XPS 13 (9300) im Test: Ausstattung, Benchmarks und Energieprofile

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Nicolas La Rocco 161 Kommentare

Das 9300 ist nicht das erste XPS 13, das Intel-Prozessoren der zehnten Core-Generation nutzt. Das 9380 (Test) mit Whiskey Lake-U hatte Dell im letzten Jahr zum 7390 mit Comet Lake-U gemacht, beim 9300 ist aber Ice Lake-U verbaut. Das Notebook wird mit nur zwei Prozessoren angeboten: dem kleinen Core i5-1035G1, den Intel auch mit größerer G4- und G7-Grafik anbietet, sowie dem Core i7-1065G7. Der Core i5 steckt ausschließlich im getesteten Basismodell, alle anderen Varianten nutzen den Core i7.

Nur das Basismodell und die kleinste Core-i7-Variante sind zudem mit 8 GB LPDDR4X-3733 ausgestattet, ansonsten gibt es stets 16 GB, wobei 32 GB dem 2-TB-Modell vorbehalten sind. Der Speicher ist auf dem Mainboard verlötet und wird selbst in der kleinsten Konfiguration im Dual-Channel-Modus betrieben. Wechselbar sind die unter einem Kühlblech versteckte M.2-2280-SSD mit PCIe-x4-Anbindung und der 52-Wh-Akku.

Core i5-1035G1 mit acht Threads

Für den in 10 nm gefertigten Core i5-1035G1 mit vier Kernen und acht Threads gibt Intel 1,0 GHz Basistakt und bis zu 3,6 GHz Turbotakt an. Hersteller können den Prozessor mit einer Standard-TDP (Powerlimit 1) von 15 Watt betreiben oder die cTDP-up respektive cTDP-down auf 25 Watt oder 13 Watt setzen. Der Basistakt steigt und fällt damit auf 1,2 GHz bzw. 700 MHz.

Das erneute Chaos der Energieprofile

Wie schnell ein Prozessor in der Praxis tatsächlich arbeitet, lässt sich bei Notebooks schon seit längerer Zeit nicht mehr genau sagen, da zu viele Variablen aus gewähltem Profil, Verbrauch, Temperatur, Akku- und Netzbetrieb die Werte beeinflussen. Diese Problematik zu lösen, indem die Anzahl der Variablen reduziert wird, daran scheint kein einziger Notebook-Hersteller abgesehen von Microsoft interessiert zu sein. Beim XPS 13 treffen erneut zwei Energieprofile aus der Systemsteuerung auf vier Energieprofile in Dells Power Manager und die wiederum auf drei (Netzbetrieb) respektive vier Energieprofile (Akkubetrieb) in den Windows-Schnelleinstellungen des Akkusymbols der Taskleiste. Welches Profil welches andere überschreibt und somit tatsächlich wirkt, erklärt Dell dem Anwender an keiner Stelle. Dazu kommt, dass mit Auslieferung fälschlicherweise das Energieprofil „Ausbalanciert“ statt „Dell“ ausgewählt ist.

Energieprofile im Dell Power Manager
Energieprofile im Dell Power Manager

Mit diesem Dell-Profil greifen die Anpassungen im Dell Power Manager, die die der Windows-Schnelleinstellungen überschreiben. Warum in der Systemsteuerung nicht einfach alle Profile bis auf das eine richtige entfernt, eigene Energiemanagement-Apps der Hersteller verbannt und all diese Optionen in die Windows-Schnelleinstellungen integriert werden, bleibt ein Rätsel, das Anwender unnötigerweise zu viele Optionen zur Hand gibt. Nur Microsoft macht es mit den Surface-Geräte genau so und damit richtig.

Optimiert-Profil erlaubt in der Praxis 39 Watt

Ab Werk kommt das XPS 13 mit dem Energieprofil „Optimiert“, mit dem alle Benchmarks durchgeführt wurden, da dies der Auslieferungszustand ist. Das Powerlimit 2 erlaubt hier für Sekundenbruchteile 46 Watt, wobei in der Praxis bis zu 39 Watt ermittelt werden konnten. Die 25 Watt des Powerlimit 1, die dauerhaft anliegen dürfen, sofern dies die Temperaturen erlauben, sind dann für 40 Sekunden realistisch, bevor für anhaltende Dauerlast letztlich 15 Watt anliegen. Das Profil „Optimiert“ beschreibt Dell mit einem ausgewogenen Verhältnis aus Leistung, Geräuschentwicklung und Temperatur.

Das Profil „Kühlen“ reduziert die Taktraten und dreht dennoch die Lüfter hoch. Hier ist das Ziel ausschließlich ein kühles System, ganz so, wie es der Profilname korrekt vorwegnimmt. Das Gegenteil ist „Ruhig“ mit ebenfalls reduzierter Leistung, aber auch langsamer drehenden Lüftern. Das System wird wärmer, obwohl die Taktraten niedriger ausfallen.

Energieprofile im Dell Power Manager
Powerlimit 1 Powerlimit 2
Optimiert 25 Watt 46 Watt
Kühlen 17 Watt
Ruhig
Ultra-Leistung 46 Watt 61 Watt

Als krass lässt sich „Ultra-Leistung“ beschreiben, wo im Powerlimit 2 kurzzeitig 61 Watt erlaubt sind – ein wahnwitziger Wert für ein Ultrabook. Und im Powerlimit 1 wird versucht, ungeachtet jedweder Lautstärke 46 Watt mit entsprechend hohen Taktraten zu halten, was selbst mit zwei Lüftern am Anschlag nach kurzer Zeit nicht mehr möglich ist. Im Blender Benchmark pendelt sich dieses Profil ebenfalls bei 15 Watt ein.

Taktraten unter Dauerlast

In der Praxis steigt das Optimiert-Profil mit 3,4 GHz auf allen Kernen in den Blender Benchmark ein, bis nach 40 Sekunden etwa 2,5 GHz übrig bleiben und den restlichen Benchmark über bei 15 Watt leicht schwankend zwischen 1,8 GHz und 1,9 GHz möglich sind. Der Leistungsverlust geht parallel mit der zwischenzeitlich auf 99 Grad Celsius steigenden CPU-Package-Temperatur einher, die im weiteren Verlauf des Tests mit kaum störendem Lüfterrauschen bei 83 Grad Celsius gehalten wird.

Das Ultra-Leistung-Profil hält den 2,5-GHz-Modus mit 80 Sekunden doppelt so lange, außerdem kommt es immer wieder zu kurzen Spitzen von bis zu 2,7 GHz, die mit dem Optimiert-Profil nicht abgerufen werden können. In den Phasen dazwischen liegen aber die gleichen 1,8 GHz bis 1,9 GHz an. Dementsprechend sieht der Temperaturverlauf aus, der die ersten 80 Sekunden lang hohe 99 Grad Celsius für das CPU-Package anzeigt, bevor die Temperatur mit laut werdender Kühlung auf 83 Grad Celsius fällt. Mit jeder Taktspitze geht für kurze Zeit ein Anstieg der Temperatur einher, die Lüfterdrehzahlen bleiben dauerhaft hoch mit entsprechender Geräuschkulisse.

Die Blender-Benchmark-Zeit verkürzt sich im Ultra-Leistung-Modus allerdings nur um 5 Prozent, Cinebench R15 profitiert unter Dauerlast etwas mehr von dem höchsten Profil. Erst ab dem sechsten Durchgang gibt es eine Annäherung zum Optimiert-Profil.

Leistung im Alltag gleichauf mit Core i7

Mit dem im Alltag eher praxisnahen Optimiert-Profil bietet das XPS 13 mit seinem vermeintlich schlechteren Core i5 dennoch eine Leistung auf dem Niveau des Acer Swift 3 (Test) oder Huawei MateBook X Pro (Test) mit Core i7, wobei die Performance des Core i5 in den Heavy-Workload-Anwendungen wie Blender, Cinebench und weiteren rund 10 Prozent hinter den beiden Core i7 der Baureihen Comet Lake-U (Huawei) und Ice Lake-U (Acer) liegt. Nur wer diese oder vergleichbare Anwendungen häufiger nutzt, profitiert vom teureren Core i7, im Office-Alltag reicht der günstigere Core i5. Erfreulich ist, dass Dell dauerhaft 15 Watt abrufen kann, ohne laut zu werden, während die Konkurrenz oft bei 12 Watt Schluss macht.

Gut schneidet auch die beim sequentiellen Lesen und Schreiben schnelle SSD ab. Zulieferer ist SK Hynix mit der PC611, die über PCIe 3.0 mit x4 angebunden ist. Die SSD im M.2-2280-Format liefert bis zu 3.500 MB/s und 2.700 MB/s beim sequentiellen Lesen und Schreiben und lässt sich durch den Anwender gegen andere Modelle tauschen.

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