P40 Pro+ vs. Galaxy S20 Ultra im Test: P40 Pro+, Galaxy S20 Ultra und P40 Pro im Vergleich

 2/2
Nicolas La Rocco 146 Kommentare

Vergleich 1 zeigt die Berliner Siegessäule von hinten mit Blick Richtung Westen zum Charlottenburger Tor. Zunächst ist jedes Bild in der 100-Prozent-Ansicht zu sehen, bevor im Nachgang Detailansichten verschiedener Zoomstufen einen besseren Vergleich ermöglichen. Diesem Aufbau folgen alle nachfolgenden Bildergalerien.

Mehr Details bei Huawei

Bei 10-facher Vergrößerung holt das P40 Pro+ die meisten Details aus der Bronzeskulptur der Siegesgöttin Viktoria („Goldelse“) und dem Sockel mit seiner Umzäunung, die sich im oberen Bereich nach innen krümmt. Details wie das Feldzeichen mit Eisernem Kreuz sind bei beiden Huawei-Smartphones am besten zu erkennen. Die Aufnahme des Galaxy S20 Ultra bietet die wenigsten Details und wird von einem Rauschen begleitet.

Gerade Linienführung bei Samsung

Samsung gelingt es aber etwas besser, gerade Linien zu zeichnen, wie die Detailansicht des Daches der Mensa TU „Skyline“ mit Telekom-Logo zeigt. Vor allem die Fassade des Gebäudes wird von klareren horizontalen Linien getrennt, wenngleich diese weicher ausfallen, während bei Huawei immer wieder ein leichtes Auf und Ab erkennbar ist. Beide P40 liefern dennoch viel mehr Details, wie einzelne Antennen zeigen, die bei Samsung nicht zu existieren scheinen. Das Problem mit den unsauberen Linien verdeutlicht die Detailansicht der Kräne links der Siegessäule. Nur bei Samsung zieht der untere Kran eine saubere Linie von links nach rechts. Trotz dieser Schwäche bei beiden P40-Pro-Varianten punktet Huawei letztlich aber erneut mit mehr Details.

P40 Pro+ – 10x
P40 Pro+ – 10x
Galaxy S20 Ultra – 10x
Galaxy S20 Ultra – 10x
P40 Pro – 10x
P40 Pro – 10x

Ab 50-fach zieht Huawei davon

In der Ansicht mit 50-facher Vergrößerung ziehen P40 Pro+ und P40 dem Galaxy S20 Ultra davon. Wirklich schön anzusehen ist aber keine der Aufnahmen mehr so richtig, wenngleich das P40 Pro+ den Vergleich gewinnt. Wieder einmal fällt bei Samsung das Rauschen im Himmel auf. Geht es in die 100-fach-Ansicht, die nur P40 Pro+ und Galaxy S20 Ultra bieten, könnte der Sieg nicht klarer zugunsten von Huawei ausfallen.

Der Ersteindruck zur Qualität setzt sich am Schloss Bellevue fort, da das P40 Pro+ erneut die meisten Details einfängt, wenngleich dies auf dem Smartphone-Bildschirm und selbst am Desktop nicht unbedingt sofort ins Auge sticht, sofern die Aufnahme zunächst einmal als Ganzes ohne Zoom auf bestimmte Bereiche betrachtet wird. Blickt man allerdings näher auf die Fassade des Schlosses, kommen deutlich mehr Details zum Vorschein und die Linien von Dekor-Elementen sind klarer gezeichnet. Die Figuren rund um die Uhr, aber auch das Zifferblatt selbst bildet das P40 Pro+ ebenfalls am besten ab.

P40 Pro+ – 10x
P40 Pro+ – 10x
Galaxy S20 Ultra – 10x
Galaxy S20 Ultra – 10x
P40 Pro – 10x
P40 Pro – 10x

Auf dem zweiten Platz folgt erneut das P40 Pro, da die Aufnahme mit dem Galaxy S20 Ultra eine im Direktvergleich weichere Darstellung mit mangelnder Kantenschärfe und Präzision im Detail aufweist. Das sieht man zum Beispiel auch dann, wenn der Blick weg von der Fassade auf die Dachziegel im Hintergrund der Skulptur gerichtet wird.

Huawei gewinnt auch im Randbereich

Im Randbereich der Aufnahme fällt das Fazit identisch aus. Die angelnde Skulptur bildet das P40 Pro+ wieder am besten ab, darauf folgen P40 Pro und Galaxy S20 Ultra.

Deutliche Unterschiede gibt es auch beim Wechsel zur 50-fachen und 100-fachen Vergrößerung zu sehen. Vom vermeintlichen „Space Zoom“ des Galaxy S20 Ultra bleibt nichts als ausgewaschener, farbloser, weicher Pixelbrei übrig. Allerdings muss man auch bei Huawei festhalten, dass die starke hybride und digitale Vergrößerung mit einem erheblichen Qualitätsverlust einhergeht.

Das P40 Pro hält auf den ersten Blick mit

Weiter geht es zum Denkmal „Der Rhein“ von Rudolf Schweinitz, das zur Denkmalgruppe auf dem Großfürstenplatz im nördlichen Teil des Großen Tiergartens zählt. Bei zehnfacher Vergrößerung scheint es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen P40 Pro+ und P40 Pro zu geben, wobei Belichtung und Kontrast sogar zugunsten des günstigeren Smartphones ausfallen.

Wechselt man aber in die Detailansicht der Aufnahme mit 10-facher Vergrößerung, geht das P40 Pro+ doch wieder als klarer Sieger hervor. Die Weintrauben und den Erntekorb fängt das P40 Pro+ mit seiner starken optischen Vergrößerung am besten ein. Auch in den Gesichtern der Figuren lassen sich mehr Details ausmachen. Weichgezeichnet und mit Farbverfälschung schneidet das Galaxy S20 Ultra ab.

P40 Pro+ – 10x
P40 Pro+ – 10x
Galaxy S20 Ultra – 10x
Galaxy S20 Ultra – 10x
P40 Pro – 10x
P40 Pro – 10x

Bei 50-facher Vergrößerung lassen sich nur bei Huawei noch Details rund um die Augen und den Bart der mittleren Figur gut vom restlichen Gesicht getrennt erkennen. Den Direktvergleich mit 100-fachem Zoom gewinnt das P40 Pro+ mit klarem Abstand.

Das Alte Museum am Lustgarten schmücken zwei Bronzeskulpturen links und rechts der Freitreppe, auf der rechten Seite „Amazone zu Pferde“ von August Kiß. Das von einem Panther angegriffene Pferd zeigt viele Details am Kopf und im Schweif. Auch die Befestigung des Reitsattels und die Kleidung der Amazone sind Herausforderungen.

Man muss schon genau hinsehen

Bei diesem Beispiel gelingt es nicht unbedingt bei jeder Detailansicht, das P40 Pro+ sofort als Sieger zu küren, wenngleich sich festhalten lässt, dass das Galaxy S20 Ultra erneut eine weichere Darstellung aufweist, was bereits in der Gesamtansicht hervorsticht. Konzentriert man sich dann aber auf Details wie etwa nur den Schweif, gewinnt das P40 Pro+ das hausinterne Duell gegen die günstigere Variante. Ein näherer Blick auf die hinteren Pfoten des Panthers, die Details am Knöchel der Amazone oder das um den Rumpf des Pferdes verlaufende Band verdeutlichen dies.

P40 Pro+ – 10x
P40 Pro+ – 10x
Galaxy S20 Ultra – 10x
Galaxy S20 Ultra – 10x
P40 Pro – 10x
P40 Pro – 10x

Eklatant zugunsten des P40 Pro+ fällt die Aufnahme mit 50-facher Vergrößerung aus, wenngleich die harte Pixelstruktur auch hier die Grenzen des derzeit Machbaren im Smartphone aufzeigt. Dasselbe gilt für den Wechsel zur Vergrößerung mit Faktor 100.

Fazit

Das Huawei P40 Pro+ ist ohne Zweifel der neue Zoom-Champion unter den aktuellen Top-Smartphones. Es schlägt klar das Galaxy S20 Ultra, das auf dem Papier mit seinem „Space Zoom“ und 100-facher Vergrößerung die vermeintlich gleiche Ausstattung bietet. In der Praxis lautet die Reihenfolge aber: P40 Pro+ vor P40 Pro vor Galaxy S20 Ultra.

Solange im Smartphone ausschließlich mit festen Brennweiten gearbeitet wird, müssen mehr Kameras für mehr Flexibilität sorgen. Das deckt Huawei beim P40 Pro+ mit einem 3-fach- und einem 10-fach-Objektiv ab, während das P40 Pro von 1-fach gleich auf 5-fach springt. Bei Samsung liegt der Vergrößerungsfaktor genau genommen nur bei etwa dem Faktor 4-fach, was wiederum erklärt, warum das Galaxy S20 Ultra das Schlusslicht bildet. Doch auch bei den Algorithmen für die bis zu 100-fache Vergrößerung hinkt Samsung hinterher.

Den immensen Aufpreis ist der neue Zoom nicht wert

Trotz der beeindruckenden Leistung des P40 Pro+ muss aber festgehalten werden, dass das Smartphone derzeit 600 Euro oder 75 Prozent mehr kostet als ein normales P40 Pro. Die erweiterten Zoom-Fähigkeiten sind diesen immensen Aufpreis nicht wert, daran ändern auch das Plus beim Speicher und die Rückseite aus Keramik nichts. Das normale P40 Pro mit „nur“ 5-facher Vergrößerung dürfte vielen im Alltag reichen. Außerdem lassen sich für kein Geld der Welt die fehlenden Google-Dienste kaufen. Huaweis AppGallery wächst zwar weiterhin, viele Apps und Dienste fehlen aber nach wie vor.

Und dann wäre noch das Thema der Praxistauglichkeit zu nennen. Wer ohne Stativ arbeitet, sollte das Smartphone beim starken Zoomen zumindest abstützen oder anlehnen und mit zeitverzögertem Auslösen arbeiten, was alle drei Testgeräte bieten.

ComputerBase wurden das P40 Pro+ und das P40 Pro leihweise von Huawei und das Galaxy S20 Ultra leihweise von Samsung zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.