iFrogz Airtime Sport im Test: Klang, Latenz und Fazit

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Frank Hüber 10 Kommentare

Dumpfer Klang

Klanglich überzeugen die iFrogz Airtime Sport nicht. Dabei zeigen sie ein interessantes Verhalten. Sorgt man für einen festen, abdichtenden Sitz, klingen sie deutlich schlechter, als wenn man sie bewusst wieder ein Stück aus den Ohren herauszieht. Gerade die dichte Abschottung mit den Memory-Foam-Passstücken wirkt sich spürbar negativ auf den Klang aus. Das liegt vor allem daran, dass der Bass dann stärker in den Vordergrund rückt und sehr dumpf klingt. Lockert man den Sitz, wird der Klang luftiger und die dumpfen Bässe erdrücken nicht mehr alles. Man muss sich somit zwischen Sitz und Klang entscheiden – keine gute Wahl.

Dennoch ist grundsätzlich nicht darüber hinwegzusehen, dass die Airtime Sport dumpf klingen und viel Prägnanz und Klarheit vermissen lassen. Ein aufspielendes Schlagzeug entfaltet aufgrund fehlender Dynamik beispielsweise in keiner Weise etwas Mitreißendes, da es dumpf im Hintergrund bleibt. Die Mitten sorgen zwar für eine gute Verständlichkeit von Gesang, aber auch den Höhen fehlt es deutlich an Klarheit und Differenzierung. Sobald sich tiefe Frequenzen hinzuschalten, überlagern sie zudem vieles und der Klang wird matschig. Wie stark dies wahrgenommen wird, hängt bei den Airtime Sport stärker als bei anderen In-Ears vom persönlichen Sitz der Ohrhörer ab.

iFrogz Airtime Sport
iFrogz Airtime Sport

Verzerrte Telefonie

Auch die Telefonie über die iFrogz Airtime Sport ist keine Freude für den Gesprächspartner. Die Stimme des Trägers ist verzerrt und blechern. Die Filter unterdrücken Hintergrundgeräusche zwar weitgehend gut, bei Vogelgezwitscher führen sie aber zu hochfrequenten Störgeräuschen, die unangenehmer als die Vogelstimmen selbst sind.

Für lange Gespräche sollte man deshalb nicht auf die Airtime Sport zurückgreifen.

Kein Transparenzmodus

Einen besonders für die persönliche Sicherheit wichtigen Transparenzmodus, um beim Sport im Straßenverkehr seine Umwelt wahrzunehmen, bieten die Airtime Sport nicht. Wer mit den Memory-Foam-Einsätzen Laufen geht, sollte seine Umwelt deshalb sehr gut im Auge behalten, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Normale Latenzen

Die Latenz der iFrogz Airtime Sport liegt mit 160 bis 180 ms sowohl unter Android als auch iOS im normalen Rahmen, auch wenn sie eher in Richtung 180 ms tendiert.

Latenz zwischen Bild und Ton im Vergleich
In-Ear-Kopfhörer Latenz
iFrogz Airtime Sport 160–180 ms (Android, AAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
JBL Reflect Flow 160–180 ms (Android, AAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
JBL Tune220TWS 160–180 ms (Android, AAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Huawei FreeBuds 3i 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Honor Magic Earbuds 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Anker SoundCore Liberty Air 2 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Sony WF-1000XM3 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sennheiser Momentum True Wireless 2 60–80 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Samsung Galaxy Buds+ 160–180 ms (iOS, AAC/Android) / 80 ms (Spielemodus mit Samsung-Smartphone)
Bose SoundSport Free 160–180 ms (iOS, AAC) / 300 ms (Android)
Jabra Elite Active 75t 160–180 ms (iOS, AAC/Android, SBC)
Padmate PaMu Slide 160–180 ms (iOS/Android, aptX)
Jabra Elite 75t 160–180 ms (iOS, AAC/Android, SBC)
Apple AirPods Pro 160–180 ms (iOS, AAC/Android, SBC)
Sennheiser Momentum True Wireless 60–80 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
EarFun Free (2. Gen.) 160–180 ms
EarFun Free 160–180 ms
Yobybo Card20 160–180 ms
Apple AirPods (2. Gen.) 160–180 ms
Huawei FreeBuds 3 60–80 ms
Razer Hammerhead 180 ms / Gaming-Mode: 60–80 ms
Creative Outlier Gold 160 ms
Anker Soundcore Liberty 2 Pro 60–80 ms
Cambridge Audio Melomania 1 180 ms
Xiaomi Redmi AirDots 160–180 ms
Jaybird Vista 160 ms
Skullcandy Indy 160–180 ms
Skullcandy Sesh 160–180 ms
TaoTronics SoundLiberty 53 200 ms

Fazit

Die Airtime Sport halten fest im Ohr, nicht nur wegen der Sportbügel, sondern auch aufgrund der Memory-Foam-Einsätze, die zudem eine sehr hohe Isolierung bieten. Doch dies wirkt sich extrem negativ auf den Klang aus, der dumpf und matschig klingt. Möchte man ihn halbwegs retten, muss man den eigentlich festen Sitz lockern. Der Klang ist es deshalb auch, der die iFrogz Airtime Sport selbst zu einem Preis von derzeit rund 70 Euro disqualifiziert. Denn Freude kommt beim Musikhören hier nicht auf.

Je nach persönlicher Passung können sich die Ohrbügel außerdem negativ auf den Halt auswirken, wenn man nicht zu den Memory-Foam-Einsätzen greift. Sowohl im als auch hinter dem Ohr optimal sitzen die In-Ears beim Tester nie. Zudem lassen sie einen Transparenzmodus vermissen, so dass man etwa beim Joggen nichts mehr von der Umwelt wahrnimmt.

Die Akkulaufzeit ist darüber hinaus vergleichsweise kurz, wenn auch im Alltag meist ausreichend, sofern man sie zwischendurch immer in das Ladecase zurücklegt. Dass die kabellosen In-Ears keine App bieten, über die man Firmware-Updates einspielen oder die Bedienung und den Klang anpassen kann, gerät da fast schon in Vergessenheit. Auch auf Extras wie Multi-Connect muss der Käufer verzichten.

Positiv sind hingegen die IPX5-Zertifizierung und das Wireless Charging des Ladecases – das ist jedoch zu wenig, um am Ende eine gute Wahl zu sein. Sowohl die Jaybird Vista (Test) als auch die JBL Reflect Flow (Test) klingen weit besser und bieten neben IPX7 insgesamt deutlich mehr, sind dafür aber auch teurer.

iFrogz Airtime Sport
Produktgruppe In-Ear-Kopfhörer, 28.05.2020
  • Klang
  • Verarbeitung
    O
  • Tragekomfort
    +
  • Bedienung
    +
  • Guter Halt beim Sport
  • Wireless Charging
  • IPX5-Zertifizierung
  • Dumpfer Klang
  • Schlechte Telefonie
  • Starre Ohrbügel
  • Vergleichsweise kurze Akkulaufzeit
  • Keine App für Anpassungen und Updates

ComputerBase hat die Airtime Sport leihweise von iFrogz zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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