einige Minuten länger höher, als es die TDP-Klassifizierung vorsieht, bevor das von HP aufgelegte Limit bei der Leistungsaufnahme von ausgelesenen 32 Watt anliegt. Die Spannung fällt dabei auf rund 1,2 Volt, um schlussendlich bei 1,15 Volt zu verharren. Der Takt sinkt langsam auf 3,55 GHz, bis eine Temperatur von rund 74 Grad Celsius bei der Picasso-APU anliegt. Einen signifikanten Leistungsabfall über die Zeit zeigt das Pavilion Gaming 15 nicht.

Blender Benchmark 1.0 Beta 2
Einheit: Stunden, Minuten, Sekunden
  • Quick Benchmark:
    • Asus ROG Zephyrus G14 (Ryzen 9 4900HS)
      0:20:37
    • Gigabyte Aero 15 OLED (Core i7-10875H, 62 W)
      0:21:12
    • Gigabyte Aero 15 OLED (Core i7-10875H, 45 W)
      0:24:37
    • HP Pavilion 15 (Ryzen 7 3750H)
      0:43:29
    • Acer Swift 3 (Core i7-1065G7)
      1:02:16
    • Asus ExpertBook B9450FA (Core i7-10510U, 10 W)
      1:34:43

Im kompletten Kontrast dazu hat HP den Akku-Modus ausgelegt, bei dem über das nahezu halbierte Leistungslimit von nur 17 Watt und der damit verbundenen niedrigeren Leistungsaufnahme eine Spannung von 0,95 Volt für alle Kerne anliegt. Die Temperatur steigt bei einem dauerhaften Takt von 3,2 GHz nur sehr langsam, weshalb die Lüfter entsprechend später die Arbeit aufnehmen. Bis zur Temperaturschwelle von 70 Grad Celsius ist die Kühllösung im HP Pavilion Gaming 15 unauffällig, weil die Lüfter komplett stillstehen oder nur mit niedriger Drehzahl laufen.

Im Single-Core-Lauf des Cinebench R15 zeigt der Ryzen 7 3750H das von Picasso bekannte Verhalten: Der Takt schwankt stark. Immer wieder liegt der maximale Takt von 4,0 GHz an, regelmäßig fällt der Takt auf dem schnellsten Kern aber auch bis auf unter 3,0 GHz ab.

Anwendungsleistung im Detail

Über einen umfangreichen Testparcours mit Alltags- und Heavy-Workload-Lasten kann der Ryzen 7 3750H seine mittlerweile von Zen 2 überholte Zen+-Basis nicht verbergen. In typischen Endanwender-Szenarien liegt die CPU nur mit einer auf 10 Watt eingebremsten Comet-Lake-CPU gleichauf, ein Ryzen 9 4900HS ist fast 80 Prozent schneller unterwegs – mehr Kerne, mehr Takt und Zen-2-IPC sei Dank.

Wird der Prozessor richtig gefordert, kann der Ryzen 7 3750H zwar Comet Lake-U und Ice Lake-U mit 10 respektive 15 Watt schlagen, die H-Modelle des Nachfolgers und des Konkurrenten rücken aber noch weiter weg.

Spieleleistung im Detail

Zuletzt hatte die Redaktion die Spieleleistung potenter Notebooks in F1 2019 und Shadow of the Tomb Raider getestet. F1 2019 erhielt inzwischen allerdings ein Update, das die Leistung deutlich anhebt. Ältere Testergebnisse sind nicht mehr vergleichbar. Und auch in Shadow of the Tomb Raider war es jetzt Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen.

Auf vier Notebooks neu erstellte und damit perfekt vergleichbare Benchmarks in F1 2019 (Full HD, Preset „Ultrahoch“, TAA, 16 x) zeigen, dass die Kombination aus Ryzen 7 3750H und GeForce GTX 1660 Ti Max-Q (Pavilion 15) nicht an die Leistung der Kombination Core i7-9750H mit GeForce GTX 1660 Ti (Razer Blade 15 (Base Model 2019)) herankommt.

F1 2019 (dGPU, Full HD, Preset Ultrahoch, TAA, 16x)
  • avg. FPS:
    • Blade 15 (9750H, 1660 Ti)
      109,0
    • Blade 15 (8750H, GTX 1070 MQ)
      107,0
    • Zephyrus G14 (4900HS, 2060 Max-Q)
      99,0
    • Pavilion (3750H, 1660 Ti Max-Q)
      91,0
  • min. FPS:
    • Blade 15 (9750H, 1660 Ti)
      86,0
    • Blade 15 (8750H, GTX 1070 MQ)
      81,0
    • Zephyrus G14 (4900HS, 2060 Max-Q)
      80,0
    • Pavilion (3750H, 1660 Ti Max-Q)
      74,0

In den Spielen Counter-Strike: Global Offensive, Destiny 1, Fortnite und Overwatch bestätigt sich das: Die Titel, allen voran CS:GO, verschieben die Last im Vergleich zu F1 2019 mit dem Preset „Ultrahoch“ deutlich auf die CPU, die Rückstände des Pavilion 15 auf das Blade 15 Base Model mit „identischer“ GeForce GTX 1660 Ti werden deutlich größer. Im Schnitt über alle vier Spiele sind es sowohl bei den FPS als auch bei den Frametimes etwas über 20 Prozent Rückstand.

Interessantes offenbart auch der isolierte Blick auf die Frametimes: Hier zeigt sich der Entwicklungssprung, den AMD Renoir aka AMD Ryzen 4000H(S) hingelegt hat. Denn während der Ryzen 7 3750H mit vier Zen+-Kernen mit Abstand das Schlusslicht bildet, liegt der Ryzen 9 4900HS mit GeForce RTX 2060 Max-Q noch am ehesten auf Augenhöhe mit dem Core i7-10875H samt GeForce RTX 2070 Max-Q.

Leistung der Laufwerke

Im Muster des HP Pavilion Gaming 15 ist eine NVMe-SSD vom Typ Intel 660p mit Anbindung über PCIe 3.0 x4 und QLC-NAND verbaut – immer ist das allerdings nicht der Fall, denn für gewöhnlich entscheiden die Notebook-Hersteller je nach Verfügbarkeit, Preis und Marktsituation bei einem vergleichbaren Leistungsniveau, welche Laufwerke in den Modellen zum Einsatz kommen.

Obwohl der M.2-Steckplatz im Pavilion Gaming 15 über vier Leitungen voll angebunden ist, erreicht das 500-GB-Modell der Intel 660p nicht das Leistungsniveau der 1-TB-Variante, die im Asus Zephyrus G14 mit AMD „Renoir“ und nur zweifach angebundenem Speicher-Slot verbaut ist. Zwar sind die Leseraten leicht höher, doch bei den Schreibraten ist der Unterschied klarer erkennbar.

Und auch die beispielsweise im Razer Blade 13 ohne Limitierung über den M.2-Slot verbaute NVMe-SSD vom Typ Lite-On CA3 mit einem Speicherplatz von ebenfalls 500 GB arbeitet in nahezu allen Bereichen schneller als die Intel SSD. Während der mehrfach hintereinander durchgeführten Testreihe stieg die Temperatur des Intel-Laufwerks nicht über 48 Grad Celsius und blieb damit im absolut unkritischen Bereich.

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