Nvidia Turing: Benchmarks mit DLSS in Full HD und UHD sowie das Fazit

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Wolfgang Andermahr
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Die Performance-Gewinne können massiv sein

DLSS kann vor allem in Verbindung mit Raytracing riesige Leistungsgewinne bringen. Nicht nur, weil eine geringere Auflösung immer die Leistung verbessert, sondern auch, weil Spiele mit Raytracing bei einer geringeren Auflösung auch automatisch weniger Strahlen abschießen – was die GPU-Last deutlich reduziert. Deshalb fällt die Steigerung durch DLSS in höheren Auflösungen größer aus als in niedrigen.

Vor allem Control und Deliver Us The Moon zeigen mit DLSS eine deutlich bessere Performance. Wer in dem Spiel mit der GeForce GTX 2060 Super in Full HD DLSS auf die Stufe „Quality“ stellt, erhält mal eben 65 Prozent mehr FPS und 66 Prozent bessere Frametimes. Die GeForce RTX 2080 Ti legt mit 52 und 48 Prozent etwas weniger zu, dafür gibt es in Ultra HD mit DLSS auf „Quality“ einen Riesensprung von plus 84 und plus 87 Prozent. Die GeForce RTX 2060 Super erzielt gar einen Zuwachs um 90 und 66 Prozent.

Die Quality-Einstellung legt bei DLSS mit Abstand am meisten zu, der Schub mit „Balanced“ und „Performance“ fällt deutlich kleiner aus. Die GeForce RTX 2080 Ti wird in Control und 3.840 × 2.160 durch „Balanced“ vergleichsweise bescheidene 20 und 22 Prozent schneller, die Performance-Einstellung bringt dann noch einmal zusätzlich 20 und 17 Prozent. Die GeForce RTX 2060 Super profitiert dagegen deutlich mehr, was allerdings primär daran liegt, dass der 8 GB große Speicher der Grafikkarte in den höheren Auflösungen bei aktiviertem Raytracing zu klein ist.

Während Control und Deliver Us The Moon ähnliche Leistungssteigerungen zeigen, bringt DLSS in Wolfenstein: Youngblood einen kleineren, aber immer noch sofort spürbaren Schub. In 1.920 × 1.080 wird die GeForce RTX 2060 Super durch DLSS auf „Quality“ um je 41 Prozent beschleunigt, die GeForce RTX 2080 Ti um 28 und 29 Prozent. In Ultra HD ist die Steigerung mit 64 und 69 Prozent auf dem kleineren sowie mit 57 und 60 Prozent auf dem größeren Turing-Modell deutlich größer. Dasselbe gilt auch für die höheren DLSS-Einstellungen.

Spielbar oder nicht: DLSS kann entscheiden

Mit Ausnahme von Wolfenstein: Youngblood – was generell gute Frameraten hat – macht DLSS 2.0 in Control sowie Deliver Us The Moon bei aktiviertem Raytracing durchweg den Unterschied zwischen spielbar und nicht spielbar aus. Control ist mit der GeForce RTX 2060 Super und Raytracing auf „Hoch“ zum Beispiel bereits in 1.920 × 1.080 nicht spielbar, mit DLSS auf „Quality“ gibt es dagegen etwas mehr als 60 FPS. Die GeForce RTX 2080 Ti ruckelt derweil in 3.840 × 2.160 und mittleren Details hilflos herum, mit DLSS auf „Quality“ gibt es aber spielbare 50 FPS, ab DLSS auf „Balanced“ sind auch 60 FPS drin.

In Deliver Us The Moon sieht es sehr ähnlich aus. Während Full HD auch ohne DLSS mit aktiviertem Raytracing spielbar ist, gibt es in Ultra HD selbst auf der GeForce RTX 2080 Ti eine kleine Ruckelorgie. Nvidias Consumer-Flaggschiff kommt dagegen mit DLSS ab der Stufe „Balanced“ auf grob 60 FPS und mit höchsten DLSS-Einstellungen kann man sich auch mit der GeForce RTX 2060 Super das Spiel halbwegs brauchbar in Ultra HD ansehen. In Wolfenstein: Youngblood ist DLSS aus reiner Performance-Sicht in 1.920 × 1.080 unnötig, was sich aber bei 3.840 × 2.160 ändert.

Fazit

DLSS ist einen weiten Weg gegangen. Nachdem Nvidias intelligentes Upsampling zu Beginn nicht gut aussah und auch nicht empfehlenswert war, macht die immer noch neue Technologie mit DLSS 2.0 einen großen Sprung nach vorne. Unter normalen Umständen liegt die Quality-Einstellung optisch auf einem vergleichbaren Niveau wie die native Renderauflösung und erhöht die FPS signifikant.

Allerdings sind die Umstände auch mit DLSS 2.0 längst nicht immer normal. So gibt es in zwei der drei Spiele leichte bis schwere Grafikfehler zu sehen, ohne dass die Redaktion speziell danach gesucht hat. Wolfenstein: Youngblood zeigt diese zwar nur an einer Stelle, dem Hauptquartier, doch ist das eben ein Ort, zu dem der Spieler immer mal wieder zurückkehrt. In Control kann man DLSS 2.0 vielleicht nur einen halben Vorwurf machen, da das KI-Upsampling oft nur die vom Spiel erzeugten Grafikfehler mehr betont. Doch ändert das nichts daran, dass die Grafikfehler vom Spiel bereits ohne DLSS nerven, mit wird es also noch schlimmer. Einzig Deliver Us The Moon läuft fehlerlos.

Das ist hier und heute zwar schade, dennoch wirkt die Basis bei DLSS 2.0 wie verwandelt und zeigt in allen drei Spielen anderthalb Jahre nach der Turing-Vorstellung das Potenzial, vor allem aufgrund der enormen Hardware-Anforderungen von Raytracing zu einem richtigen „Game Changer“ zu werden und den Unterschied zwischen spielbar und nicht spielbar auszumachen.

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