Elgato Wave:3 im Test: Fazit

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Michael Schäfer 74 Kommentare

Das Wave:3 von Elgato bietet für einen UVP von 170 Euro eine Fülle an Einsatzmöglichkeiten, die es mit Bravour meistert. Die beste Qualität erzielt der Anwender bei einem Abstand von rund 10 cm zum Mikrofon. Dann erhält die aufgenommene Stimme eine große Fülle, zu der vor allem der Tieftonbereich seinen Teil beiträgt. Gleichzeitig wird Plosiv- und R-Lauten keine Chance gegeben. Entfernt sich die Quelle weiter vom Wave:3, wirkt die Aufnahme mit zunehmender Entfernung dünner, was nicht zuletzt auch auf die räumlichen Reflexionen zurückzuführen ist. Dennoch behält die Aufnahme jederzeit eine gute Qualität mit einer gut zu verstehenden Stimme bei.

Zwar wirbt Elgato mit dem Mikrofon auch um Streamer, für die beste Qualität müsste es jedoch direkt vor den Mund gehalten werden – womit es in erster Linie für Tonaufnahmen und Podcasts geeignet ist. Bei allen anderen Szenarien sollte beachtet werden, dass unter Umständen ein guter Teil des Gesichtes verdeckt werden könnte. Natürlich kann der Klangaufnehmer auch vor den Sprecher auf den Tisch gestellt werden, dann aber mit den bereits angesprochenen Nachteilen. Hinzu würde kommen, dass eventuelle Nebengeräusche wie Tastatur- oder Mausklicks, Papiergeräusche oder andere Dinge näher am Mikrofon wären als die eigentliche Quelle und dadurch deutlich störender wirken könnten.

Auch die technischen Hilfsmittel wissen zu überzeugen: Der integrierte Lowcut-Filter verrichtet seine Aufgabe gut, auch wenn die Stimme bei Nutzung deutlich an Persönlichkeit verliert. Gleiches gilt für die Clipguard-Funktion, die zwar in der Lage ist, eine Aufnahme bei zu hoher Lautstärke zu retten, doch geht dies der Technik geschuldet deutlich auf Kosten der Dynamik.

Das Konzept der einfachen Bedienung geht größtenteils ebenfalls auf. So lässt sich der Aufnahmepegel am Mikrofon selbst einstellen. Gleiches gilt für die Lautstärke am Kopfhörer sowie das Verhältnis zwischen Ein- und Ausgabe – sofern solch einer direkt an das Mikrofon angeschlossen wird. Durch den Softbutton am oberen Ende des Wave:3 kann die Aufnahme jederzeit ohne große Geräuschentwicklung stummgeschaltet werden. Somit sind die wichtigsten Einstellungen direkt am Gerät erreichbar und können ohne die Software gewählt werden. Unverständlich ist es daher, dass der Lowcut-Filter sowie der Clipguard wiederum nur per Software und nicht am Mikrofon selbst aktiviert werden können. Es darf angezweifelt werden, dass hierfür technische Gründe sprechen. So ist der Anwender, sollte dieser die Funktionen nutzen, immer auf die Elgato-eigene Software Wave Link angewiesen, die sich aber lediglich als Zwischenschicht zwischen Mikrofon und Aufnahme- oder Verteiler-Software schaltet. Ohne diese Umsetzung könnte das Wave:3 mit jeder beliebigen Software in vollem Umfang genutzt werden, was das Unterfangen auch wesentlich übersichtlicher gestalten würde.

Trotz der Kritik bleibt das Wave:3 am Ende eine gute Universallösung mit großem Einsatzgebiet zu einem attraktiven Preis, die vor allem Hobby- oder semiprofessionelle Podcaster oder Streamer eines Blickes würdigen sollten.

ComputerBase wurde das Wave:3 leihweise von Elgato für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab ein NDA mit Vorgabe des frühestmöglichen Veröffentlichungstermins, der Test ist aber erst im Nachgang erschienen.

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