Samsung Galaxy Tab S6 Lite im Test: Einfaches, aber gutes Display

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Michael Schäfer 74 Kommentare

Um einen günstigeren Preis zu ermöglichen, hat Samsung neben der technischen Basis auch beim Display den Rotstift angesetzt: Die Größe reduziert sich zwar lediglich um 0,1 Zoll, die Auflösung mit 1.600 × 2.560 Pixeln beim Tab S6 zu 1.200 × 2.000 Pixeln beim Tab S6 Lite zumindest auf dem Papier deutlich. Gleichzeitig nimmt die Pixeldichte von 288 ppi auf 224 ppi ab. Ungewöhnlich ist zudem das von Samsung beim vorliegenden Tablet verwendete Seitenverhältnis von 15:9, nachdem der Hersteller in der Vergangenheit die meiste Zeit auf den Formfaktor 16:10 gesetzt hatte.

Im Alltag besitzt die Reduktion jedoch nur eine geringe Auswirkung: Texte werden nach wie vor scharf dargestellt; Unterschiede sind nur im direkten Vergleich und dann auch lediglich beim genauen Hinsehen erkennbar.

Das Galaxy Tab S6 (links) und das S6 Lite (rechts)
Das Galaxy Tab S6 (links) und das S6 Lite (rechts)

Günstigerer, aber hellerer Bildschirm

Etwas mehr ins Gewicht fällt dagegen die verwendete Panel-Technologie: Während beim S6 die von Samsung entwickelte und mittlerweile in vielen Geräten zum Einsatz kommende Super-AMOLED-Technik Verwendung findet, setzt der Hersteller beim S6 Lite auf ein herkömmliches LCD-Panel. Dieser Wechsel hat gegenüber dem großen Bruder Nach-, aber auch Vorteile: So bietet das S6 die bessere Farbdarstellung und somit auch den besseren Kontrast, die günstigere Variante dagegen mit 455 cd/m² zu 283 cd/m² das deutlich hellere Display. Einen Boost wie beim S6, bei dem die maximale Leuchtkraft je nach Helligkeit noch einmal kurzzeitig auf 377 cd/m² erhöht werden kann, besitzt das Tablet nicht. Der direkte Konkurrent aus eigenem Hause, das Galaxy Tab A 10.1 (Test) aus dem letzten Jahr, ist zwar günstiger zu erstehen, erreicht bei ähnlicher Auflösung allerdings lediglich eine maximale Helligkeit von 370 cd/m². Mit Boost erhöht sich diese noch einmal auf 505 cd/m². Das günstigere Fire HD 10 (Test) von Amazon kann mit maximal 392 cd/m² in den Messungen gegenüber dem S6 Lite nicht mithalten.

Aufgrund seiner Leuchtkraft eignet sich der Junior mehr für die Verwendung außerhalb der eigenen vier Wände als das Tab S6, besitzt aber auch seine Grenzen. Mit einer Farbtemperatur von 7.560 Kelvin erscheint die Darstellung zudem selbst für Samsung-Verhältnisse sehr kühl.

Der Kontrast fällt trotz der einfacheren Bildschirmtechnik mit 2.068:1 sehr gut aus. Der Schwarzwert kann zwar nicht mit dem S6 mithalten, überzeugt aber dennoch. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls zufriedenstellend, lediglich bei einem spitzen Winkel nimmt die Helligkeit sichtbar ab und die Farben verblassen. Inhalte bleiben trotzdem weiterhin gut erkennbar.

Wie sein großer Bruder ist aber auch das S6 Lite in Sachen Display nicht ganz fehlerfrei: Während das Tab S6 bereits bei kleineren Blickwinkelveränderungen einen sichtbaren Blaustich aufweist, hat das S6 Lite mit leichten Schleiern an den Rändern zu kämpfen. Diese sind zwar meist nur bei weißen Flächen erkennbar, versehen den Inhalt an der Stelle jedoch mit einem leichten, aber dennoch sichtbaren Gelbstich. Bei farbigen Hintergründen fällt das Phänomen nicht auf.

Der Nachtmodus beim Galaxy Tab S6 Lite
Der Nachtmodus beim Galaxy Tab S6 Lite

Nachtmodus

Wie bereits das Galaxy Tab S6 vor ihm besitzt auch das S6 Lite einen Nachtmodus, auf einen Blaufilter muss dagegen zumindest nativ verzichtet werden. Diese Funktion kann zwar über diverse Dritt-Apps nachgerüstet werden, bleibt in der Handhabung und in der Wirksamkeit jedoch meist deutlich hinter integrierten Lösungen zurück. Der Nachtmodus selbst wirkt sich beim S6 Lite aufgrund des aktuellen Android 10 und der neuen One-UI-Version 2.1 als Oberfläche nun auch auf nicht Samsung-eigene Apps aus.

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