Desperados 3 im Test: GPU-Benchmarks und Frametimes

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Wolfgang Andermahr et al. 122 Kommentare

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem AMD Ryzen 9 3950X auf einem B450-Mainboard und daher ohne PCIe 4.0 durchgeführt worden. Der Prozessor wird mit den Standard-Einstellungen betrieben und kann auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (14-14-14-32) zugreifen kann. Windows 10 2004 inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Treiber wurden der Adrenalin 20.5.1 und der GeForce 446.14 genutzt.

Testsequenz und Einstellungen

Die 25 Sekunden lange Testsequenz von Desperados 3 zeigt einen klassischen Spielausschnitt. Er spielt im Abschnitt „Die glorreichen Fünf“ und zeigt ein typisches Desperado-Level, das allerdings bei Nacht anstatt bei Tag spielt. Zu sehen sind mehrere NPCs, die ihrem Tagwerk nachgehen und auch ein Feuergefecht abhalten. Die Sequenz gehört zu den anspruchsvollsten Szenen in Desperados 3, gewöhnlich ist die Framerate ein wenig höher.

Für 1.920 × 1.080, 2.560 × 1.440 und für 3.840 × 2.160 wird das Hoch-Preset genutzt.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Hoch-Preset
2.560 × 1.440 Hoch-Preset
3.840 × 2.160 Hoch-Preset

Benchmarks in Full HD, WQHD und Ultra HD

Desperados 3 stellt auch mit maximalen Details keine allzu hohen Anforderungen an die Grafikkarte. In Full HD sind die meisten 3D-Beschleuniger CPU-limitiert und auch eine Radeon RX 580 liefert noch mehr als 100 FPS. Selbst in WQHD laufen noch einige GPUs in eben jenes Limit, viele sind nicht weit davon entfernt. Und auch die aktuellen Einsteigermodelle schaffen problemlos mehr als 60 FPS.

Am interessantesten sind daher die Benchmark in Ultra HD. Die GeForce RTX 2080 Ti ist wenig verwunderlich die schnellste Grafikkarte in Desperados 3 und schafft auch in 3.840 × 2.160 noch mehr als 100 FPS. Vergleicht man allerdings „die üblichen Verdächtigen“, zeigt sich schnell, dass AMDs alte GCN-Riege Desperados 3 beziehungsweise die genutzte Unity-Engine überhaupt nicht liegt. Die gewöhnlich konkurrierende GeForce GTX 1080 ist mal eben 14 Prozent flotter.

AMDs neue RDNA-Architektur hat mit Unity dagegen kein Problem mehr. Deshalb liegt die Radeon RX 5700 XT in Desperados 3 auch 31 Prozent vor der Radeon RX Vega 64, während es in AAA-Spielen gewöhnlich nur 22 Prozent sind. In einem Atemzug kann sich die GeForce RTX 2070 Super nur um 23 Prozent von der GeForce GTX 1080 absetzen, sodass das Turing-Plus geringer als im AAA-Schnitt (36 Prozent) ausfällt. Und das hat zur Folge, dass die GeForce RTX 2070 Super wie gewohnt schneller als die Radeon RX 5700 XT ist, die Mehrleistung liegt mit 7 Prozent aber leicht unter dem AAA-Schnitt von 11 Prozent.

Bei den Frametimes fallen die Ergebnisse anders aus

Bei den Frametimes ist dagegen vieles anders – und das Verlaufsdiagramm im nächsten Abschnitt zeigt auch warum. Denn bei den Frametimes schneiden alle AMD-Produkte plötzlich deutlich besser ab als bei der Framerate. Während die Radeon RX Vega 64 noch 12 Prozent weniger FPS als die GeForce GTX 1080 liefert, gibt es bei den Frametimes plötzlich einen Gleichstand. Und das liegt nicht daran, dass GCN bei den Frametimes plötzlich funktioniert – RDNA ist immer noch klar schneller.

Die Radeon RX 5700 XT kann sich mit 24 Prozent Vorsprung gar noch etwas mehr von der Radeon RX Vega 64 absetzen. Und damit überholt die GPU die GeForce RTX 2070 Super problemlos, sogar die GeForce RTX 2080 Super gerät in Reichweite.

Selbst Einsteiger-Grafikkarten können Ultra HD stemmen

Erwähnenswert ist noch, dass Ultra HD auch für langsame Grafikkarten kein Ding der Unmöglichkeit ist. Ja, so richtig flüssig läuft Desperados auf entsprechenden 3D-Beschleunigern nicht mehr, doch als Strategiespiel bleibt 3.840 × 2.160 auch nicht einer langsamen Radeon RX 5500 XT, GeForce GTX 1650 Super oder der vorherigen Generation verschlossen.

Bei den Frametimes liegt AMD vorn

Die Radeon RX 5700 XT zeigt in Desperados 3 sehr gute Frametimes. Die Abstände zwischen den einzelnen Bildern sind gleichmäßig und es gibt keine größeren Ausreißer. So ein gutes Ergebnis schafft kein anderer Kandidat, auch nicht die Radeon RX Vega 64. Größere Ausreißer zeigt diese zwar ebenso wenig, doch sind die Abstände zwischen den einzelnen Frames durchweg größer – das ist aber Meckern auf hohem Niveau.

GeForce-Grafikkarten erreichen in dem Strategiespiel nicht das Niveau der Konkurrenzkarten. So hat die GeForce RTX 2070 Super nochmals größere Abstände zwischen den einzelnen Bildern als die Radeon RX Vega 64, zudem gibt es auch einzelne mittelgroße Ausreißer. Die GeForce GTX 1080 zeigt dann ein sehr ähnliches Ergebnis, allerdings sind die Abstände nochmal ein Stückchen größer.

Wäre Desperados 3 ein Shooter, hätte vor allem die Radeon RX 5700 XT bei geringen Frameraten spürbare Vorteile, allerdings ist Desperados 3 nunmal ein eher gemächliches Spiel. Und damit sind die Frametime-Nachteile im Nvidia-Lager zwar messbar, haben aber keine spürbaren Nachteile.

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