Corsair One a100 im Test: Fazit

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Jan-Frederik Timm 68 Kommentare

Krankte Corsairs One in der ersten und zweiten Generation noch an einem im Betrieb lauten VRM-Lüfter, konnte der Serie zuletzt ein technisch einwandfreies Zeugnis ausgestellt werden, das dem hohen Preis des kompakten High-End-PCs gerecht wurde. Wer Corsair One sagte, musste allerdings auch Intel sagen. Doch damit ist jetzt Schluss.

Der Corsair One a100 in seiner ersten Variante CS-9020012 mit Ryzen 9 3950X pflanzt dem bewährten Format erstmals Zen-2-Gene ein, was insbesondere denjenigen, die auf der Suche nach der maximalen Multi-Core-Leistung in Anwendungen sind, einen deutlichen Leistungsschub an die Hand gibt. Denn der Ryzen 9 3950X mit 16 Kernen hängt in diesem Szenario selbst Intels 18-Kern-Prozessor Core i9-10980XE ab, im Corsair One Pro i200 gibt es hingegen maximal den 14-Kerner Core i9-10940X.

Mit der schnellen GeForce RTX 2080 Ti kommen zwar auch Spieler auf ihre Kosten, der 100 Euro günstigere Corsair One i164 mit ansonsten identischer Ausstattung bleibt in diesem Genre am Ende aber sogar die schnellere Variante. Nicht auszuschließen, dass Corsair noch ein Modell mit Ryzen Threadripper 3000 plant und es dann analog zu den Core-X-Versionen als Pro-Modell vermarkten will – der Ryzen 9 3950X musste deshalb in die Gaming-Ecke.

Der Corsair One a100 mit Ryzen 9 3950X im Test
Der Corsair One a100 mit Ryzen 9 3950X im Test

Davon abgesehen überzeugt der Corsair One auch als aXXX-Modell mit seinem sauber verarbeiteten, aus dicken Alublechen gefertigten Gehäuse, dem schlichten Auftritt im außergewöhnlichen Format und dem Kühlsystem, das im Leerlauf quasi unhörbar und unter Volllast nie nervig laut ist.

Schade, dass Corsair abseits des „Topmodells“ Corsair One Pro i200 noch an der HDD als Zweitlaufwerk festhält. Das 2,5 Zoll große Laufwerk vom Typ Seagate BarraCuda ist zwar leise, im Leerlauf unter Windows am Ende aber dennoch die einzig wahrnehmbare Geräuschquelle im System – und das Argument „aus eigener Produktion“ zieht bei diesem Bauteil nicht. Eine günstige, geräuschlose und dennoch schnellere SSD würde dem System anno 2020 in Anbetracht der anderen verbauten Komponenten deutlich besser stehen.

Mit 4.619,90 Euro für den ersten a100 bleibt Corsair One teuer und der Aufschlag ist mit 700 Euro gegenüber dem identisch ausgestatteten Core i9-9900K für den Einsatzzweck „Gaming PC“ zu hoch. Aber wie zuletzt bei der iXXX-Serie gilt: Die einzigartige Umsetzung überzeugt. Wer sein Geld nicht nur in (Gaming-)Leistung, sondern ebenso in den Auftritt investieren will, darf den Corsair One auch mit AMD Ryzen in Betracht ziehen. Mit Blick auf den Preis bietet er sich allerdings eher als außergewöhnliche Workstation an.

ComputerBase hat den Corsair One a100 leihweise von Corsair unter NDA zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin.

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