LG Gram 17 im Test: Hardware, Benchmarks und Software

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Nicolas La Rocco 75 Kommentare

Für Leistung ist beim Gram 17 ein Intel-Prozessor aus der 10-nm-Familie Ice Lake-U zuständig, genauer gesagt der Core i5-1035G7, der mit vier Kernen bei acht Threads und einer integrierten Iris-Plus-Grafikeinheit mit 64 EUs ausgestattet ist und mit einem Basistakt von 1,2 GHz läuft. Die maximale Turbo-Taktfrequenz beträgt 3,7 GHz.

Intel gibt für den Prozessor die in der Klasse übliche TDP von 15 Watt an, der Notebook-Hersteller kann die CPU aber auch mit einer konfigurierbaren cTDP-up von 25 Watt betreiben. In die andere Richtung sind als cTDP-down 12 Watt gesetzt.

Core i5-1035G7 mit kurzzeitig 33 Watt

Unabhängig davon sind kurze Lastspitzen, die den Verbrauch im Test für Sekundenbruchteile im Falle des Gram 17 auf bis zu 33 Watt in Multi-Core-Messungen und 30 Watt in Single-Core-Messungen ansteigen lassen. Das sind allerdings Werte des Powerlimit 2, die in der Praxis nicht dauerhaft anliegen können. Als Powerlimit 1, das dauerhaft bei maximaler Belastung anliegen kann, sind in Single-Core- oder Multi-Core-Benchmarks des LG-Notebooks 12 Watt ermittelt worden. Damit reiht sich das Gram 17 neben dem zuletzt getesteten Huawei MateBook X Pro ein, dessen Core i7-10510U ebenfalls auf 12 Watt unter Dauerlast beschränkt ist.

Von der gebotenen Leistung her sortiert sich das Gram 17 mit Core i5-1035G7 knapp oberhalb des Asus ExpertBook B9450FA (Test) mit Core i7-10510U ein, da dessen Prozessor ein Limit von 10 Watt gesetzt wurde. In den Benchmarks der Alltagslasten liegt das Gram 17 14 Prozent hinter dem MateBook X Pro, während es 15 Prozent beim Asus ExpertBook B9450FA sind. Geht es um die Heavy-Workload-Bewertung, also Anwendungen wie Blender, Cinebench, POV-Ray und ähnliche, liegen Asus und LG gleichauf, während das MateBook X Pro einen Vorsprung von 26 Prozent hält.

Aus dem Powerlimit-1-Korsett ergibt sich unter Single-Core-Last ein Taktverlauf von zunächst 3,6 GHz, der nach einer halben Minute auf bis zu 2,1 GHz einbricht, da bis zu diesem Punkt die Lüfter möglichst langsam rotieren, um die Geräuschkulisse zu minimieren, was erfolgreich gelingt. Das lässt sich gut im Temperaturverlauf desselben Benchmarks beobachten, wo die Temperatur des CPU-Packages auf bis zu 94 Grad Celsius klettert, bevor die Lüfter voll aufdrehen und den Prozessor auf bis zu 82 Grad Celsius unter weiterhin vorherrschender Single-Core-Dauerlast kühlen. Der Takt klettert durch diese Maßnahme wieder auf bis zu 3,6 GHz, was mit einer kurzen Temperaturspitze von 96 Grad Celsius quittiert wird, bevor sich Takt und Temperatur letztlich bei 3,2 GHz bis 3,6 GHz bzw. 86 bis 92 Grad Celsius einpendeln.

Unter Multi-Core-Last kommt der Core i5-1035G7 bei 12 Watt hingegen nicht mehr aus seinem ersten und schlussendlich auch dauerhaften Tief heraus. Von anfangs 3,5 GHz bleiben im weiteren Verlauf im Regelfall zwischen 1,7 und 1,9 GHz übrig, manchmal gibt es kurzzeitige Täler von nur noch 1,5 GHz. Der zugehörige Temperaturverlauf des CPU-Packages zeigt zum Start des Benchmarks einen raschen Anstieg auf 97 Grad Celsius in der Spitze, bevor die Kühlung einsetzt und zunächst zwischen 77 und 84 Grad Celsius realisiert, bevor im späteren Verlauf relativ stabil rund 80 Grad Celsius vorliegen.

Schnelle SSD von Samsung

In puncto Speicher sind 8 GB DDR4-3200 verbaut, die LG im Single-Channel-Modus betreibt. Bei der 16-GB-Variante des Gram 17 ist vom Dual-Channel-Betrieb auszugehen, zumindest hier ist dies aber nicht der Fall. Bei der SSD bedient sich LG der südkoreanischen Konkurrenz von Samsung und setzt auf eine sehr schnelle PM981, die über PCIe x4 und das NVMe-Protokoll angebunden ist. In den sequenziellen Transferraten werden Werte von 3.500 MB/s lesend und 1.900 MB/s schreibend erreicht.

Windows 10 ohne Bloatware

Als Software setzt LG bei den Privatkunden-Notebooks durchweg auf Windows 10 Home in der 64-Bit-Variante. Wer Windows 10 Pro benötigt, muss zu den Business-Varianten greifen, die bei ansonsten gleicher Ausstattung 50 Euro mehr kosten. Abgesehen von einer Handvoll eigener Anwendungen von LG war das Testgerät frei von Bloatware.

Zu LGs vier vorinstallierten Anwendungen zählt zum einen die TroubleShooting-2.0-App, die als digitales Nutzerhandbuch angesehen werden kann, die wichtigsten Fragen rund um das Notebook beantwortet und eine FAQ zur Verfügung stellt. Das LG Update Center wiederum ist die Zentrale für Treiber- und BIOS-Updates, wobei Windows-Updates weiterhin über das Betriebssystem selbst abgewickelt werden. Im LG Power Manager lassen sich gewisse Akku-Einstellungen verwalten und eine Übersicht zeigt an, welche Apps den Akku in welchem Maße nutzen. Die Einstellungen gleichen zum Teil denen von Windows, etwa dass ab 20 Prozent Restkapazität zum Energiesparmodus gewechselt wird. Zudem lässt sich bei niedrigem Akkustand automatisch zum dunklen Windows-Theme und einem vollständig schwarzen Hintergrundbild wechseln. Da aber ohnehin kein OLED-Panel verbaut ist, sind die Maßnahmen rein homöopathisch.

Control Center mit 8-Watt-Modus

Die mächtigste der vorinstallierten LG-Anwendungen ist das Control Center. Hier lassen sich verschiedene Systemeinstellungen vornehmen, etwa das Touchpad deaktivieren, die Funktionstasten tauschen oder sofortiges Booten nach dem Aufklappen aktivieren. Auch der geräuscharme Modus versteckt sich dort, der die Lüfter mit besonders niedriger Drehzahl und kaum hörbar drehen lässt. Das hat aber zur Folge, dass die CPU von ehemals 12 Watt auf nur noch 8 Watt bei Multi-Core-Last gedrosselt wird und im Blender Benchmark nur noch zwischen 1 und 1,3 GHz anliegen. Die Leistung wird somit noch einmal deutlich zurückgefahren.

In dem Tool ist zudem die Farbtemperatur-Einstellung des Displays zu finden. Des Weiteren gibt es eine Energieverwaltung, um zum Beispiel festzulegen, ob über den USB-Typ-C-Anschluss Geräte auch dann geladen werden können, wenn das Notebook ausgeschaltet ist. Darüber hinaus lässt sich eine Grenze von 80 Prozent für den Ladevorgang ziehen, um dadurch angeblich die Lebenszeit des Akkus zu verlängern.

Peinliche Übersetzungsfehler

Ärgerlich sind die zahlreichen, teils peinlichen Übersetzungsfehler, die sich in das LG Control Center eingeschlichen haben. Hier scheint die Übersetzung automatisiert ohne Kontrolle erfolgt zu sein, was Beschriftungen wie „kleiner“ und „größer“ statt „leiser“ und „lauter“ für die Lautstärke zur Folge hat. Die Tastatur-Hintergrundbeleuchtung ist „aus“, „tief“ oder „hoch“ möglich und beim Laden über USB Typ C stehen die Optionen „Autom“, „Senke“ und „Quelle“ zur Auswahl. Außerdem finden sich in der ganzen App unnötig abgekürzte Wörter, obwohl genug Platz gewesen wäre, sowie zahlreiche unschöne Zeilenumbrüche, die vermutlich Folge der automatisierten Übersetzung sind.

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