AOC Agon AG273QZ im Test: Display-Messungen

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Frank Hüber 50 Kommentare

Helligkeit und Farbraum

Die höchste Helligkeit erreicht der AOC Agon AG273QZ mit der Gamma-Einstellung „Gamma 2“, unter der jedoch die Farbwiedergabe stärker verfälscht wird. Aus diesem Grund werden sowohl Helligkeitswerte mit Gamma 1, der Standardeinstellung, als auch Gamma 2 angegeben.

Homogenität mit Abstrichen

Auch der AG273QZ bietet keine sehr gute Homogenität, da die Helligkeit zu den Rändern und Ecken teils um mehr als 20 Prozent sinkt. Am hellsten ist der Monitor in der Bildmitte. Mit „Gamma 2“ erreicht er hier 420 cd/m² und trägt die DisplayHDR-400-Zertifizierung somit zu Recht. Wählt man den farblich besseren Modus „Gamma 1“, fällt auch die Helligkeit auf maximal 383 cd/m² in der Bildmitte. Die Helligkeitsverteilung selbst bleibt von der Umstellung weitgehend unbeeinflusst.

Die WQHD-Konkurrenz mit hoher Hz-Zahl schneidet da teils besser ab. Der MSI Optix MAG272CQR bietet eine niedrigere Helligkeit, aber etwas bessere Homogenität. LG 27GL850-B und ViewSonic XG270QG können hingegen auch bei der Homogenität nicht besser abschneiden. Obschon der AG273QZ somit nicht mit einer sehr guten Homogenität glänzt, bietet die Konkurrenz im Testfeld ebenfalls nicht mehr.

Auch der AOC-Monitor setzt auf unmodulierten Gleichstrom zur Ansteuerung der Hintergrundbeleuchtung und verzichtet auf eine Pulsweitenmodulation (PWM). So ist das Bild selbst bei niedriger Helligkeit flackerfrei.

Niedriger Kontrast und kühles Panel

Der Schwarzwert des AOC Agon AG273QZ liegt bei maximaler Display-Helligkeit bei durchschnittlich 0,471 cd/m² – kein besonders guter, sondern ein akzeptabler Wert. Ein VA-Panel wie im MSI Optix MAG272CQR bietet zum Vergleich viel bessere Schwarzwerte von durchschnittlich 0,172 cd/m². Bereiche, die bei der Darstellung von Schwarz deutlich heller leuchten als andere, zeigt das Testexemplar nicht.

Der resultierende maximale Kontrast des Displays beträgt 1.029:1. Durchschnittlich kommt der Monitor aber auf einen Kontrast von nur 694:1, was deutlich unter den angestrebten 1.000:1 liegt. Hier macht sich das TN-Panel ebenso wie bei den Blickwinkeln bemerkbar, die mit 170 und 160 Grad für eine deutliche Farbveränderung sorgen, wenn man schräg auf das Gerät guckt. Die Farbtemperatur des Monitors liegt bei kühlen 8.100 Kelvin, wenn man als Farbtemperatur im OSD „Warm“ auswählt. Die Modi „Normal“ und "Cool“ führen allerdings zu einer noch kühleren Darstellung mit 10.000 und über 12.000 Kelvin. Der Modus „sRGB“ senkt die Farbtemperatur auf 6.200, führt aber nicht zu einer besseren Farbwiedergabe.

Bei minimaler Helligkeit leuchtet das AOC-Modell bei der Darstellung von Weiß mit mindestens 86 cd/m² (rechts unten) und maximal 107 cd/m² (Display-Mitte). Im Vergleich zu den meisten anderen Monitoren leuchtet der Proband somit mehr als doppelt so hell. Für die minimale Helligkeit sind die erzielten Werte viel zu hoch.

Für ein TN-Panel gute Farben

ComputerBase testet die Farbwiedergabe des AOC Agon AG273QZ mit HCFR, wobei die Farbtests entsprechend dem Muster von CalMAN ColorMatch durchgeführt werden. Bei HCFR wird die dargestellte Farbe des Monitors mit der vom Programm angezeigten Farbe verglichen. Interessant an dieser Stelle sind insbesondere der durchschnittliche und der maximale Delta-E-Wert und das Delta-E-2000-Diagramm, da diese angeben, wie stark die Farbwiedergabe von dem ausgewählten Farbstandard abweicht. Eine Abweichung von 1 dE ist für das menschliche Auge so gut wie nicht sichtbar. Ein kalibriertes Display sollte so eingestellt sein, dass die durchschnittliche Abweichung unter 3 dE und das maximale dE unter 5 liegt. Eine Abweichung über 3 dE wird als sichtbar für das menschliche Auge aufgefasst. Unkalibrierte Monitore liegen normalerweise weit darüber. Das Delta-E-2000-Diagramm zeigt die Abweichung für jeden gemessenen Farbwert an.

Im dargestellten CIE-1976-Chart des AG273QZ ist zu sehen, welche Farbpunkte wie stark vom angestrebten Farbwert abweichen. Bei einem optimal eingestellten Display sollten alle Punkte innerhalb der Quadrate liegen.

Für die beste Farbwiedergabe sollten der Modus „Gamma 1“ und die Farbtemperatur „User“ im OSD gewählt werden. Dann erreicht der AOC Agon AG273QZ eine durchschnittliche Farbabweichung von 6,09 dE und eine maximale Farbabweichung von 10,09 dE, die bei Weiß erzielt wird. Die Graustufen weichen dabei mit mindestens 8 dE vom tatsächlichen Farbwert ab, während die meisten Farben deutlich darunter liegen. Die Grenzen der nicht sichtbaren Abweichungen werden somit überschritten, für ein TN-Panel ist dies aber nicht ungewöhnlich. Wählt man im OSD stattdessen die Farbtemperatur „Warm“, was der Werkseinstellung entspricht, liegen die Farbabweichungen bei durchschnittlich 9,47 dE und maximal 19,85 dE.

Die eingangs erwähnte WQHD-Konkurrenz mit einer niedrigeren Bildwiederholfrequenz und VA- oder IPS-Panel schneidet bei der Farbtreue besser ab. So erzielt der MSI Optix MAG272CQR beispielsweise im Durchschnitt eine Farbabweichung von 2,7 dE. Die maximale Farbabweichung beträgt 4,5 dE. Sowohl der LG 27GL850-B als auch der ViewSonic XG270QG erzielen etwas schlechtere Ergebnisse, aber bessere als das AOC-Modell mit TN-Panel.

Display- und Input-Lag (Beta)

Die eingeführten Messungen zum Display- und Input-Lag befinden sich weiterhin im Betastadium und ComputerBase bittet sie auch als solche zu verstehen, da beide Messmethoden Vor- und Nachteile haben. Darüber hinaus wirken sich viele Faktoren bei den Display-Einstellungen auf das Ergebnis aus, die es noch näher zu analysieren gilt. Sie sind insbesondere als Vergleich der Bildschirme unter gleichen Testbedingungen zu verstehen, statt als absolute Messwerte. Bei den Messungen wird immer die schnellste Display-Einstellung („Response Time“ oder „Overdrive“) im OSD gewählt, sofern in den Diagrammen nichts anderes angegeben ist.

Input-Lag

Den Input-Lag misst ComputerBase hingegen mit Hilfe einer umgebauten Maus, an deren Schalter eine LED gelötet wurde, um die Verzögerung zwischen Knopfdruck und wahrnehmbarer Umsetzung auf dem Display optisch analysieren zu können. Diese Messung ist ebenfalls nicht als absoluter Wert zu betrachten, da der Input-Lag von den eingesetzten Komponenten des PCs abhängig ist und die Auswertung ebenso Toleranzen beinhaltet. Auch in diesem Fall ist das Ziel somit, vielmehr einen Vergleich unter getesteten Monitoren zu ermöglichen, als einen allgemein gültigen absoluten Wert zu ermitteln. Displays mit nur sehr geringem Unterschied sollten aufgrund der nicht zu verhindernden Messtoleranzen als ebenbürtig angesehen werden. Während die Monitore beim Display-Lag methodenbedingt alle mit 60 Hz, aber deaktiviertem V-Sync betrieben werden müssen, kommt bei der Messung des Input-Lags die maximale Bildwiederholfrequenz des Bildschirms bei deaktiviertem V-Sync zum Einsatz.

Input-Lag
Einheit: Millisekunden
    • BenQ EX3203R
      38,54
    • ViewSonic XG270QG (Ultra Fast)
      38,54
    • LG 38GL950G (Fast)
      38,54
    • ViewSonic XG3240C
      38,88
    • LG 32GK850F
      39,16
    • Asus ROG Strix XG35VQ (OverDrive 5)
      39,58
    • ViewSonic VX3258-2KC (Ultra Fast/Low Input Lag an)
      39,58
    • AOC Agon AG273QZ (Medium)
      40,28
    • AOC Agon AG273QZ (Strong)
      40,28
    • MSI Optix MAG272CQR (Fastest)
      40,63
    • LG 38GL950G (Off)
      40,63
    • Samsung S24F356FH
      41,17
    • ViewSonic XG240R (Fastest)
      41,20
    • ViewSonic XG240R (Standard)
      41,60
    • Dell U4919DW (schnell)
      41,67
    • Gigabyte Aorus AD27QD (Picture Quality)
      41,67
    • MSI Optix MAG272CQR (Normal)
      41,67
    • LG 27GL850-B (Schnell)
      42,70
    • Dell P2720DC (Fast)
      42,71
    • AOC Agon AG273QZ (Off)
      43,06
    • ViewSonic XG2530
      43,75
    • ViewSonic VX3258-2KC (Standard/Low Input Lag an)
      43,75
    • ViewSonic XG270QG (Standard)
      43,75
    • LG 27GL850-B (Aus)
      43,75
    • Dell P2720DC (Normal)
      43,75
    • MSI MAG274R (Fastest)
      44,44
    • ViewSonic VX3211-4K
      44,79
    • Dell U4919DW (normal)
      44,79
    • Gigabyte Aorus AD27QD (Speed)
      45,01
    • ViewSonic XG270 (Fastest)
      45,83
    • Dell U3219Q (schnell)
      46,67
    • MSI MAG274R (Fast)
      47,22
    • ViewSonic VX3258-2KC (Standard/Low Input Lag aus)
      50,00
    • ViewSonic XG270 (Standard)
      51,04
    • Samsung C27RG50 (Schnellstens)
      52,08
    • Samsung C27RG50 (Schneller)
      57,29
    • Eizo EV3285 (Standard)
      60,42
    • Eizo FlexScan EV2760 (Enhanced)
      64,58
    • ViewSonic XG3220
      66,70
    • Eizo FlexScan EV2760 (Standard)
      67,70
    • Eizo EV3285 (Enhanced)
      77,50

AOC nennt für den Agon AG273QZ eine Reaktionszeit von 0,5 ms MPRT, Grau zu Grau wird nicht angegeben. Im OSD lassen sich für Overdrive die Stufen „Off“, „Weak“, „Medium“ und „Strong“ einstellen. Der Input-Lag wird mit den Einstellungen „Off“, „Medium“ und „Strong“ getestet.

Landet der Monitor ohne Overdrive im Mittelfeld, kann er sich bei „Medium“ und „Strong“ mit 40,28 ms weiter vorne platzieren, kommt aber nicht ganz an 1 ms schnelle Nano-IPS-Modelle wie den ViewSonic XG270QG heran. Zwischen „Medium“ und „Strong“ ist dabei kein Unterschied messbar, wobei auch das Ghosting bei der Wahl von „Strong“ nicht so stark zunimmt, dass die Bildqualität übermäßig leidet. Für die Reaktionszeit ist es ausreichend, auf „Medium“ zurückzugreifen.

Display-Lag

Beim Display-Lag wird die reine Verzögerung durch die Bildverarbeitung und Ausgabe des Monitors betrachtet. Sie ist vom Input-Lag, also der Verzögerung, bis eine Eingabe auf dem Bildschirm wahrnehmbar umgesetzt wird, zu unterscheiden. Den Display-Lag misst ComputerBase dabei mit der sogenannten CRT-Methode, bei der ein analoger CRT alias Röhrenmonitor als Basis und Referenzwert dient und anhand eines präzisen Millisekundenzählers auf dem CRT und LCD die Ausgabe durch zahlreiche Fotos mit sehr kurzer Verschlusszeit verglichen wird. In der Praxis muss einschränkend gesagt werden, dass auch diese Messungen nur als Näherungswerte betrachtet werden sollten, die nicht immer den tatsächlichen Wert darstellen müssen. Aufgrund immer gleicher Testbedingungen ermöglichen sie aber einen guten Vergleich verschiedener getesteter Monitore untereinander, weshalb einige bereits getestete und zukünftig im Test vertretene Displays als Vergleich dienen.

Display-Lag
Einheit: Millisekunden
    • Samsung S24F356FH
      0,00
    • ViewSonic VX3258-2KC (Standard/Low Input Lag an)
      0,50
    • ViewSonic VX3258-2KC (Ultra Fast/Low Input Lag an)
      0,50
    • ViewSonic XG240R (Standard)
      0,72
    • AOC Agon AG273QZ (Medium)
      0,83
    • Asus ROG Strix XG35VQ (OverDrive 5)
      1,01
    • ViewSonic XG270QG (Ultra Fast)
      1,18
    • ViewSonic XG270 (Fastest)
      1,21
    • LG 38GL950G (Fast)
      1,40
    • Samsung C27RG50 (Schnellstens)
      1,53
    • MSI Optix MAG272CQR (Fastest)
      1,56
    • LG 27GL850-B (Schnell)
      1,75
    • Asus ROG Strix XG35VQ (OverDrive 0)
      1,90
    • LG 32GK850F
      1,91
    • MSI MAG274R (Fastest)
      2,00
    • ViewSonic XG3240C
      2,05
    • BenQ EX3203R
      2,05
    • MSI MAG274R (Fast)
      2,28
    • Gigabyte Aorus AD27QD (Speed)
      2,57
    • Gigabyte Aorus AD27QD (Picture Quality)
      2,70
    • Dell P2720DC (Fast)
      3,00
    • Dell U3219Q (schnell)
      9,16
    • Dell U3219Q (normal)
      12,22
    • ViewSonic VX3258-2KC (Standard/Low Input Lag aus)
      17,00
    • ViewSonic XG2530
      17,24
    • ViewSonic VX3211-4K
      19,95
    • Eizo FlexScan EV2760 (Enhanced)
      20,00
    • Dell U4919DW (normal)
      20,75
    • ViewSonic XG3220
      21,10
    • Eizo FlexScan EV2760 (Standard)
      24,00
    • Eizo EV3285 (Standard)
      29,46

Beim Display-Lag erreicht der 240-Hz-Monitor sehr schnelle 0,83 ms, was ihn fast ganz an die Spitze des Testfeldes katapultiert. In diesem Punkt kann das Modell von AOC dann auch die VA- und IPS-Konkurrenz in Form des ViewSonic XG270QG, LG 27GL850-B und MSI MAG272CQR ausstechen.

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