F1 2020 im Test: Spielkritik und Fazit

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Wolfgang Andermahr et al. 211 Kommentare

Wie gut ist F1 2020?

Seit Jahren entwickelt Codemasters die F1-Serie mit jedem neuen Spiel ein kleines Stück weiter. Was 2015 als „McLaren-Honda im Rennspielgenre“ begann, ist spätestens 2020 am vorderen Ende des Feldes angekommen.

Fortschritte macht die Serie laut Rezensionen in diesem Jahr zuvorderst durch den MyTeam-Modus, in dem Spieler ihr eigenes Team gründen und zum Erfolg führen. Zum Highlight wird der Modus etwa durch die vielfältigen Management-Aspekte und das Entstehen einer emotionalen Bindung zum Team und damit zum Spielgeschehen, urteilt etwa IGN. Zugleich werde der Teamcharakter der Sportart dadurch präsenter, weil unter anderem Forschung, Entwicklung und Fahrer berücksichtigt werden müssten, um konkurrenzfähig zu sein. Das Sammeln von Upgrade-Punkten in Trainingssitzungen, die Verteilung von Ressourcen, die Geldbeschaffung, der Kampf um Ruhm und das Treffen strategischer Entscheidungen, zum Beispiel bei Upgrades, fesselt. Kurz: Der Modus wird als wichtigster Spaßgarant im Spiel betrachtet.

Weiterentwickelt hat sich F1 2020 laut Testern aber auch auf der Strecke. Positiv fällt PC Games N die weiterentwickelte KI auf. Sie nutze nun die gesamte Breite der Strecke, fahre nicht länger bevorzugt Konvoi und lege etwas mehr Eifer beim Überholen an den Tag, auch wenn bei dieser Tätigkeit noch Raum für Optimierungen bleibe. The Sixth Axis hält zudem ebenso wie Eurogamer Verbesserungen beim Fahrgefühl und Handling fest. Darüber hinaus habe der Überholen-Button nun eine stärkere Bedeutung, weil er größere Vorteile bringe und damit einen taktischen Einsatz nahe lege. Dies hält die Seite vor allem in Online-Rennen für bedeutsam – eine Dimension, die aufgrund der äußert erfolgreichen offiziellen F1-E-Sport-Serie für Codemasters sicherlich relevant ist. Dabei treffe der Entwickler eine feine Balance zwischen Zugänglichkeit einerseits und fesselndem Spielgeschehen andererseits, befindet Eurogamer.

Einige Bereiche des Spiels drehen sich trotz aller Fortschritte des Gesamtpakets noch öfter im Kreis als Sebastian Vettel. Als störend werden Bestandteile empfunden, die aus den Vorgängern übernommen wurden, aber schon dort lediglich eine Art Machbarkeitsstudie waren. Dazu zählen verschiedene Tester stets unterschiedliche Dinge als Beispiel auf: Fahrer-Interviews etwa, die zu simpel seien, oder die Trainingssitzungen, in denen es zu wenige Aufgabenvarianten gebe. Keinen Beifall findet darüber hinaus die eingeschränkte Auswahl an Siegesposen und Fahrzeug-Skins: Weitere müssen freigeschaltet oder wahlweise freigekauft werden – was nach einem billigen Vorwand für den Einbau von Mikrotransaktionen denn einem sinnvollen Belohnungssystem klingt.

Für Fans gemacht

Ob F1 2020 tatsächlich, wie die enthusiastischen Wertungen nahelegen würden, eines der besten Rennspiele des Jahres ist, dürfte sich erst sicher anhand von Nutzerwertungen beurteilen lassen. Sanfte Vorbehalte wecken die aufgezählten Nachteile in Form sich wiederholender Spielelemente, die schon in den Vorgängern nicht allzu spannend waren. Sie könnten zu vorzeitiger Spaßermüdung führen. Bis dahin lässt sich allerdings festhalten, dass zumindest Fans der Formel 1 schon jetzt mit dem aktuellen F1-Spiel eine gute Wahl treffen.

Wertungsüberblick für F1 2020
Publikation Wertung
Eurogamer Empfehlung
IGN 9/10
PC Games N wip
The Sixth Axis 8/10
Twinfinite 4/5
Metacritic (PC) Presse: 90/100
Nutzer: -/10 (9 Wertungen)

Fazit

Codemasters hat die F1-Serie in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt, und das ist auch bei F1 2020 der Fall. Sowohl das Spiel selbst als auch die Technik der PC-Versionen machen gegenüber dem Vorgänger einen Schritt nach vorne, sodass F1 2020 nicht nur der beste Formel-1-Titel, sondern generell eine der besten Rennspiele für den PC ist.

Bei den Benchmarks zeigt sich trotz der etwas aufgehübschten Grafik eine gute Performance, sodass ein High-End-Beschleuniger für die höchste Detailstufe unabhängig von der Auflösung nicht nötig ist. Wirkliche Vorteile kann keine Grafikkarte für sich erkämpfen, generell arbeiten sowohl Radeon- als auch GeForce-Beschleuniger vergleichbar schnell. Die einzige Ausnahme ist AMDs Vega-Produktreihe, die in DirectX 12 und damit der klar besseren API in dem Spiel Probleme hat. Pascal, Turing, RDNA und Polaris schenken sich dagegen kaum etwas.

F1 2020 im Technik-Test

ComputerBase hat F1 2020 vom Publisher Codemasters zum Testen erhalten. Das Spiel wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Entwicklers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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