Samsung Galaxy Tab S6 Lite im Test: Technik und Konnektivität

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Michael Schäfer 74 Kommentare

Technische Basis

Die technische Basis ist der zweite große Punkt, an dem Samsung gespart hat. Beim Tab S6 griff der Hersteller noch auf Qualcomms damaliges Flaggschiff Snapdragon 855 zurück, das über 8 Kryo-485-Kerne verfügt. Die Aufteilung in drei Cluster sowie die Fertigung in 7 nm sorgen für eine hohe Leistung von bis zu 2,84 GHz bei einem Kern sowie 2,42 GHz bei einem Cluster aus drei Kernen. Damit ist das S6 auch für aufwendige Anwendungen gut gerüstet – bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch.

Etwas anders sieht es beim S6 Lite aus. Hier kommt ein Exynos 9611 aus eigenem Hause zum Einsatz, der sich aus zwei Clustern mit jeweils bereits etwas älteren 4 Cortex-A73- sowie Cortex-A53-Kernen zusammensetzt, die mit maximal 2,3 GHz beziehungsweise 1,7 GHz takten.

Deutlich wird der Leistungsunterschied in den Messungen, bei denen das S6 Lite meist rund 50 Prozentpunkte, teilweise aber auch 75 Prozentpunkte hinter dem Tab S6 liegt. Das A 10.1 und das Fire HD 10 lässt das Tablet dabei teilweise deutlich hinter sich. Gemessen am Preisunterschied hätte der Unterschied jedoch etwas höher ausfallen müssen.

Auch beim Speicher müssen Nutzer Abstriche hinnehmen: So wird das S6 Lite nur mit 4 GByte Arbeitsspeicher ausgeliefert, beim großen Bruder waren es noch 6 GByte bei der WLAN- und 8 GByte bei der LTE-Variante. Dieser Unterschied sollte jedoch nur bei anspruchsvollen Apps negativ in Erscheinung treten, für Alltagsanwendungen wie E-Mail, Internetbrowser, Spiele und kleinere Tools reicht der RAM mehr als aus. Der Speicher für eigene Inhalte liegt mit 64 GByte ebenfalls unter dem des Tab S6, kann aber mit SD-Karten um bis zu 1 TByte erweitert werden.

Für Alltagsaufgaben zeigt sich das S6 Lite gut gerüstet, das System reagiert schnell sowie flüssig und Apps öffnen flott, wenn auch einen Tick langsamer als beim Tab S6. Die Rechenleistung reicht aktuell selbst für aufwendige Spiele aus, lediglich bei Bild- und Videobearbeitung kommt das Exynos-SoC schnell an seine Grenzen. Diese Anwendungsbereiche dürften erfahrungsgemäß jedoch seltener zu den Anforderungen an ein Tablet im mittleren Preissegment gehören.

Konnektivität

Auch in Sachen Schnittstellen müssen Nutzer beim S6 Lite je nach Variante kürzertreten. Gleich geblieben sind die unterstützten WLAN-Standards: Wie das Tab S6 funkt auch das S6 Lite nicht nur im in vielen Gegenden überfüllten 2,4-GHz-Band, sondern nutzt alternativ auch 5 GHz.

Bei der erhältlichen, aber hier nicht getesteten LTE-Variante des S6 Lite beginnen die Unterschiede: Während der große Bruder mit LTE Advanced Pro Übertragungsraten von bis zu 2.000 Mbit/s im Download und bis zu 316 Mbit/s im Upload erlaubt, müssen sich Nutzer beim neuen Samsung-Tablet mit 600 Mbit/s beziehungsweise 150 Mbit/s zufriedengeben. Das dürfte jedoch eher als Jammern auf hohem Niveau gesehen werden, denn selbst die niedrigeren Übertragungsraten sollten im Alltag für die meisten Annwendungsfälle mehr als ausreichend sein. 5G darf in dieser Preisklasse sowieso nicht erwartet werden.

Darüber hinaus führt das Tablet Bluetooth 5.0 LE genauso mit sich wie die Unterstützung verschiedener Systeme zur Standortbestimmung.

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