Fractal Define 7 Compact im Test: Testergebnisse

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Valentin Karnehm 97 Kommentare

Für den Test wurde das im Lieferumfang enthaltene perforierte Topcover verwendet. Zur Kühlung der CPU wurde eine Corsair Hydro H100i Platinum 240 mm verwendet, die im Deckel installiert ist. Die Lüfter der AiO-Wasserkühlung befördern die Luft im Testaufbau von unten nach oben aus dem Gehäuse.

Testsystem und Testmethodik

Aus Gründen der Vergleichbarkeit zu anderen kürzlich erschienenen Gehäuse-Tests auf ComputerBase wurde mit Hardware getestet, die eigentlich für ein ITX-System vorgesehen ist. Dies ist auch im Define 7 Compact möglich. Durch die Nutzung der AiO-Wasserkühlung muss allerdings auf den überhohen Arbeitsspeicher von G.Skill verzichtet werden. Stattdessen wird im Test ein Corsair-Vengeance-LPX-Kit verwendet. Dies sollte allerdings keinen Einfluss auf die Temperatur- oder Lautstärkeentwicklung im Gehäuse haben. Für die Zukunft sieht die Redaktion einen Wechsel auf ein ATX-Testsystem vor.

Verwendetes Messsystem
Komponente
CPU Ryzen 7 2700X
Mainboard MSI B350I PRO AC
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance LPX DDR4-3000
Grafikkarte Gigabyte GeForce RTX 2070 Mini ITX 8G
CPU-Kühler Corsair Hydro H100i Platinum 240 mm
Netzteil Corsair CX650M
Lüfter 1 x Dynamic X2 GP-14, 1 x Dynamic X2 GP-12
Datenträger SanDisk Ultra SSD (256 GB)

Die Lautstärke wurde im Abstand von einem Meter zur Gehäusewand aufseiten der Grafikkarte gemessen. Der Geräuschpegel ohne aktive Geräuschquellen im Raum lag bei 28 dB. Die Skalierung der Einheit Dezibel (dB) erfolgt logarithmisch. Das bedeutet, dass eine Steigerung von 10 dB für das menschliche Empfinden etwa einer Verdopplung der Lautstärke entspricht.

Sowohl bei der Lautstärke als auch bei der Temperatur werden als Vergleich das ebenfalls kürzlich bei ComputerBase getestete Pure Base 500 DX und das Fractal Design Define 7 (Test) herangezogen. Bis auf das Netzteil und den Arbeitsspeicher wurde die identische Hardware zum Testen verwendet. Diese wurde relativ leistungshungrig ausgewählt, um das Gehäuse an seine Grenzen zu bringen. Der verwendete CPU-Kühler Corsair Hydro H100i Platinum 240 mm schafft es ohne Mühe, auch unabhängig von der guten Durchlüftung des Gehäuses, den verbauten Ryzen 7 2700X mit einer TDP von 105 W unter Volllast zu bändigen. Der im Desktop mit potenter Kühlung immer mögliche Multi-Core-Turbo von 4,3 GHz wird auch im Extremszenario Prime95 dauerhaft erreicht.

Die verwendete Grafikkarte, die Gigabyte GeForce RTX 2070 Mini ITX 8G, ist trotz ihrer geringen Größe erstaunlich leistungsfähig. Die Taktraten unter Dauerlast lagen im Test mit 1.750 bis 1.890 MHz im Rahmen der Erwartungen. Das Define 7 Compact bietet andererseits mehr als ausreichend Platz für eine deutlich größere und damit auch noch leistungsfähigere und leisere Grafikkarte.

Für den Test wurden die Betriebspunkte „Idle“ (also ohne Last auf dem Windows-Desktop), „Fordernde Last“ im Spiel Shadow of the Tomb Raider sowie „Synthetische Last“ unter Prime95 und 3DMark ausgewählt. Die Raumtemperatur lag zum Zeitpunkt des Tests bei 25 °C.

Temperatur im Detail

Im Idle und Office-Betrieb liegen die Temperaturen der GPU leicht oberhalb von 30 °C, trotz Zero-Fan-Mode der Grafikkarte. Der Wert ist etwas unter dem Niveau des Pure Base 500 DX oder des Define 7. Die Temperaturen im Idle sind ohnehin nicht besonders aussagekräftig. Bei der CPU-Temperatur sind alle drei Gehäuse sehr nahe beieinander. Das Define 7 Compact ordnet sich im Test mit Prime95 und 3DMark mit 60,5 °C zwischen Pure Base 500 DX und Define 7 ein. Im Spiel Shadow of the Tomb Raider wird die CPU im Define 7 Compact etwas wärmer als die beiden Vergleichsmodelle.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei der Grafikkarte unter Last. Hier erweisen sich das Define 7 Compact und das Pure Base 500 DX als deutlich besser gekühlt als das Define 7, beide liegen gleichauf bei 64 °C Maximaltemperatur. Im Spiel Shadow of the Tomb Raider beträgt die Differenz zwischen Define 7 und Define 7 Compact immerhin 3 °C zugunsten des kompakteren Modells. Die Temperaturwerte aller drei Gehäuse liegen allerdings weit unterhalb des kritischen Bereichs. Auch eine deutlich leistungshungrigere Hardware sollte daher keine Probleme darstellen.

Temperaturen
Einheit: °C
  • Leerlauf Define 7 Compact:
    • GPU
      33,0
    • CPU
      32,2
  • Leerlauf PB 500DX:
    • GPU
      39,0
    • CPU
      33,9
  • Leerlauf Define 7:
    • GPU
      38,0
    • CPU
      36,0
  • Last Define 7 Compact:
    • GPU (Shadow of the Tomb Raider)
      67,0
    • CPU (Shadow of the Tomb Raider)
      51,6
    • GPU Prime95+FurMark
      64,0
    • CPU Prime95+FurMark
      60,5
  • Last PB 500DX:
    • GPU (Shadow of the Tomb Raider)
      66,0
    • CPU (Shadow of the Tomb Raider)
      50,4
    • GPU Prime95+FurMark
      64,0
    • CPU Prime95+FurMark
      58,9
  • Last Define 7:
    • GPU (Shadow of the Tomb Raider)
      70,0
    • CPU (Shadow of the Tomb Raider)
      48,9
    • GPU Prime95+FurMark
      66,0
    • CPU Prime95+FurMark
      61,0

Lautstärke im Detail

Alle drei Gehäuse verfügen über eine Seite aus Temper-Glas, die andere Seite ist jeweils gedämmt. Die Dämmung des Define 7 und des Define 7 Compact ist zudem baugleich. Wie gut sie funktioniert, wird sich bei der Lautstärkemessung in diesem Test zeigen. Der Lautstärke in den Gehäusen kommt im Leerlauf außerdem zugute, dass die Grafikkarte einen Idle-Modus besitzt. Dieser schaltet den Lüfter komplett ab, wenn die Temperatur der GPU unter 55 °C verweilt oder fällt. Im Idle stellt die AiO-Wasserkühlung mit ihrer Pumpe daher die Hauptgeräuschquelle dar.

Die Pumpe ist mit gespitzten Ohren im Idle tatsächlich aus dem Define 7 Compact herauszuhören. Genau wie beim großen Bruder resultieren daraus 30 dB. Beim Pure Base 500 DX ist sie mit 31 dB etwas lauter. Im Leerlauf kann die Dämmung des Define 7 Compact also einiges bewirken. Die gemessenen Werte des Gehäuses sind nämlich um 2 dB leiser als die eines sehr offen gehaltenen SFF-Gehäuses. Die Lautstärke des Systems befindet sich im Idle sowie auch im Office-Betrieb oder in YouTube bei beiden Gehäusen im nicht störenden Bereich. Die beiden Gehäuselüfter des Define 7 Compact übertönen die restlichen Komponenten des Systems nicht.

Unter Last hingegen, ganz gleich ob synthetisch oder in Spielen, übertönt die Grafikkarte in allen drei Gehäusen die übrige Hardware deutlich. Dabei ist der Lärmpegel mit bis zu 42,8 dB im Define 7 Compact überraschend laut. Im Pure Base 500 DX und im Define 7 sind die Geräusche etwas besser gedämmt. Hier tönt die Grafikkarte mit bis zu 40,7 beziehungsweise 38,7 dB immer noch deutlich hörbar aus den Gehäusen. Über 4 dB Unterschied zwischen Define 7 und Define 7 Compact sind allerdings erstaunlich. Zum einen ist die Dämmung identisch, zum anderen sind die Temperaturen im Define 7 Compact etwas niedriger.

Lautstärke
Einheit: dB(A)
  • Maximalwerte Define 7 Compact:
    • Idle
      30,0
    • Prime95+3DMark
      41,0
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      42,8
  • Maximalwerte PB 500DX:
    • Idle
      31,0
    • Prime95+3DMark
      38,4
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      40,7
  • Maximalwerte Define 7:
    • Idle
      30,0
    • Prime95+3DMark
      38,0
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      38,7
  • Durchschnittswerte Define 7 Compact:
    • Idle
      30,0
    • Prime95+3DMark
      39,4
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      42,3
  • Durchschnittswerte PB 500DX:
    • Idle
      31,0
    • Prime95+3DMark
      37,8
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      40,4
  • Durchschnittswerte Define 7:
    • Idle
      30,0
    • Prime95+3DMark
      36,5
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      38,0

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